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Claus Ritter kandidiert in Traunreut für die Freien Wähler

Traunreut. Die Freien Wähler (FW) Traunreut schicken Claus Ritter bei den Kommunalwahlen 2014 als Bürgermeisterkandidat für Traunreut ins Rennen. Der 57-jährige Optiker und Stadtrat wurde bei der Nominierungsversammlung im Dorfwirt St.  Georgen zum Kandidaten gekürt. Ritter spricht sich für eine offene und sachliche Politik aus. Durch die Liebe zu dieser Stadt, könne er die größte Aufgabe übernehmen, die sich ihm stelle, nämlich Bürgermeister von Traunreut zu werden, sagte Ritter.

Claus Ritter (rechts) wird bei den Kommunalwahlen 2014 für die Freien Wähler Traunreut um das Amt des Bürgermeister der Stadt Traunreut kämpfen. Der 57-jährige Stadtrat wurde bei einer Stimmenenthaltung zum FW-Bürgermeisterkandidaten gekürt. Landratskandidat Lothar Seissiger, Kreisvorsitzender Andreas Danzer und der Berchtesgadener Landratskandidat Michael Koller (von links) gratulierten. (Foto: Rasch)

Seine Zeit als Vorsitzender der ARGE der Betriebe in Traunreut habe ihm gezeigt, wie wichtig es sei, auf Menschen zuzugehen, mit ihnen zu sprechen und gemeinsame Ziele zu erreichen. In seinen Augen sollten die Traunreuter Bürger stärker in die Politik mit eingebunden werden. Deshalb wolle er und seine Fraktion die absolute Mehrheit der CSU im Stadtrat auflösen, da diese nicht gut für eine sachliche, klare Politik sei. »Die absolute Mehrheit muss verschwinden«, forderte Ritter, dessen Wunsch es ist, auch in seiner Eigenschaft als Referent für Stadtplanung, Stadtsanierung und Städtebauförderung die Innenstadt wieder mit »viel mehr Leben zu erfüllen«. Das Wirtschaftsgutachten (wir berichteten) biete hierfür eine hervorragende Grundlage.

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Im Umgang mit den Stadtfinanzen regte Ritter an, die Haushaltsmittel effizienter und wirkungsvoller einzusetzen. Die Instandhaltung der städtischen Liegenschaften könnten seiner Ansicht nach nur mit einem Gebäudemanager besser garantiert werden. Unter Applaus sprach er sich auch für die Abschaffung der Straßenausbausatzung aus und forderte ein kostenfreies letztes Kindergartenjahr. Auch sollten die Vereine und das Ehrenamt dringend besser unterstützt werden, forderte der gebürtige Heidenheimer, der in Fürth aufgewachsen ist und seit über 33 Jahren in Traunreut lebt. Claus Ritter hat zwei erwachsene Söhne und wohnt mit seiner Lebenspartnerin in Traunreut. Aufgewachsen mit vier Geschwistern, sei er mit viel Toleranz und Durchsetzungsvermögen ausgestattet und habe als Dienstleister und als Stadtrat viele Einblicke in die städtischen Abläufe erhalten, sagte er. Für ihn sei das Einbringen in die Gesellschaft und Verantwortung zu übernehmen ein Muss.

Verantwortung war auch das Schlagwort des Ehrenvorsitzenden der FW Traunreut und Stadtrat Ernst Biermaier. »Wir säen heute, um am 16. März 2014 ernten zu können.« Die Freien Wähler Traunreut wollen damit Flagge zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen und konsequente Prioritäten setzen wollen. Als Argumente, die aus ihrer Sicht für einen Machtwechsel sprechen, führte er an, dass die Einwohnerzahl in Traunreut seit Jahren sinke und die Stadt an Kaufkraft verliere. Hier gelte es anzusetzen. »Wir brauchen eine lebendige Innenstadt, wo man verweilt und sich trifft«, betonte er und stellte die politische Arbeit von Bürgermeister Franz Parzinger (CSU) in Frage. »Wo ist denn unser Bürgermeister mit seiner politischen Arbeit so erfolgreich – wenn es insbesondere um die Interessen der Bürger geht? Erfolgreich habe er die teilweise Umsetzung des Wirtschaftsgutachtens 2000, die Position eines Citymanagers oder den Umzug der Stadtbücherei in die Traun-Passage verhindert. Mit den Stimmen der CSU habe er die Straßenausbausatzung erfolgreich eingeführt und die Erschließungskosten auf die Bürger abgeschoben. Weiter wetterte er, die Breitbandversorgung verschlafen zu haben und kreidete Parzinger an, als Bürgermeister oftmals die notwendigen Entscheidungen dem Kommunalen Prüfungsverband zu überlassen. Ein Bürgermeister sei »Erster Diener seiner Bürger« – und nicht des Kommunalen Prüfungsverbandes. Politik werde in Traunreut gemacht. »Als Freie Wähler wollen wir nicht nur eine andere Kommunalpolitik – eine andere politische Kultur mit dem Bürger aber auch mit den anderen Fraktionen im Stadtrat. Wir setzen auf einen anderen Bürgermeister«, erklärte Biermaier abschließend und forderte die Versammlung auf, gemeinsam zu kämpfen und die Bürger zu überzeugen.

Seissiger: »Ein bedeutender Augenblick«

Die schriftliche Wahl des Bürgermeisterkandidaten unter der Federführung des Traunsteiner FW-Landtagskandidaten Lothar Seissiger ging relativ schnell über die Bühne. Außer Claus Ritter wurde von den 24 Wahlberechtigten kein weiterer Vorschlag eingereicht. Bei einer Stimmenthaltung wurde Ritter mit 23 Stimmen gewählt. »Ein bedeutender Augenblick, dass wir in Traunreut einen Kandidaten krönen können, der unsere Interessen in Traunreut vertreten wird«, sagte Seissiger, der neben dem Berchtesgadener Landtagskandidaten Michael Koller die Nominierungsversammlung nutzte, um die Werbetrommel zu rühren. Gerade der südostbayerische Raum sollte in München gut vertreten sein, betonte Seissiger, der sich unter anderem für die bäuerliche Landwirtschaft und eine wohnortnahe Krankenhausversorgung starkmachen möchte. Seinem Mitstreiter Koller aus Berchtesgaden liegt als Realschullehrer vor allem die Bildungspolitik am Herzen. Ebenfalls anwesend war der Kreisvorsitzende Andreas Danzer, der von einer spannenden Zeit sprach. ga