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Bundesliga: Kein Financial Fairplay der UEFA

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DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat noch Bedenken. Foto: Frank Rumpenhorst Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesliga wird so schnell nicht das Financial Fairplay der Europäischen Fußball-Union übernehmen.


»Für uns ist das noch eine Art Black Box und noch nicht greifbar. Deshalb können wir heute nicht sagen, wir übernehmen das in unserem Lizenzierungsverfahren«, sagte Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), in Frankfurt/Main. Grundsätzlich hält er das Financial Fair Play der UEFA aber »für richtig und notwendig«.

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Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, hatte am Wochenende gefordert, dass in Deutschland die Ausrichtung auf Liquidität an die UEFA-Regelungen angeglichen werden muss. Demnach dürften alle Profivereine in einer bestimmten Periode nicht mehr Geld ausgeben als sie einnehmen.

Für die DFL hat sich das nationale Lizenzierungsverfahren längst bewährt, die Statuten werden auch ständig weiterentwickelt. Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga - darunter sind 17 eingetragene Vereine und 19 Kapitalgesellschaften - müssen bis diesen Freitag (15.30 Uhr) die Lizenzunterlagen für die Saison 2013/2014 bei der DFL in Frankfurt/Main abgeben.

Werner Möglich, Direktor Lizenzierung bei der Dachorganisation der Proficlubs, wollte sich nicht zur finanziellen Situation einzelner Clubs äußern, lobte aber die gewachsene wirtschaftliche Vernunft der Verantwortlichen: »Die Situation ist stabiler geworden, besonders in der Bundesliga. Ein Problem sind am ehesten die Kapitalgesellschaften, die auf- und absteigen.« Für Rettig sind die Bundesligisten in sportlich schwierigen Situationen druck- und stressresistenter geworden: »Es gibt keinen Ersatz für wirtschaftliche Vernunft.«

Die 36 Proficlubs hatten in der Spielzeit 2011/2012 erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze geknackt und für einen Umsatzrekord gesorgt. Allerdings stiegen auch die Verbindlichkeiten von insgesamt 594 Millionen Euro in der Vorsaison auf 623,8 Millionen. Im Vergleich zu anderen europäischen Spitzenligen, die die UEFA mit der Financial-Fairplay-Regelung von ihren Schuldenbergen herunterholen will, um die Chancengleichheit in den internationalen Wettbewerben zu erhöhen, steht die deutsche Eliteklasse gut da.

Die DFL überprüft neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Vereine auch die infrastrukturellen, rechtlichen und sportlichen Kriterien. Vor allem, so Rettig, geht es darum, die Integrität des Wettbewerbs zu erhöhen. Im Herbst steht die zweite Lizenzierungsrunde an. Auch in diesem Jahr liefern die Vereine ihre Unterlagen auf den letzten Drücker ab. Nach Angaben von Möglich waren bis Donnerstag um die Mittagszeit die Papiere von nur 14 der 36 Clubs in der DFF-Zentrale in Frankfurt eingegangen. »Je näher sie an den Termin herankommen, desto verlässlicher sind die Zahlen«, erklärte Rettig.

Am 19. April fällt bei der DFL, wo zeitweise bis zu 50 Personen an dem Verfahren mitarbeiten, die erste Entscheidung über die Lizenzverfahren. Ein endgültiges Urteil muss der Lizenzierungsausschuss am 28. Mai treffen. Bisher wurde in der Geschichte der Bundesliga 18 Mal einem Verein die Lizenz verweigert (zuletzt 2000/2001 Tennis Borussia Berlin), einmal gab es einen Lizenzentzug (1993/94) Rot-Weiß Essen.

Pressemitteilung und Lizenzierungsordnung