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Das starke Verkehrsaufkommen auf der Zeller Straße war Thema in der Bürgerversammlung. Ein Fußgängerüberweg und eine 30-km/h-Beschränkung waren eine Anregung, die Situation erträglich zu gestalten.

Bürgerversammlung in Ruhpolding nur mäßig besucht

Ruhpolding – Nur sehr überschaubar besucht war die Bürgerversammlung der Gemeinde Ruhpolding am Freitagnachmittag im Pfarrzentrum.


Wie Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU/VRB) erklärte, habe es letztes Jahr Kritik gegeben, weil die Bürgerversammlung an einem Donnerstag war, wo es sehr viele andere Termine gibt. Dann sollte der Termin an einem Freitagabend sein. Da sei der Einwand gekommen, dass hier die ganzen privaten Feiern seien. Und so habe man sich für den Freitagnachmittag entschieden. Doch die nächste Bürgerversammlung werde wohl wieder an einem Donnerstagabend stattfinden, da hier die Belange der werktätigen Bürger entsprechend widergespiegelt würden, so der Bürgermeister.

Zweitwohnungssteuer wichtige Einnahmequelle

In seinem Rechenschaftsbericht sagte Pfeifer, dass die Gemeinde auf einem guten Weg sei. Die Gewerbesteuereinnahmen sprudelten trotz Corona und lagen 2021 bei knapp 2,7 Millionen Euro. Durch die Anpassung der Zweitwohnungssteuer habe es einen Anstieg von rund 250.000 Euro in 2020 auf knapp 400.000 Euro in 2021 gegeben. Das sei eine wichtige Einnahme, da so durch die Zweitwohnungen die Infrastruktur stärker mitfinanziert werde.

Zu den steigenden Personalkosten meinte der Bürgermeister, dass dadurch die Gemeindeverwaltung effektiver geworden sei, was wiederum den Bürgern zugutekomme. Ebenso seien das Kindergartenangebot erweitert und eine Quartiersmanagerin eingestellt worden. Wie Pfeifer weiter anführte, gehen im Jahr aktuell rund 1,1 Millionen Euro in die Tilgung der Kredite und er sei guter Dinge, dass die Kredite zum Jahreswechsel unter 14 Millionen Euro liegen werden.

In der Diskussion stellte Konrad Fegg die erste Frage. Er wollte wissen, warum im neuen Bebauungsgebiet »Siedlung Schwaig Nord« nur Eigentumswohnungen vorgesehen sind und von den beabsichtigten Gebäuden nicht eines mit Mietwohnungen errichtet wird. Man habe sich laut Pfeffer deswegen dafür entschieden, da an der Innerlohener Straße 24 neue Wohnungen mit der einkommensbezogenen Förderung entstünden.

Um das große Verkehrsaufkommen ging es Günther Hoheisel. Er fragte, ob auf der Zeller Straße eine 30-km/h-Beschränkung eingerichtet werden kann und er regte zugleich einen Fußgängerüberweg auf Höhe des Penny Markts kurz vor der Eggl-Brücke an. Das Verkehrsaufkommen sei gerade auch wegen der Sperrung und Umleitung nach Inzell so stark. Hinzu komme, dass die Brücke an der Abzweigung Seehauser Straße in Richtung Inzell eine Lastbeschränkung habe, meinte der Bürgermeister. Er wollte die Thematik jedoch mit dem Gemeinderat besprechen, so Pfeifer.

Den Eindruck, dass die Dorflinie zu wenig bekannt ist, hat Inga Pichler. Weiter wollte sie erfahren, warum die Gebühr bei den Parkplätzen nicht über ein App-System wie in Traunstein erhoben wird. Dem zu geringen Bekanntheitsgrad der Dorflinie stimmte Pfeifer zu. Da würde eventuell ein Informationsschild am Bahnhof helfen, sagte er. Die Gebühren-App »Parkster« könne für den Einzelhandel keinen Rabatt ausstellen. Aber er sei an der Sache dran und überlege auch, dafür eine eigene App schreiben zu lassen, so der Bürgermeister weiter.

Wo er denn den Optimismus hernehme, dass durch die Neuschaffung der GmbH für die Chiemgau-Arena nun keine Defizite mehr entstehen sollen, fragte Margaret Schürholt. Auch wollte sie vom Bürgermeister erfahren, warum das Kurhaus von jetzt auf gleich geschlossen werden musste. Die Arena werde anders betrieben, sagte Pfeifer. Zum Beispiel werde der VIP-Bereich nicht mehr selbst bekocht, sondern das Essen werde angeliefert. Somit könnten dort große Einsparungen, nicht nur bei den Kosten, sondern auch beim Platz, erreicht werden. Die so gewonnenen Flächen könnten wiederum für mehr Besucherplätze genutzt werden. Weiter meinte Pfeifer, dass die GmbH andere Fördermöglichkeiten habe. Zum Thema Kurhaus meinte Pfeifer, dass sich die Gemeinde erst 2021 über den Zustand einen Überblick verschaffen konnte, nachdem die Gemeinde das Kurhaus übernommen habe. Der große Investitionsstau und die hohen Sicherheitsbedenken machten die Schließung erforderlich.

Maria Haßlberger merkte an, dass der Kindergarten St Irmgard aus allen Nähten platzt. »Gibt es hier eine Lösung?«, fragte sie. Ebenso wollte sie wissen, ob die Öffnungszeiten beim Holzknechtmuseum ausgeweitet werden können. Denn aktuell ist es die Hälfte des Jahres geschlossen. Bei den Kindergärten seien momentan ausreichend Plätze vorhanden, sagte Pfeifer. Bei den Krippenplätzen bestehe momentan mehr Bedarf. Es würden jedoch schon Gespräche mit potenziellen Vermietern geführt, um ein ausreichendes Angebot zu schaffen. Beim Holzknechtmuseum seien drei Verantwortliche beteiligt. Museen sein immer defizitär und es sei eine Abwägung, welche Defizite übernommen und tragbar erschienen. Darum die bekannten Öffnungszeiten.

Probleme mit öffentlichen Toiletten

Nachdem die Situation der öffentlichen Toiletten in Ruhpolding etwas angespannt ist, wollte Veronika Hallweger wissen, ob die Toiletten im Rathaus auch am Wochenende offen sind. Die öffentlichen WCs würden zeitlich begrenzt geöffnet sein. Wegen Vandalismus in der Toilette im Bahnhof habe man im Vorbereich sogar eine Kamera installiert. Alfons Pichler wäre dafür, dass man den Schnee vom Biathlonzentrum auch für den Tourismus, die Loipe auf der Sichlerwiese, nutzen sollte. Dazu könne er keine konkrete Antwort geben, ob das in der neuen Konstellation möglich sei, so Pfeifer. Aber er wolle es prüfen lassen.

MP