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Bytyqi-Festspiele im Nonner Stadion

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Beinharter Zweikampf zwischen Bad Reichenhalls Matteo Bernard (r.) und Bischofswiesens Markus Koller. (Foto: Bittner)

Bad Reichenhall – Es war ein seltenes Schauspiel, Samstagnachmittag im Nonner Stadion: Keine Zitterpartie am Ende für den TSV Bad Reichenhall, stattdessen ein 6:0-Kantersieg gegen den FC Bischofswiesen in der Kreisklasse 4. Die letzten beiden Tore sah von den zunächst gut 100 Zuschauern fast niemand mehr. Denn in den Schlussminuten fegte ein Gewittersturm über den Platz, der die meisten ins Stadionstüberl fliehen ließ.


Ohne den angeschlagenen Sebastian Vorberg taten sich die Gäste vom Riedherrn bei zunächst nur leichtem Regen schwer, in die Partie zu finden. Im ersten Durchgang erreichte die Elf von Coach Sebastian Parma ganze zweimal den gegnerischen Strafraum, gefährlich wurde es für TSV-Goalie Robert Töpel dabei nicht. Ganz anders die Kurstädter, die in ihrem letzten Heimspiel von Minute eins ein enormes Tempo hinlegten und sich sofort belohnten: Querpass Ioan Maris raus auf Ismet Bytyqi, Schlenzer aus 18 Metern ins entlegene Kreuzeck – 1:0, noch waren keine 100 Sekunden rum. Und Reichenhall machte genauso weiter, ließ Bischofswiesen keine Luft zum Atmen. Daniel Haas spielte auf Ioan Maris tief, der das Leder an den Pfosten bugsierte (18.). Zehn Minuten später fiel das 2:0. Ecke Fabian Rappel – er feierte am Spieltag seinen 28. Geburtstag – Bischofswiesen kann nur zur Seite klären. Die Kugel kommt zu Florian Huber, der mustergültig den Kopf von Simon Kowarsch findet, erneut rauscht das Leder über FCB-Keeper Christoph Renoth hinweg ins Kreuzeck (28.).

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Die Halbzeitführung der Huber-Crew war hochverdient. Dennoch gab es im gelb-schwarzen Lager Befürchtungen, dass ein rasches Gegentor erneut eine Zitterpartie heraufbeschwören könnte. Und tatsächlich hätte Bischofswiesen das Anschlusstor sofort nach Wiederbeginn machen können: Fabian Motz mit dem ersten echten Torschuss (46.) und Christoph Gruber via Freistoß (47.) testeten Robert Töpel, der fehlerfrei blieb. Gleich im Anschluss war wieder Reichenhall am Drücker: Ismet Bytyqi musste alleingelassen das 3:0 machen, hob die Kugel aber knapp drüber (48.). Und nach einer Stunde köpfte Maris ebenfalls völlig frei Goalie Renoth an, nachdem der eingewechselte Marko Schmitzberger auf Bytyqi in die Tiefe gepasst und dieser eine Super-Flanke zentral vors Tor gebracht hatte. Dazwischen ließ Christoph Gruber noch eine sehr gute Gelegenheit für den noch nicht gesicherten FCB aus (58.).

Die vielen vergebenen Möglichkeiten auf TSV-Seite rächten sich diesmal nicht, weil Bischofswiesen hinten überfordert war: Schmitzberger spielte erneut tief auf die vermeintlich im Abseits stehenden Maris und Bytyqi, die sich fast noch gegenseitig behinderten. Bytyqi lupfte schließlich, Renoth war noch dran, doch das Leder fiel ihm hinten ins Netz – 3:0 (64.). Die ehemalige FIFA-Schiedsrichterin Patricia Simona Samsudean aus Rumänien gab den Treffer trotz massiver Gäste-Proteste. Fast vom Anstoß weg lenkte Töpel einen guten Weitschuss von FC-Kapitän Sebastian Koller mit den Fingerspitzen an die Latte – es hätte nochmals eng werden können. Doch auch der eingewechselte Christoph Fischer schoss allein vor dem Tor daneben. Bischofswiesen verzweifelte und ergab sich mit Beginn des Gewittersturms seinem Schicksal, Reichenhall nutzte die Räume zu drei weiteren Treffern: Nachdem Bytyqi und Schmitzberger frei vor Renoth noch an diesem gescheitert waren, ließ Bytyqi dann doch mühelos einen Kracher an die Lattenunterkante folgen – 4:0 (75.). Das Lob gebührte Vorbereiter Ioan Maris, der sich sagenhaft gegen fünf FCler durchgesetzt hatte. Mit einem lupenreinen Zweite-Halbzeit-Hattrick gelang Bytyqi sein insgesamt viertes Tor in dieser Partie zum 5:0 (87.), Schmitzberger hatte es ihm aufgelegt. Drei Minuten drauf gestaltete sich das Spiel genau andersrum: Bytyqi ohne Gegenwehr auf Schmitzberger – 6:0 (90). Hans-Joachim Bittner