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Chinesisches Jugendorchester begeisterte Teisendorfer

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Sechs »Geigenmusiken« wurden gebildet. Diese hier spielte mit Musikschulleiter Manfred Perchermeier an der Gitarre den »Kikeriki«. (Foto: Mergenthal)

Eine musikalische interkulturelle Begegnung gab es nun in Teisendorf: Bei einem Workshop setzte sich das Jugendorchester »Golden Sail« aus Peking mit dem Thema »Mozart und die Volksmusik« auseinander. Die »Organisation für Internationale Kontakte« hatte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Musikschule Teisendorf organisiert. Das Ergebnis des Workshops präsentierten die chinesischen Gäste neben anderen Werken von Mozart, Händel, Flotow und Offenbach nun in der Schulaula einem begeisterten Publikum.


Nach der Begrüßung durch den Teisendorfer Musikschulleiter Manfred Perchermeier sagte dessen chinesischer Kollege Yang Hu: Bereits vor zehn Jahren sei er im Rahmen eines Kulturaustausches als Student im Berchtesgadener Land gewesen. »Die schöne Landschaft hier ist für mich immer unvergesslich geblieben.« Er äußerte die Hoffnung, dass die schöne Gegend und die »wohlklingende Musik« die Herzen der chinesischen Musikschüler erreichen und ihnen, »falls sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens auf Schwierigkeiten stoßen sollten, Trost und Motivation spenden«.

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Als Geschenk für Schulleiterin Michaela Märzendorfer und Musikschulleiter Perchermeier hatte die chinesische Delegation zwei von einer jungen Orchestermusikerin gemalte Kalligraphie-Banner mitgebracht. Sie verrieten, dass Zufriedenheit und Harmonie glücklich macht.

Eine Brücke zwischen dem Rupertiwinkel und China schlug das Projekt, an dem auch die Musiklehrer Hildegard Ruf aus Bad Reichenhall, Alexander Krins aus Traunwalchen und Simon Nagl aus Ruhpolding mitwirken, durch den auch in China bestens bekannten Wolfgang Amadeus Mozart. »Denen brauche ich über Mozart nicht viel zu erzählen«, habe er sich beim Blick ins Pekinger Repertoire gedacht, verriet Perchermeier. Außer vielleicht eine Kleinigkeit: dass Mozart ein »musikalischer Grenzgänger« war, der »auch mit beiden Beinen auf unserem Heimatboden stand«.

So wählte die Musikschule mit Unterstützung des Volksmusikanten Sigi Ramstötter sechs alpenländische Volkstänze aus. Es wurden sechs Geigenmusik-Ensembles gebildet, die jeweils einen Tanz einstudierten. Diese Tänze bildeten den Rahmen des Abendprogramms, das mit dem Hüatamadl, dem Kikeriki und der Kuckuckspolka eröffnet wurde und mit dem Italiener, der Ennstaler Polka und der auf vier Celli gespielten »Woaf« ausklang. Es machte Freude, zu beobachten, wie sich die Kinder in die ihnen völlig fremde Kultur einfühlten. Am nächsten Tag wurden diese Tänze bei einem Heimatabend im Haus Chiemgau, den die Teisendorfer Trachtler mitgestalteten, auch von Gästen und Gastgebern zusammen getanzt.

Simon Nagl studierte mit den 25 Orchestermusikern, die von zehn Erwachsenen begleitet wurden, ergänzend sechs anmutige, facettenreiche Mozart-Menuette ein. Die Spielfreude bei der Präsentation dieser kleinen musikalischen Juwelen zwischen Klassik, höfischem Tanz und bodenständiger Volksmusik war allen Mitwirkenden anzumerken.

Weitere Werke hatte das Orchester bereits daheim in Peking perfekt einstudiert. Sie wurden vom Pekinger Musiklehrer »Mr. Zero Man« mit viel Schwung dirigiert: Die »Kleine Nachtmusik« von Mozart, eine Sarabande von Georg Friedrich Händel, »The Last Rose Of Summer« von Friedrich von Flotow und »I Vow To Thee, My Country« von Gustav Holst, ein lautmalerisches, atmosphärisches Stück, das die Streicher mit breitem, satten Strich klangvoll darboten. Perchermeier strich den Bass mit. Sehr gut kam das chinesische Volkslied »Jasmin« an, ebenso wie die romantische »Barcarole« von Jacques Offenbach.

Bei der Zugabe aus »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach klatschten alle mit. Danach wurden viele Geschenke und Dankesworte ausgetauscht. Von Perchermeier bekam jeder junge Musiker einen Musiker-Bleistift mit Magnet geschenkt. Veronika Mergenthal