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BVB bezahlt vor dem Gipfel »Lehrgeld«

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Gegen Fortuna tat sich der BVB schwer. Lukasz Piszczek (l) wird vom Düsseldorfer Lambertz attackiert. Foto: Kevin Kurek Foto: dpa

Dortmund (dpa) - Der Rückschlag zur Unzeit dämpfte die Vorfreude auf den Gipfel. Missmutig und müde kommentierten die Dortmunder Profis das ernüchternde 1:1 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf.


Die Umstellung von Erlebnis- auf Verwaltungsfußball kostete nicht nur wichtige Punkte, sondern auch Rückenwind für das Kräftemessen am Samstag bei Tabellenführer Bayern München. Innenverteidiger Neven Subotic kündigte eine Trotzreaktion an: »Nach nicht so gelungenen Spielen haben wir stets eine positive Reaktion gezeigt. Das ist unser Markenzeichen.«

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Anders als zuletzt ließen es die von Trainer Jürgen Klopp noch wenige Tage zuvor als »Mentalitätsmonster« gelobten BVB-Profis ungewohnt emotionslos angehen. Von der eigentlichen Stärke des deutschen Meisters - dem gnadenlosen Pressing und Umschaltspiel - war nichts zu sehen. Zudem wähnten sich alle Beteiligten nach dem 1:0 von Jakub Blaszczykowski (43. Minute) bereits in Sicherheit und wurden für ihre Passivität von Stefan Reisinger (78.) bestraft. »Wir haben uns verzockt und Lehrgeld gezahlt«, räumte Subotic ein.

Ohne die angeschlagenen Kreativkräfte Ilkay Gündogan und Mario Götze mangelte es an Ideen, um das Düsseldorfer Bollwerk zu knacken. Zwar blieb der Double-Sieger auch im neunten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen, brachte sich aber um eine bessere Ausgangsposition für das Gigantentreffen beim Rekordmeister. »Daraus brauchen wir aber keine Krise zu machen«, kommentierte Sebastian Kehl. Dennoch machte der Kapitän keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Kehl: »Jeder wird sich die Frage stellen müssen: Habe ich alles gegeben?«

Viel deutet darauf hin, dass der Meister die erfolgreiche Titelverteidigung bereits abgeschrieben hat. »Dass die Bayern derzeit einen sehr konstanten Fußball spielen, können wir auch in Dortmund sehen«, sagte Kehl. Statt über den großen Rückstand auf den Spitzenreiter aus München redeten die Borussen über den Abstand zu den am 14. Spieltag gestrauchelten Verfolgern aus Gelsenkirchen und Frankfurt. »Wir haben die Chance nicht genutzt, uns von diesen Clubs abzusetzen. Das ist ärgerlich«, klagte Sportdirektor Michael Zorc.

Auf die Spekulationen, er habe die Stammkräfte Mats Hummels, Götze und Gündogan für die Partie in München geschont, reagierte Klopp bereits vor dem Anpfiff mit Unverständnis. »Nee, das hat nichts mit Rotation zu tun.« Eine schnelle Genesung des Trios tut not. Zwar verfügt der BVB über eine konkurrenzfähige erste Elf, im Gegensatz zu den Bayern aber nicht über einen durchgehend hochwertig besetzten Kader. Das wurde gegen Düsseldorf erneut deutlich.

Besser als die Dortmunder bewältigten die Gäste ihr Verletzungspech. Obwohl die Startelf im Vergleich zum 2:0 über Hamburg gar auf vier Positionen umgestellt werden musste, schlug sie sich prächtig. »Das war zwar unser letztes Aufgebot - aber das bezieht sich nicht auf die Qualität«, befand Fortuna-Vorstandschef Peter Frymuth.

Der überraschende Punktgewinn des Aufsteigers beim Meister wurde stürmisch gefeiert, konnte Wolf Werner jedoch nicht vollends besänftigen. Als Kapitän Andreas Lambertz vor einer TV-Kamera zur Analyse des Spiels ansetzte, wurde ihm vom Fortuna-Manager das Wort entzogen. »Wir geben kein Interview bei Sky. Die haben uns nur niedergemacht«, erklärte Werner und wies dem verdutzten Profi den Weg Richtung Kabine.

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