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Chronologie: Kinder als Opfer von familiärer Gewalt

Berlin (dpa) - Die Zahl der in ihren Familien getöteten Kinder ist Kriminologen zufolge seit Jahren konstant - auch wenn sich die Beispiele derzeit zu häufen scheinen. Mit dem jüngsten Fall in Berlin starben allein im August bundesweit 19 Menschen bei Familiendramen.

Familiendrama in Ilsede
Ein Ermittler fotografiert am 15.06.2012 im niedersächsischen Ilsede ein Reihenhaus, in dem vier Kinder zu Tode kamen. Foto: Jochen Lübke Foto: dpa

Häufige Motive sind Frust über das Ende einer Beziehung, Streit um das Sorgerecht oder finanzielle Probleme. Ein Rückblick:

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21. August 2012: In einer Wohnung in Neuss (Nordrhein-Westfalen) finden Polizisten die Leichen einer 26-Jährigen, ihrer Tochter (8) und ihres Sohnes (4). Der Familienvater war am Mittwoch noch auf der Flucht. Die Frau wollte sich möglicherweise von ihrem Mann trennen.

17. August: Im Emmering (Oberbayern) erstickt eine 38 Jahre alte Mutter ihre 4 und 6 Jahre alten Söhne und erhängt sich. Der Vater findet die Leichen. Über die Hintergründe ist bisher nichts bekannt.

11./12. August: Familiendrama im Allgäu: Ein Vater (44) tötet seine 4 und 10 Jahre alten Söhne und erhängt sich an einem Bagger. Ehefrau und eine Tochter sind ahnungslos. Als Tatmotiv vermuten die Ermittler familiäre Probleme.

11. August: Polizisten finden in einer Essener Wohnung die Leichen einer 41-Jährigen und ihrer 7 Jahre alten Tochter. Ersten Ermittlungen zufolge tötete die Mutter das Kind und nahm sich selbst das Leben. Der getrennt lebende Vater hatte die Polizei informiert.

9. August: Ein psychisch Kranker ersticht in Oberhausen den 8 Jahre alten Sohn seiner Freundin. Laut Polizei leidet der Mann unter Depressionen und Angstzuständen. Nach der Tat verletzt er sich selbst.

3. August: Nach einem Brand in einem Dortmunder Wohnhaus werden die Leichen eines 4-jährigen und seiner 12 Jahre alten Schwester mit schweren Verletzungen entdeckt. Ein drittes Kind (10) stirbt im Krankenhaus. Hauptverdächtige ist die Freundin des Vaters, die die Tat bestreitet. Die Mutter der Kinder war bei einem Unfall gestorben.

Juni 2012: Ein Vater ersticht in Ilsede (Niedersachsen) seine vier Kinder - ein 12-jähriges Mädchen und drei Jungen im Alter von 5 bis 9 Jahren. Der 36-Jährige versucht nach der Tat, sich das Leben zu nehmen. Gutachter attestieren ihm eine verminderte Schuldfähigkeit. Eheprobleme werden als Motiv vermutet.

April 2012: Wegen Mordes aus Habgier muss der Onkel von Chiara (8) und Sharon (11) aus Krailling bei München lebenslang in Haft. Der verschuldete Familienvater habe im März 2011 auch die Mutter der Kinder umbringen wollen, um seiner Frau ein Erbe zu verschaffen, urteilt das Gericht. Die Verteidigung legt Revision ein.