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Chronologie: Der lange Weg zur Tortechnologie

Zürich (dpa) - Seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert der Welt-Fußball über die Einführung technischer Hilfsmittel. Zuerst war die Technik nicht ausgereift, dann zu teuer. FIFA-Chef Joseph Blatter war bei dem schwierigen Thema auch lange unentschlossen.

22. Februar 2000: FIFA-Präsident Joseph Blatter spricht sich gegen den grundsätzlichen Video-Beweis aus. Tor-Technologie soll aber getestet werden.

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14. März 2003: Blatter schließt die Einführung einer Torkamera nicht aus: «Wenn wir ein System finden, das zuverlässig anzeigt: Tor ja, Tor nein - dann findet das meine Unterstützung.»

11. Mai 2005: Blatter kündigt an, den Chip-Ball bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland einzuführen.

16. September bis 2. Oktober 2005: Bei der U-17-WM in Peru wird der Chip-Ball zum ersten Mal unter Wettbewerbsbedingungen getestet.

5. Dezember 2005: Die FIFA erklärt in Leipzig, der Chip-Ball werde nicht bei der WM in Deutschland eingesetzt.

Sommer 2007: Das Überwachungssystem «Hawk-Eye» kommt bei den U-20- und U-17-Weltmeisterschaften in Kanada und Südkorea zum Einsatz.

Dezember 2007: Bei der Club-WM in Japan wird der Chip-Ball erneut getestet. Die Ergebnisse sind offenbar nicht überzeugend.

8. März 2008: Das FIFA-Regelkomitee IFAB stimmt gegen eine elektronische Torüberwachung und für die Einführung von Torrichtern, die in der Europa-League-Saison 2009/2010 zum Einsatz kommen.

6. März 2010: In Zürich erklärt die FIFA, von Tor-Technologien endgültig Abstand zu nehmen. Präsident Blatter begründet die Absage mit den hohen Kosten.

27. Juni 2010: Im Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika prallt ein Lattenschuss von Englands Frank Lampard deutlich hinter der deutschen Torlinie auf. Der Schiedsrichter lässt weiterspielen. Zwei Tage später schließt FIFA-Präsident Blatter die Einführung von technischen Hilfsmitteln im Fußball nicht mehr aus.

26. August 2010: UEFA-Präsident Michel Platini spricht sich in Monaco gegen jede Art von Torlinien-Technologie aus.

20. Oktober 2010: Wegen der Fehlentscheidungen bei der Fußball-WM votiert das IFAB dafür, Torlinien-Technologien zu testen.

27. März 2011: FIFA-Chef Blatter kündigt im französischen Fernsehen an, dass bei der WM 2014 in Brasilien technische Hilfsmittel zur Unterstützung der Schiedsrichter eingesetzt werden sollen.

3. März 2012: Das IFAB einigt sich, dass Torlinien-Technologien bereits bei der Club-WM in Japan im Dezember 2012 und beim Confed-Cup 2013 in Brasilien zum Einsatz kommen könnten.

16. Mai 2012: Die FIFA testet erstmals die Torkamera «Hawk-Eye» im Finale des Hampshire FA Senior Cups in England.

20. Juni 2012: Im Vorrunden-Spiel der EM wird trotz der zusätzlichen Torrichter ein Treffer der Ukraine gegen England nicht anerkannt. Das osteuropäische Land scheidet aus. FIFA-Chef Blatter twittert, die Torlinien-Technologie sei «eine Notwendigkeit».

30. Juni 2012: In Kiew hält das UEFA-Exekutivkomitee trotz des Torrichter-Fehlers während der EM-Vorrunde an seinem Nein zu technischen Hilfsmitteln im Fußball fest.

5. Juli 2012: Das IFAB beschließt den Einsatz technischer Hilfsmittel für die Club-WM im Dezember in Japan, den Confederations Cup 2013 und die WM 2014 in Brasilien. Die Verbände sollen selbst über den Zeitpunkt der Einführung entscheiden. Genehmigt wurde auch der weitere Einsatz von Torrichtern.

22. Oktober 2012: Die Hersteller der beiden Systeme «Hawk-Eye» und «GoalRef» unterschreiben jeweils ein Lizenzierungsabkommen mit der FIFA.

6. bis 16. Dezember 2012: Bei der FIFA-Club-WM werden die beiden Systeme «Hawk-Eye» und «GoalRef» einem Härtetest unterzogen.

19. Februar 2012: Die FIFA kündigt an, Torlinien-Technologie beim Confederations Cup 2013 und der WM 2014 jeweils in Brasilien einsetzen zu wollen. Welche Technik den Zuschlag bekommt, soll Anfang April entschieden werden.