Martina Voss-Tecklenburg
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Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg freut sich über den Hype, den die EM für den Frauenfußball ausgelöst hat. Foto: dpa

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg hat immer noch »Bauchweh«

Palma/Madrid (dpa) - Kurz vor dem Urlaub auf Mallorca hat Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg immer noch an der Final-Niederlage gegen England zu knabbern.


»Wenn ich das Turnier als Ganzes anschaue, überwiegt die Freude. Vor allem darüber, wie wir aufgetreten sind. Die Art und Weise, wie wir das Finale verloren haben, sorgt aber immer noch für Bauchweh«, sagte die 54-Jährige in einem Interview mit der »Mallorca Zeitung«.

Voss-Tecklenburg - die am Sonntag ihren Urlaub auf Mallorca beginnt - freut sich über den Hype, den die EM für den Frauenfußball ausgelöst hat. »Jürgen Klopp hat mir geschrieben. Er kennt es ja, Endspiele zu verlieren ... Er hat mir gesagt: "Martina, bleibt auf eurem Weg. Ihr spielt einen fantastischen Fußball." Er liebt unseren Spielstil. Das von ihm zu hören, tut uns unglaublich gut. Die Fans denken, wenn das Klopp cool findet, will ich das auch unbedingt anschauen.«

Für Voss-Tecklenburg platzt durch die Pleite übrigens auch der Traum eines Eigenheims auf Mallorca. Ihr Mann Hermann Tecklenburg hatte versprochen, eine Finca zu kaufen, wenn es mit dem EM-Titel klappt. Nun hat er aber die gleiche »Erfolgsprämie« für die WM ausgeschrieben: »Da die EM wegen Corona verschoben wurde, steht die WM schon nächstes Jahr an. Das heißt, wenn wir jetzt anfangen, uns umzuschauen, könnte es zeitlich klappen«, so die Bundestrainerin, die seit vielen Jahren Urlaub auf der Insel macht.

Peter Knäbel, Sportvorstand des FC Schalke 04, hat die Bundestrainerin zuletzt auch ins Gespräch für einen Job bei den Männern in der Bundesliga gebracht. »Wir haben genügend Frauen, die das Potenzial haben, in der Bundesliga durchzustarten. Der Männerfußball muss sich öffnen«, sagte Voss-Tecklenburg dazu. »Wir sind bereit dafür. Es ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Qualität. Ich finde es traurig, dass es heute immer noch die Fragestellung gibt: Trauen Sie es ihr zu?« Vorerst will die Bundestrainerin sich aber weiter auf die Nationalmannschaft konzentrieren, mit der sie weitere Erfolge feiern will.

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