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»Ciao Capitano«: Ballack reicht Löw und Lahm die Hand

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Versöhnlich
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Ex-Nationalspieler Michael Ballack lädt zu seinem Abschied ein. Foto: Jan Woitas Foto: dpa

Leipzig (dpa) - Wettkampfgewicht, schwarzes Jackett und ein verschmitztes Lächeln im Gesicht: Michael Ballack genoss schon die offizielle Ankündigung seines Abschiedsspiels am 5. Juni in vollen Zügen.


Mit viel Prominenz will der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nochmals ein großes Fußballfest feiern - und reicht dafür auch Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitäns-Nachfolger Philipp Lahm die Hand. »Natürlich wird er eingeladen, trotz des nicht so optimalen Endes«, sagte der ehemalige »Capitano« in Richtung Löw.

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Nach anhaltenden atmosphärischen Störungen zwischen Ballack und dem DFB-Chefcoach war die große DFB-Karriere des gebürtigen Sachsen nach 98 Länderspielen unwürdig zu Ende gegangen. »Ich glaube, dass wir mit Jogi Löw auch eine richtig gute Zeit hatten«, erklärte Ballack am Donnerstag versöhnlich in Leipzig, wo er noch einmal mit seinem Team »Ballack und Friends« gegen eine Weltauswahl antreten wird. »Und auch die negativen Dinge gehören dazu«, ergänzte der entspannte Ex-Profi: »Ich hätte gern alle dabei, die zu meiner Karriere beigetragen haben. Und das hat er auch«, betonte Ballack auf die Frage nach der Löw-Einladung.

Auch sein ehemaliger Bayern-Kollege Lahm wird eine Einladung für die Gala »Ciao Capitano« erhalten, kündigte der 36 Jahre alte Ballack an: »Eingeladen wird er auch. Er ist ein Spieler, mit dem ich lange zusammengespielt habe. Es liegt dann an ihm, ob er kommt oder nicht.« Bei der WM 2010 in Südafrika hatte Lahm vom damals verletzten Ballack die Kapitänsbinde übernommen und später deutlich seine Ambitionen auf das dauerhafte Amt als DFB-Spielführer unterstrichen. Ein knappes Jahr nach seinem letzten echten Spiel hat sich seine Sichtweise auf viele Dinge inzwischen geändert: »Es ist soviel Zeit vergangen. Namen werden immer ausgetauscht im Sport. Es gibt welche, die gehen und kommen und die Rolle gut ausfüllen.«

Wahrscheinlich »noch in diesem Jahr« will sich Ballack auf die Schulbank setzen und den Trainerschein erwerben, verriet einer der weltweit bekanntesten Sachsen. Zumindest ein Zeichen, auch wenn er genaue Pläne zu seiner Zukunft noch nicht preisgibt. Ballack genießt erst einmal: »Ich fühle mich wirklich gut. Klar fällt einiges ab, wenn man seine Karriere beendet hat. Der Fokus ist nicht mehr so da. Man kann das Fußball-Geschäft insgesamt entspannter betrachten.«

Enge Begleiter des ehemaligen Capitanos sind sich sicher, dass Ballack - in welcher Funktion auch immer - auf die Fußballbühne zurückkehren wird. Die ersten Risse, der der als Spieler unbequeme und dominante Ballack vor allem in den letzten aktiven Jahren mit verursacht hat, versucht er zu kitten. »Natürlich werden einige Viele vom DFB eingeladen werden. Ich habe viele Freunde gewonnen, viele positive Erlebnisse gehabt, da gehören natürlich Personen dazu.«

Selbst der verpasste Sprung in den »Club der 100«, die ihm der Deutsche Fußball-Bund im Sommer 2011 noch ermöglichen wollte, nagt nicht mehr so sehr. »Mit dem Hintergrund, was gewesen ist, habe ich gesagt, das reicht. Deshalb brauche ich der Entscheidung nicht nachzutrauern, weil ich sie selbst getroffen habe«, sagte Ballack, der in den kommenden Wochen an seiner Fitness arbeiten will. Nach einer Meniskusverletzung sei er gerade in einer Rehabilitationsphase, erzählte er lächelnd. Immerhin will er sich in Leipzig nochmals mit Größen wie Andrej Schewtschenko oder Bastian Schweinsteiger messen und dabei zeigen, »dass Michael Ballack mal ein guter Spieler war«.