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Bundesliga-Quartett droht Europacup-Aus

Hannover (dpa) - Böses Erwachen für die viel gelobte Bundesliga: Das unerwartet schwache Abschneiden in der Zwischenrunde der Europa-League stellt der Fußball-Eliteklasse ein schlechtes Zeugnis aus.

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Tolga Cigerci (r) kann es nicht fassen: Kapitän Martin Stranzl lässt zwei Torchancen aus. Foto: Jonas Guettler Foto: dpa

Allen vier Mannschaften droht nach den sieglosen Hinspielen ein frühes Aus, zahlreiche Abwehrschnitzer und individuelle Fehler verärgerten Trainer und Fans. Die bittere Bilanz von zwei Niederlagen und zwei Remis vergrößerte zudem den Rückstand Deutschlands in der UEFA-Fünfjahreswertung auf das zweitplatzierte England von 2,634 auf 3,064 Punkte.

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«Wir müssen einiges korrigieren», sagte Trainer Lucien Favre von Borussia Mönchengladbach nach dem 3:3 gegen Lazio Rom. Diese Aussage gilt allerdings für das komplette deutsche Quartett. Der Krisenclub VfB Stuttgart schaffte nur ein 1:1 gegen RC Genk. Hannover 96 (1:3 bei Anschi Machatschkala) und Bayer Leverkusen (0:1 gegen Benfica Lissabon) verloren ihre Partien. «Für die Zuschauer war es ein Highlight, für uns war es nicht so prickelnd», erklärte Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen, der in einem turbulenten Spiel mit drei Elfmetern und einem Platzverweis dreimal aus nächster Nähe von sträflich frei stehenden Lazio-Gegenspielern überlistet wurde.

Dadurch verpasste die Borussia eine bessere Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche in Rom. Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit gelang Libor Kozak mit seinem zweiten Treffer der 3:3-Ausgleich für Lazio. «Das darf uns nicht passieren, schon gar nicht in der Nachspielzeit», haderte Mittelfeldspieler Thorben Marx. Zuvor hatten Martin Stranzl (17./Foulelfmeter), Marx (84./Foulelfmeter) und Juan Arango (88.) für die Hausherren getroffen. Für das zwischenzeitliche 1:1 der Römer, die ohne den verletzten Nationalstürmer Miroslav Klose antraten, war Sergio Floccari (57.) verantwortlich. «Wir haben eine gute Moral gezeigt, es war ein verrücktes Spiel«, bilanzierte Favre.

Ebenfalls in letzter Sekunde gab der VfB den Sieg aus der Hand. Genks Stürmer Glynor Plet sorgte für den Ausgleichstreffer. Für die krisengeschüttelten Schwaben, die in der Bundesliga zuletzt fünfmal in Folge verloren hatten, war Christian Gentner (42.) erfolgreich. «Es ist Wahnsinn, was wir für Fehler machen«, sagte ein mächtig angefressener VfB-Trainer Bruno Labbadia.

Noch schlechter lief es für Bayer Leverkusen gegen Lissabon. Der Paraguayer Oscar Cardozo markierte in der 61. Minute per Konter das goldene Tor. «Es war ein typisches Unentschieden-Spiel. Allerdings haben wir nicht unverdient verloren», empfand Trainer Sascha Lewandowski. Bayers Sportdirektor Rudi Völler hat die Hoffnung auf den Einzug ins Achtelfinale jedoch längst nicht aufgegeben. «Wir haben nur 0:1 verloren», betonte der frühere Nationalstürmer und ergänzte: «Wir haben noch alle Chancen, auch wenn wir geknickt sind.»

Immerhin einen Auswärtstreffer erzielte Hannover 96 im Moskauer Luschniki-Stadion. Dabei hatte Szabolcs Huszti den Bundesligisten in der 22. Minute in Führung gebracht. Doch Superstar Samuel Eto'o (34.), Odil Achmedow (48.) und Moubarak Boussoufa (64.) drehten gegen die 96-Wackelabwehr das Match für Machatschkala. «Wir haben sehr viele einfache Fehler gemacht. Die Niederlage war ein Schlag ins Gesicht«, meinte Innenverteidiger Christian Schulz. «Wir haben uns noch nicht aufgegeben», sagte Trainer Mirko Slomka mit Verweis auf die Heimstärke seines Teams.

Hannover zog nicht als einzige Mannschaft gegen ein mit hoch bezahlten Stars gespicktes Team aus der russischen Liga den Kürzeren. Neben Zenit St. Petersburg (2:0 gegen den FC Liverpool) überzeugte vor allem Rubin Kazan mit dem 2:0 beim spanischen Titelverteidiger Atletico Madrid. Die Ergebnisse der russischen Troika sind umso bemerkenswerter, weil die Vereine zuletzt vor mehr als zwei Monaten ein Pflichtspiel absolviert hatten.