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Cass McCombs: Singer-Songwriter mit großer Zukunft

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Cass McCombs
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Cass McCombs wartet noch auf den ganz großen Durchbruch. Foto: Anti/Silvia Grav Foto: dpa

Was tun, wenn im Songwriter-Genre eigentlich schon alles gesagt und ausprobiert wurde? Jüngere Vertreter wie der Kalifornier Cass McCombs kennen sich zwar in der Vergangenheit bestens aus, kleben aber zum Glück nicht sklavisch am Sound ihrer Vorbilder.


Berlin (dpa) - Für nordamerikanische Singer-Songwriter sind die Schatten der Rock-Historie lang. Es ist gar nicht so leicht, sich von Säulenheiligen wie Bob Dylan, Bruce Springsteen oder Neil Young zu emanzipieren.

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Doch einigen jüngeren Vertretern der Zunft gelingt es derzeit ganz gut - beispielsweise Cass McCombs. Die »New York Times« nannte ihn zuletzt »einen der größten Songautoren seiner Zeit«.

Mit einer Reihe hochwertiger, wenn auch noch etwas sperriger Alben seit seinem Studiodebüt »A« (2003) hatte es der Kalifornier vor einigen Jahren geschafft, in die oberste Geheimtipp-Liga aufzusteigen. Das neue Werk »Tip Of The Sphere« (Anti-) bestätigt nun, was der tolle Vorgänger »Mangy Love« (2016) vermuten ließ: McCombs ist einer, der dem Songwriter-Genre neue Impulse gibt.

Oberflächlich klingt es nach Folkrock, was der 41 Jahre alte Musiker macht. Doch eigentlich ist diese Stil-Schublade zu eng. Denn auch verträumter Psychedelic-Pop (»Estrella«, »Sidewalk Bop After Suicide«), jazzige Balladen (»Absentee«), afrikanische Rhythmen (»Real Life«), Westcoast-Harmonien (»Prayer For Another Day«) und ein eher sprödes Spoken-Word-Stück (»American Canyon Sutra«) haben in der sehr abwechslungsreichen knappen Stunde Spielzeit ihren Platz.

»Tip Of The Sphere« wurde mit kleiner Band in einem Brooklyner Studio aufgenommen - was den Liedern eine sehr spielerische, unmittelbare Atmosphäre verleiht. »Ich mag es, wenn man die Atmosphäre im Raum hört und die Interaktion zwischen den Musikern«, sagte McCombs dem Deutschlandfunk. »Wir versuchen das auch, alles so live wie möglich.«

Der Song »Sleeping Volcanoes« etwa straft alle Skeptiker Lügen, die behaupten, Gitarrenrock sei von vorgestern. Mit dem zehnminütigen »Rounder« schließlich - von Steel-Gitarre und einem tollen Piano-Solo gekrönt - gesellt sich McCombs endgültig in die erste Reihe jüngerer Singer-Songwriter aus den USA. Dort wartet er - zusammen mit Steve Gunn, Kevin Morby, Kurt Vile oder Andrew Bird, um ein paar andere Namen zu nennen - auf den längst verdienten großen Durchbruch.

Konzerte von Cass McCombs: 29.5. Berlin, 31.5. Hamburg

Website Cass McCombs

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