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»Carmina Burana« zum Feuerwerk

Zum zehnten Mal brannte der Thumsee. Die Bad Reichenhaller Philharmonie lud zu ihrem beliebten Open-Air-Konzert, und Tausende Zuschauer kamen. Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung stand Carl Orffs berühmte »Carmina Burana«. Gesanglich unterstützt wurden die Philharmoniker von den Münchnern Arcis-Vocalisten.

Rund 8000 Zuschauer verfolgten die Aufführung der Reichenhaller Philharmonie, so viele wie noch nie. Weitere Bilder finden Sie unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto: Thoma-Bregar)

Schon seit Tagen versprachen die Wettervorhersagen perfektes Sommerwetter. Die übliche Zitterpartie, ob »Der Thumsee brennt« stattfindet oder nicht, fiel endlich einmal weg. Angesichts der Menschenmaschen, die den Thumsee regelrecht stürmten, ging dem Intendanten Stephan Hüfner das Herz auf. Bis hinauf zum Waldrand breiteten die Gäste ihre Decken aus und ließen es sich beim mitgebrachten Picknick gut gehen.

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Den Startschuss für das Jubiläumskonzert gab Pater Peter Demmelmair, Vorsitzender des Vereines Bad Reichenhaller Philharmonie. Der Gefangenenchor aus »Nabucco« und ein Potpourri aus dem »Phantom der Oper« waren zwei der Höhepunkte in der ersten Spielhälfte. Nach der Pause ging es mit Carl Orffs berühmter »Carmina Burana« weiter.

Beim Publikum kam das Jubiläumsprogramm hervorragend an, auch Dirigent Christoph Adt genoss die unglaublich gute Stimmung in vollen Zügen. »'Carmina Burana' ist in Bayern immer beliebt, und bei diesem tollen Ambiente macht es sich einfach wunderbar«, schwärmte er im Anschluss an das Konzert.

Nicht nur atmosphärisch sei ein Open-Air-Konzert etwas völlig anderes als in einem geschlossen Raum zu spielen, erklärte Adt. Auch künstlerisch gebe es einen Unterschied, weil man technisch verstärkt wird. »Da muss man anders spielen, man darf nicht so in die Spitzen gehen, man darf aber auch nicht zu leise spielen. Da muss man nivellieren und trotzdem differenziert bleiben.«

Zu den letzten Musikklängen von »Carmina Burana« legte dann Sprengmeister Roman Winkler vom gegenüberliegenden Ufer los und ließ zusammen mit seinen Söhnen und diesmal sogar von zwei unterschiedlichen Standpunkten aus eine Rakete nach der anderen über dem Thumsee brennen. Als Zugabe spielte die Philharmonie dann noch einen Walzer, der etliche Gäste vor das Zelt zum Tanzen lockte. Unter riesengroßem Applaus entließ das Publikum die Musiker schließlich in den Feierabend.

Zurück blieb ein überwältigender Intendant: »Sie sehen mich sehr glücklich, das zehnte Mal hat so funktioniert, wie es immer sein soll, stabile Wetterlage, glückliche Gäste, gut aufgelegte Musiker, heute sogar mit Chor.« Auf die Frage, ob man so etwas überhaupt noch toppen könne, lautete seine klare Antwort: »Wir müssen überhaupt nichts toppen. Wir hatten zehn tolle Jahre und immer besondere Highlights. Wir sind das philharmonische Kurorchester und das Kulturorchester von Südostoberbayern. Wir sind wir und müssen nicht jedes Jahr ein noch größeres Event machen. Wichtig ist, dass am Thumsee immer die philharmonische Kurmusik im Vordergrund stand und der Verweis auf unseren Alltag und unsere Arbeit gegeben ist.«

Am 27. Juli steht für die Reichenhaller Philharmonie schon der nächste große Open-Air-Auftritt an: Erstmals werden sie auf der Waldbühne in Piding spielen, und zwar eine Mischung aus alpenländischer und klassischer Musik. Für Dirigent Christoph Adt ist es ein noch recht unbekanntes Feld, aber er freut sich schon jetzt: »Ich nähere mich dieser Musik seit ein paar Jahren und habe mittlerweile einen Riesenspaß dran.« kb