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Der heurige Berchtesgadener Advent bringt mit dem »Emmaus Rundweg« wieder etwas Neues

Bunte Laternen weisen den Weg

Berchtesgaden – Tradition und Regionalität sind zwei wichtige Schlagworte des Berchtesgadener Advents. Neben Altbewährtem gibt es für Besucher und Einheimische dieses Jahr aber auch wieder Neues zu entdecken. Das Kinderprogramm wird beispielsweise um ein weihnachtliches Puppentheater erweitert und es gibt mehrere neue Hütten. Die besondere Attraktion des kommenden Advents findet sich aber abseits von Glühweinhütten und Krippenstandl: Der »Berchtesgadener Emmaus-Rundweg«.

75 Laternen muss Werner Prünster bis zur Eröffnung des Adventsmarktes anfertigen. Die Holzkonstruktionen selbst sind größtenteils bereits fertig und verschönern derzeit seinen Garten. (Fotos: Rothenbuchner)
So sehen die fertigen Laternen aus.
Werner Prünster zeigt Brigitte Zobel, wie die Kerzen aus den Laternen genommen werden können.

Die Idee zu dem Rundweg hatten die elf Gesellschafter des Berchtesgadener Advents bereits vor einiger Zeit. In diesen Tagen laufen die letzten Vorbereitungen vor der Eröffnung. Mit tatkräftiger Unterstützung der Marktgemeinde Berchtesgaden, die sich bereit erklärt hat, bisher vom Winterdienst ausgenommene Wege, die zum Rundweg gehören, künftig zu räumen.

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Der Grundgedanke des Weges ist das Rausgehen und Entschleunigen. Weg von der Hektik des Alltags. Deshalb soll man sich Zeit nehmen, für den Weg, der mit knapp einer Stunde Gehzeit veranschlagt ist. Kinderwagen müssen allerdings zuhause bleiben, denn Teile des Rundwegs sind aufgrund der Treppen am Soleleitungsweg nicht barrierefrei. Die Stationen sind Franziskaner Klosterkirche, Christuskirche, Kalvarienberg, Kirchleitenkapelle, Pfarrkirche St. Andreas sowie die Stiftskirche St. Petrus und Johannes der Täufer. Es sind »Orte der Christusbegegnung«, die diese Strecke verbindet und auch das war eine wichtige Intention des Rundwegs. »Wir wollten einen Begegnungsweg schaffen«, sagt Brigitte Zobel, die maßgeblich an der Umsetzung beteiligt ist. Eine Begegnung mit Anderen, mit Christus und mit sich selbst. Diese Zielsetzung ist auch Hintergrund des Namens, den die Berchtesgadener Pfarreien für den Weg gewählt haben: »Emmaus-Rundweg«. »Emmaus« war ein Dorf bei Jerusalem, welches zum Inbegriff der Christusbegegnung geworden ist. Die Geschichte hierzu: Kurz nach Ostern wanderten zwei Freunde Jesu dorthin und diskutierten über die Ereignisse. Ein Ungekannter erklärte ihnen, warum der Karfreitag und Ostern notwendig waren und sie erkannten, dass es Christus war, der mit ihnen sprach.

Abends wird für die besondere Stimmung auf dem neuen Rundweg die Idee von Werner Prünster sorgen: Ein Teil des Rundwegs – insbesondere im oberen Bereich – soll während des Adventsmarkts beleuchtet werden. Von dem Bastler kommen die 75 bunten Laternen, die diese Aufgabe künftig übernehmen werden. Seit drei Wochen arbeitet der Berchtesgadener mittlerweile an den Holzlaternen, die in den Farben rot, blau, gelb, grün und orange an Eisenstangen baumeln werden. Beleuchtet werden sie mittels LED-Kerzen. Diese aktivieren sich täglich durch eine Zeitschaltuhr und flackern sogar wie richtige Kerzen. Mit einem aufklappbaren, runden Deckel an der Unterseite der kleinen Holzkunstwerke können die Kerzen übrigens herausgenommen und leere Batterien ausgetauscht werden. »I gfrei mi total. Die Arbeit an den Laternen macht mir richtigen Spaß«, sagt Prünster selbst über das Projekt. Die fertigen Laternen wird er am 25. November, einen Tag vor der Eröffnung des Berchtesgadener Advents, aufstellen.

Ganz billig ist der Rundweg jedoch nicht. 10 000 Euro kostet den Initiatoren des Berchtesgadener Advents die Umsetzung des neuen Projekts. »Es ist aber wichtig, den Adventsmarkt ständig weiterzuentwickeln«, sagt Brigitte Zobel. »Er muss nicht größer werden, nur immer schöner und besser.« Schön ist auch die Aussicht, die man vom oberen Teil des Wegs auf die Berge und den Markt hat. Den Ausblick kann man künftig übrigens nicht nur während des Advents genießen, denn der Weg soll ganzjährig begehbar sein. Lediglich die Laternen bleiben dem Weihnachtsmarkt vorbehalten.

Der »Emmaus-Rundweg« wird am Donnerstag, 26. November, um 16 Uhr eröffnet. Von der Stiftskirche ausgehend wird der Weg gemeinsam erkundet und an der Kirchleitenkapelle mit Blasmusik und einigen Worten der Pfarrer eingeweiht. Alexandra Rothenbuchner