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Bunte Musik in Schwarz-Weiß

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Das Outfit in Schwarz-Weiß, die Musik lebendig und bunt wie seit Jahrzehnten: Das »Springer«-Konzert in der Traunsteiner Kulturfabrik erfreute die Fans. Unser Bild zeigt von links Zipp, Guido Fuchs, Olli, Martin Fuchs und Günther Wimmer. (Foto: Barbara Heigl)

Der alljährliche Auftritt der »Springer« zur Jahreswende in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS ist ein musikalisches Ereignis, das einem Ohren, Herz und Verstand öffnet und somit von den Fans nicht versäumt werden möchte. Mit ihrer Musik und ihren Texten greifen die Musiker ganz ungezwungen nach dem »Großen und Ganzen«, wobei dann spannende Pop-Psychedelic-Krautrock-Gitarren-Musik herauskommt, die keinen Moment Langeweile aufkommen lässt.


»Die Springer« spannen musikalisch und auch in ihren Texten die Flügel weit auf, furchtlos und auch nach über 20 Jahren immer noch leidenschaftlich. Immer mehr wirken sie wie Kunststudenten, wenn sie sich wie eine Berufskapelle präsentieren mit schwarzer Weste, weißem Hemd und schwarzer Hose und ein etwas ominös wirkender Freund mit Namen Olli aus Düsseldorf seltsam emotionslose Ansagen macht und wie ein stummer Diener während des ganzen Konzertes am hinteren Bühnenrand sitzt. Das hat etwas von einer Theaterinszenierung und erinnert fast schon an »Warten auf Godot«.

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Sie inszenieren sich da ganz konsequent und sehr verspielt, klingen sexy und sind gleichzeitig philosophisch. Die Ohren zwirbelt es einem noch mal mehr auf, wenn Günther Wimmer, Sänger und Bassist der Band, und Martin Fuchs am Schlagzeug und am Mikrofon ihre hymnischen Gesänge mit ordentlich Hall aus der Steckdose in den Raum schleudern, als wollten sie eine Halle beschallen. Und weil die Beiden dabei auf der selig machenden Wolke der Zweistimmigkeit sitzen und wissen, wie man ordentlich Gas gibt, ist das ein wahrer Ohrenschmaus. Gesangstechnisch vom Feinsten. Dank der ausgefeilten Tontechnik ist die auf musikalischen Bombast-Klang ausgesteuerte Anlage in der Lage, den Klang so abzurunden, dass es diesbezüglich auch keine Beschwerden geben kann.

Das sehr zahlreich erschienene Publikum – die meisten davon wahrscheinlich seit Jahren Springer-Fans – war begeistert, darunter auch die anwesenden Kinder, die ganz genau geschaut haben, weil Guido Wimmer an der von ihm famos gespielten Leadgitarre ihr Gitarrenlehrer ist.

Bei einem »Springer«-Konzert kann man auch immer sicher sein, dass alle Lieblingslieder gespielt werden, Songs wie »Licht«, »Nimm mich mit«, »Unser Song« und »Hymne«, alles eigene Lieder, die man immer wieder hören will und kann. Der Klang des Keyboards, das von Zipp gespielt wurde, funkelte und strahlte mit farbenfrohen Tönen der Lead-Gitarre um die Wette. Drei Zugaben wurden eifrig erklatscht. Barbara Heigl