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Beim Start zum Hauptlauf in Traunreut gaben der spätere Sieger Florian Wiesholler (150), Simon Manteufel (595) und Thomas Einsiedler (110) bereits das Tempo vor. (Foto: Weitz)

Cindy Friebel und Florian Wiesholler stürmen zum Sieg

Die zahlreichen Zuschauer entlang der Strecke blieben bei der 19. Auflage des Traunreuter Stadtlaufs wegen des ein oder anderen Wolkenbruchs zwar aus, doch die knapp 600 Athleten ließen sich auch davon nicht abhalten, beim ersten Stadtlauf in Präsenz wieder voll durchzustarten. Beim sieben Kilometer langen Hauptlauf gab es nicht nur sportliche Leistungen zu bejubeln, sondern auch gelebte Inklusion im Sport.


Der Sieger der diesjährigen Auflage stammt aus Grabenstätt. Florian Wiesholler setzte sich mit einer Zeit von 22:48 Minuten die Krone auf. Für den 28-Jährigen, der von Profi-Triathlet Julian Erhardt aus Übersee trainiert wird, ist es ein weiterer Erfolg in einer guten Saison. Schon seit über zwei Jahren mischt der Grabenstätter in der Laufszene ganz vorne mit, musste allerdings wegen einer Verletzung einige Monate aussetzen. Nun greift der Spitzensportler seit Anfang des Jahres wieder an.

Hinter ihm wurde es etwas spannender. Knapp setzte sich Simon Manteufel (Autohaus Schlögl), der normalerweise für den TSV Chieming an den Start geht, mit 23:14 Minuten gegen Thomas Einsiedler (BSH Hausgeräte/23:23 Minuten) durch. Bereits beim Traunsteiner Halbmarathon hatte sich Einsiedler den 3. Platz gesichert.

Schnellste Frau des Tages wurde mit einer überlegenen Zeit von 26:49 Minuten die Triathletin Cindy Friebel (Strail Runner). Die 31-jährige Fridolfingerin ließ ihre beiden Konkurrentinnen Vroni Bichler (Elektro Maier/28:23) und Elena Rauer (Lauffeuer Chiemgau/30:32) deutlich hinter sich und holte sich zurecht Platz eins.

Die kleinsten Sportler waren bereits am Nachmittag beim Bambini-Lauf über 650 Meter gestartet. Die knapp 100 Kinder, die dem Regen trotzten, hätten zwar mehr Zuschauer verdient gehabt, ließen sich jedoch die Freude trotzdem nicht nehmen. Stolz und ohne Unfälle erreichten alle Bambini die Ziellinie. Bei der anschließenden Schülerstaffel, an der 22 Teams mit je fünf Läufern teilnahmen, galt es, eine 830-Meter-Strecke zu bewältigen. Siegreich waren der TSV Palling (weibliche Staffel), das Team »fünf vor« (gemischte Staffel) und »Die Bots der Mittelschule Traunreut« (männliche Staffel). Seinem Namen nicht ganz gerecht werden konnte der Kommunalpolitiker-Lauf, der sich in diesem Jahr fast nur aus Traunreuter Stadträten zusammensetzte. Immerhin drei Politiker kamen aus der Gemeinde Tacherting. Die Teilnehmer gingen an den Start, um auf einer 650-Meter-Distanz für den guten Zweck zu laufen. Ingo Plontsch schnappte sich dabei den Sieg.

Ein Höhepunkt der 19. Auflage des Stadtlaufs war neben den vielen sportlichen Leistungen ein besonderer Teilnehmer, der sich mit dem Start einen kleinen Traum erfüllte: Julian Poschner aus Traunreut ist normalerweise auf seinen Rollstuhl angewiesen. Doch gerade beim Lauf in seiner Heimatstadt wollte der 17-Jährige unbedingt mit von der Partie sein. Mit Hilfe seiner Lehrerin Martina Rothe wurde sein Wunsch nun erfüllt. Die 47-jährige Sportlerin schob ihren Schüler während des Hauptlaufs im Rollstuhl. Die Ziellinie überquerte Julian dann aus eigener Kraft – unterstützt von seiner Lehrerin und Moderator Hans Pagatsch – unter tosendem Applaus.

vc