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Anwohner kritisieren überdimensionierte Baumaßnahme

Bürgerversammlung in Ising: Waldweg-Ausbau war das bestimmende Thema

Chieming – Bestimmendes Thema bei der Bürgerversammlung für Ising im Gasthof Goldener Pflug war die Straßenbaumaßnahme Waldweg. Es ging den Anwohnern dabei nicht nur um die Erschließungsbeiträge, sondern auch um die Planung und Ausführung der Baumaßnahme.

Einige Anwohner des Waldwegs monieren die Dimension des Ausbaus und dass der Wendehammer jetzt schon als Parkplatz genutzt wird. So kann er seiner ureigenen Aufgabe nicht mehr gerecht werden. (Foto: Peter)

Im Oktober wurde mit den Arbeiten begonnen, sie sollen im April abgeschlossen werden. Nach dem Ergebnis der Ausschreibung betragen die Baukosten knapp 264 000 Euro und davon sollen rund 171 000 Euro auf die Anwohner umgelegt werden.

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Warum man gerade in Arlaching bei einer völlig unwichtigen Straße begonnen habe, obwohl es im Gemeindegebiet Chieming durchaus wichtigere Straßen in schlechtem Zustand gebe, beschäftigte den Anwohner Gerd Zürcher. »Warum wurde der Waldweg mit so großen Eingriffen in die Natur vorangetrieben?« Nach Ansicht der Anwohner wurde die Verhältnismäßigkeit nicht eingehalten. Der Waldweg ist eine Sackgasse und für den reibungslosen Verkehrsfluss wurde ein Wendehammer mit einem Radius von acht Metern errichtet.

Dass nicht im Sinne aller Anwohner des Waldwegs gehandelt worden ist, brachte Christian Hopf ein. Für ihn seien der Ausbau und der Wendehammer überdimensioniert, so der Anwohner. Durch die Zeitverzögerung seien die Anwohner enorm belastet, sagte Eva Zürcher. Weiter monierte sie, dass der Wendehammer als Parkplatz genutzt werde und somit die ureigene Aufgabe, die Anfahrt für Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge, nicht gerecht werden kann. Sie forderte dafür zu sorgen, dass der Wendehammer frei bleibt.

In den verschiedenen Wortmeldungen nahmen die Diskutanten auch immer wieder Bezug auf den Erschließungsbeitrag für die Anwohner und die Diskussion um die Abschaffung der Beiträge. Arno Zandl, der ebenfalls am Waldweg wohnt, meinte, dass die Landesregierung diesbezüglich die Kommunen überholt habe. Er sei der Ansicht, dass der designierte Ministerpräsident Markus Söder die Beitragssatzung ausgesetzt habe.

»Für uns sind alle Straßen wichtig. Die Gemeinden haben eine Erschließungspflicht«, sagte Bürgermeister Benno Graf. Wie er weiter ausführte, liefen bereits Planungen für den Ausbau weiterer Straßen, die Zug um Zug ausgebaut gehörten. Zur Überdimensionierung der Ausbauarbeiten meinte Graf, dass erst die Fertigstellung abgewartet werden solle. In der Bauphase wirke einiges mächtiger. Doch wenn alles wieder hergestellt und begrünt sei, werde sich der Eindruck ändern. Das Parkproblem am Wendehammer ist nach den Worten von Graf bekannt, hier werde zu gegebener Zeit reagiert.

Die von der Staatsregierung geplante Abschaffung der Straßenausbaubeiträge sei derzeit ein großes Thema für die Bayerischen Städte und Gemeinden. Jedoch gebe es im Moment nur Überlegungen und die Aussage, die Beiträge abzuschaffen, jedoch keinen Hinweis, wie damit aktuell umgegangen werden solle, so der Bürgermeister. Als Übergangslösung habe man die Möglichkeit geschaffen, für solche provisorischen Bestandsstraßen einen teilweisen Erlass auf den Erschließungsbeitrag zu gewähren. Die Gemeinde Chieming habe davon Gebrauch gemacht und gewähre den möglichen Erlass von 20 Prozent auf den fälligen Erschließungsbeitrag, so Graf.

Ein großes Anliegen ist dem Bürgermeister der Schluss für den Chiemseeuferrundweg. Doch wie er erklärte, scheitere der abschließende Ausbau mit einer Unterführung unter der Staatsstraße 2095 in Höhe von Arlaching zur Anbindung der Gemeindeteile Arlaching und Ising an vier Grundstückseigentümern. »Ich werde das Ziel weiter verfolgen«, sagte Graf.

Eine Leitplanke zu einer sichereren Verkehrsführung zwischen den Einmündungen Thauernhausener Straße und Am Anger regte Zandl an, da es immer wieder vorkomme, dass in diesem Bereich Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen und im Graben landen würden. Der Isinger Heimatpfleger Gerd Zürcher wollte von Graf wissen, wann die Hoftafeln geliefert würden. Dazu meinte Graf, dass die Daten bei der LEADER-Stelle bereits zur Ausarbeitung liegen würden. Einen konkreten Zeitpunkt konnte Graf nicht nennen. MP