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Cecilia Bartoli bleibt Leiterin

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Nach den erfolgreichen Pfingstfestspielen ist der Vertrag mit Cecilia Bartoli als künstlerische Leiterin bis 2026 verlängert worden. (Foto: Kristina Schuller/Decca)

11 400 Besucher aus 49 Nationen und eine Gesamtauslastung von 99 Prozent ist die erfreuliche Bilanz der Pfingstfestspiele 2019. Dazu kamen 89 Journalisten aus 17 Ländern. Es waren die achten Pfingstfestspiele, die Cecilia Bartoli künstlerisch leitete. Jetzt hat das Kuratorium nicht nur den Vertrag von Intendant Markus Hinterhäuser bis 2026 verlängert, sondern ebenso von Cecilia Bartoli, die bis 2026 künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele bleiben wird. »Cecilia hat mit Freuden zugesagt«, erklärte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Und Bartoli selbst meinte dazu: »Die Vertragsverlängerung bis 2026 soll auch neuen Projekten im Bereich der Jugendförderung Raum geben, sodass sich die Vision der von der Bühne getragenen, alternden Intendantin hoffentlich nicht erfüllen möge.«


Bei den eben zu Ende gegangenen Pfingstfestspielen 2019 erwiesen sich »Voci celesti – Himmlische Stimmen« im Andenken an die Zeit der großen Kastraten als äußerst erfolgreich. Begeisterten Applaus ernteten alle Aufführungen: die Händeloper »Alcina« in der Regie von Damiano Michieletto mit Cecilia Bartoli in der Titelpartie, ebenso Nicola Porpras »Polifemo« mit Max Emanuel Cencic, das Galakonzert »Farinelli & Friends«, Antonio Caldaras Oratorium »La morte d’Abel« und das geistliche Konzert mit Pergolesis »Stabat Mater«. Auch die Podiumsdiskussion rund um das Thema Kastraten fand großen Zuspruch.

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Unter dem Titel »La couleur du temps – Die Farbe der Zeit« werden die Salzburger Pfingstfestspiele vom 29. Mai bis 1. Juni 2020 stattfinden. Von der Epoche der Kastraten schwenkt das Thema nun zur großen Primadonna Pauline Viardot-Garcia, deren Leben als Sängerin, Musikbotschafterin Europas, exzellente Pianistin und Komponistin 2020 im Zentrum des Pfingstprogramms stehen wird.

Mit Isabella Colbran, Giuditta Pasta oder Maria Malibran und deren jüngerer Schwester Pauline Viardot-Garcia rückte die »Primadonna« ins Licht der Aufmerksamkeit. Der berühmte Sänger und Gesangspädagoge Manuel García unterrichtete seine Töchter, von denen vor allem Pauline Viardot-Garcia eine nachhaltige Wirkung auf die Kultur Europas ausübte.

Cecilia Bartoli tritt in ihre Fußstapfen, wenn sie erstmals die Rolle der Norina in Gaetano Donizettis Opera buffa »Don Pasquale« singt. Die Neuinszenierung wird von Moshe Leiser und Patrice Caurier in Szene gesetzt. Neben Bartoli singen Peter Kálmán, Nicola Alaimo und Javier Camarena. Zudem dokumentiert ein Arienkonzert die »École classique« als Hommage an Pauline Viardot-Garcia. Es singen die Mezzosopranistin Varduhi Abrahamyan und Bartoli als »special guest«. Beide Male liegt die musikalische Leitung, wie schon bei der diesjährigen »Alcina«, in Händen von Gianluca Capuani an der Spitze von »Les Musiciens du Prince-Monaco«.

Das »geistliche Konzert« bringt das Requiem von Gabriel Fauré zu Gehör sowie Johannes Brahms' »Rhapsodie«. John Eliot Gardener dirigiert den »Monteverdi Choir & Soloists«. Die Mezzosopranistin Vivica Genaux ist in einer szenischen »Liedermatinee« mit Carlos Aragón am Klavier zu erleben.

138-mal stand Pauline Viardot als weiblicher Orphée auf der Bühne. In der Salzburger Aufführung von Hector Berliozs »Orphée« übernimmt Marianne Crebassa diese Rolle. Der Hamburger Ballettchef John Neumeier wird die Bühnenversion dieser mythologischen Handlung in die Ballettwelt der Gegenwart übertragen. Gianluca Capuano dirigiert die Camerata Salzburg und den Bachchor. Den Abschluss bildet ein Festkonzert mit dem Titel »Une affaire de famille«, bei dem die ganze García-Dynastie gewürdigt wird. Elisabeth Aumiller