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City-Schnitte trifft auf Dorf-Prinzessin

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Die beiden Kernölamazonen Caro (rechts) und Gudrun begeisterten als »City-Schnitte« und »Dorf-Prinzessin« im Traunreuter k1. Musikalisch unterstützt wurden die beiden Damen von Pianist Christian Cermak. (Foto: Mix)

Wie fühlt es sich an, wenn eine Biobäuerin vom Land einen freien Tag in der großen Stadt verbringt? Und was macht eine mehr oder weniger erfolgreiche Musical-Darstellerin aus der Großstadt auf dem Dorf? Caro und Gudrun, die beiden »Kernölamazonen« aus Österreich, haben zum Thema »Stadt-Land« ein ganzes, abendfüllendes Programm zusammengestellt, das sie am Samstag im Studiotheater des k1 aufführten. Die überaus amüsanten Szenen, treffenden Liedtexte und flotten Tänze kamen beim Publikum bestens an.


Caroline Athanasiadis, Wienerin mit griechischen Wurzeln, ausgebildete Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin, gibt im aktuellen Programm der »Kernölamazonen« die Großstadtpflanze. Als solche genießt sie den Trubel, die vielen Unterhaltungs-Möglichkeiten, die Anonymität und den Betondschungel in der österreichischen Hauptstadt. Gudrun Nikodem-Eichenhardt spielt das Landei, die stolze Leiterin des örtlichen Kirchenchores, die Biobäuerin mit vier Kindern, die in ihrer kleinen Welt glücklich ist.

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Nach langen Jahren treffen sich die beiden ehemaligen Schulfreundinnen in Wien zufällig wieder und können zunächst mit der Lebensweise der jeweils anderen so gar nichts anfangen. Caro zeigt der Freundin ihre geliebte Stadt, fährt mit ihr in der überfüllten U-Bahn und gemütlich im Fiaker, begleitet sie in den Stephansdom, den Stadtpark und schleppt sie sogar zu einem Speed-Dating. Während sich Partygirl Caro dort als erfolgreiche Musicaldarstellerin in Szene setzt, um einen Mann aufzureißen, sagt Gudrun in ihrer grundehrlichen Art sofort jedem, dass sie glücklich verheiratet ist und einen großen Bauernhof zu bewirtschaften hat.

Als Gudrun dann nach diesem aufregenden Tag zurückfährt in ihr beschauliches Dorf, beschließt Caro ganz spontan mitzukommen, um ihrerseits das Landleben kennenzulernen. Sie erlebt eine Kirchenchorprobe, darf auf Gudruns Biobauernhof mithelfen und will schon fast verzweifeln am faden Dorfleben, wo absolut nichts los ist. Schließlich hat sie am Ende aber doch noch großen Spaß bei einem Fest der örtlichen freiwilligen Feuerwehr, das für beide in einem ernüchternden Morgen endet. Mit flotten Tanzeinlagen und fetziger Musik wirbeln die beiden durch die Szenen, musikalisch und spielerisch unterstützt von Pianist Christian Cermak. Bekannte Lieder haben sie umgetextet und kabarettistisch aufgearbeitet. Aus den »heißen Nächten in Palermo« werden bei den beiden Damen beispielsweise »heiße Nächte do im Stadl«. Für auftretende Sprachprobleme, als Caro die Einheimischen nicht versteht, gibt es eine App Steirisch–Deutsch und das Publikum im Theater bekommt gleich noch gratis einen Sprachkurs mit den wichtigsten steirischen Begriffen wie »Foznhobel« (Mundharmonika).

Überhaupt ist das Programm der »Kernölamazonen« ein Mitmach-Theater. Die Zuschauer werden aufgefordert, mitzusingen und zu tanzen. Die spontane Kommunikation zwischen den Darstellern auf der Bühne und den Gästen in den Reihen bereichert das Programm. Die beiden hervorragenden Sängerinnen haben sich 2005 am Konservatorium der Stadt Wien zusammengefunden und erfreuen seit nunmehr zehn Jahren ihr Publikum mit viel Charme, Witz und gelungenem Musikkabarett.

In Traunreut, wo sie schon einmal auftraten, haben sie bereits treue Fans gefunden, die sich sogar nach dem Gesundheitszustand von Gudrun Nikodem-Eichenhardt nach einem Bandscheibenvorfall erkundigten. Eigens für diesen Abend aus München angereist war eine Gruppe von zehn Damen, die das Duo schon einmal bei einem Auftritt in Germering gehört haben und seitdem restlos begeistert von ihnen sind. Die Münchnerinnen überraschten die Kernölamazonen am Ende ihres Programms, indem sie einzeln nach vorne kamen und zehn Rosen überreichten. Pia Mix