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Buttnmandl müssen sich Corona beugen – Lauf der »Struber Jager« abgesagt

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Bischofswiesen: Buttnmandllauf wegen Corona abgesagt – Gebirgsjäger müssen sich dem Virus beugen
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Die Glocken und die Kramperllarven des Gebirgsjägerbataillons 232 müssen in diesem Jahr im Schrank bleiben. Die Organisatoren (v.l.) Stabsfeldwebel Sepp Pfnür, Kommandeur Oberstleutnant Martin Sonnenberger, Oberstabsfeldwebel Hans Denk und Stabsfeldwebel Joachim Schwab müssen auf das nächste Jahr warten. (Foto: Helmut Wegscheider)

Bischofswiesen – »In der derzeitigen Situation macht es absolut keinen Sinn, den traditionellen Buttnmandllauf von der Gebirgsjägerkaserne in den Markt Berchtesgaden durchzuführen«, erklärt der Kommandeur der »Struber Jager« Oberstleutnant Martin Sonnenberger durchaus traurig und enttäuscht.


In der Tat sei es nicht vertretbar, in der aktuellen Coronazeit einen solchen Menschenauflauf zu verursachen. Gerade beim Öffnen des Tores und dem Ausmarsch vom Nikolaus mit seinem Gefolge aus der Kaserne sind Hunderte Besucher vor Ort und eine Ansteckungsgefahr kann bei einer solchen Menschenansammlung nicht ausgeschlossen werden.

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Die Entscheidung gegen einen Buttnmandllauf ist nicht leicht gefallen und Oberstleutnant Sonnenberger und Bürgermeister Franz Rasp aus Berchtesgaden haben sich diese auch möglichst lange offen gehalten.

»Ich finde es sehr schade, dass es nicht durchgeführt werden kann, aber es ist in meinen Augen die richtige Entscheidung. Wir können das Risiko nicht eingehen, da sind der Kommandeur und ich einer Meinung«, so der Marktbürgermeister. Gerade wegen des hohen Infektionsgeschehens in Deutschland, auch in der näheren Umgebung, gab es aus seiner Sicht keine Alternative.

Dies ist heuer erst die zweite Absage des Buttn-mandllaufes der Soldaten seit 1962. In den 1990er Jahren musste die Traditionsveranstaltung wegen eines Todesfalles einmal ausfallen. Sie findet Zuspruch bei allen Teilen der Bevölkerung. Vor allem die Kinder kommen gerne zum Nikolaus des Bataillons, denn es gibt unter anderem immer Süßigkeiten von den Engerln.

Nicht nur Kommandeur Martin Sonnenberger kann sich mit der Absage in diesem Jahr noch immer nicht anfreunden, sondern auch Sepp Pfnür, der den Umzug vom Nikolaus mit seinen Buttnmandln, Ganggerln, Engerln, den Tragtieren vom Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen in Bad Reichenhall und den Musikern schon seit Jahren organisiert.

»Es fällt uns keineswegs leicht, heuer alles abzusagen, aber ich glaube schon, dass die Entscheidung auch bei den Leuten als richtig angesehen wird. Somit gibt’s halt heuer keinen Nikolaus, der aus der Kaserne geht, weil es halt einfach zu gefährlich wäre«, so Pfnür, der sich mit seinen Helfern Oberstabsfeldwebel a.D. Hans Denk und Stabsfeldwebel a.D. Joachim Schwab seit Jahren um das Organisatorische beim Umzug der Bundeswehr-»Bass« kümmert.

OTL Martin Sonnenberger bedankt sich trotz des Ausfalls bei allen Unterstützern, die seit Jahren zu einem guten Gelingen des Buttnmandl-Laufes der Bundeswehr mit beigetragen haben. »Ohne die Mithilfe der Patengemeinden aus dem Talkessel, der Gemeinde Neuötting und der Unterstützung der lokalen Firmen wäre ein Nikolaus­umzug in dieser Form nicht durchführbar und wir hoffen sehr, dass sich die Lage bis zum nächsten Jahr ändert und wir wieder anklopfen dürfen«, so der Kommandeur, der auch im nächsten Jahr wieder dabei sein will.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage wieder normalisiert und viele im nächsten Jahr vor der Kaserne warten, wenn sich um Punkt 14 Uhr das Tor öffnet und der Nikolaus mit seinem Gefolge die Jägerkaserne verlässt. hw