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Club der roten Bänder

Mit Preisen überhäuft, von Kritikern gelobt, von Fans geliebt: Der «Club der roten Bänder» ist der Hoffnungsschimmer der deutschen Serienlandschaft. Am Montag startet die dritte und letzte Staffel.

Club der roten Bänder
Start der letzten Staffel: Timur Bartels (l-r), Ivo Kortlang, Luise Befort, Tim Oliver Schultz, Nick Julius Schuck und Damian Hardung. Foto: Henning Kaiser Foto: dpanitf3

Köln (dpa) - Ära ist ein großes Wort, das manchmal aber auch für überschaubare Ereignisse angewendet werden darf. Für den Privatsender Vox geht jetzt eine kleine Ära zu Ende: Die Serie «Club der roten Bänder» geht in die dritte und letzte Staffel.

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Die ersten zwei Durchgänge der Krankenhausserie haben zeitweise über drei Millionen Zuschauer verfolgt, der Marktanteil der 14- bis 49-Jährigen kletterte auf fast 19 Prozent.

Dennoch bildet die dritte Staffel, die am Montag um 20.15 Uhr startet, den Abschluss. Dann sei die Geschichte rund um Leo (Tim Oliver Schultz), seine großen Liebe Emma (Luise Befort) und die anderen «Club»-Mitglieder Jonas (Damian Hardung), Hugo (Nick Julius Schuck) und Toni (Ivo Kortlang) auserzählt, heißt es von Vox.

Bis es soweit ist, können die Zuschauer aber noch einiges erwarten. Der krebskranke Leo wollte am Ende der zweiten Staffel den Kampf gegen die Krankheit aufgeben. Die Cliffhanger-Szene, in der er Benitos Asche im Meer verstreut, beschreibt Darsteller Tim Oliver Schultz als «einen der intensivsten Momente in meinem ganzen Leben». Er habe gemerkt, was es heißt, wenn man aufgibt und nicht weiterkämpft. Doch Leo findet neuen Mut. Durch einen Zufall befinden sich auch die anderen «Club»-Mitglieder wieder im Krankenhaus. Der «Club» besteht fort.

Das Besondere an der Serie ist, dass sie den Krankenhausalltag anhand der Patienten darstellt. Die Ärzte, die sonst die heldenhaften Rollen einnehmen, kommen dagegen nur am Rande vor. Gleichzeitig verhandelt die Eigenproduktion des Privatsenders Themen, die sonst wenig präsent sind: Krebs, Magersucht, Asperger-Syndrom, Koma - das alles verpackt in eine warmherzige Geschichte einer tiefen Freundschaft, verbunden mit dem nötigen Ticken Romantik, Kitsch und Pathos. 

Der kommt auch zu Beginn der dritten Staffel nicht zu kurz, genau wie sie nicht frei von gefühlsduseligen Wohlfühlbotschaften und abgenutzten Kalenderspruch-Weisheiten ist: «Es ist nicht traurig zu sterben. Es ist traurig, sein Leben nicht gelebt zu haben», sagt Emma an einer Stelle.

Die letzten zehn Folgen sind die ersten, die sich vollständig von der Vorlage, dem Roman «Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt» des Katalanen Albert Espinosa, lösen. Die Fans werden sie mit Sicherheit lieben, weshalb der Abschied umso schwerer fallen wird. Nach der allerletzten Folge wird es ihnen womöglich gehen wie Luise Befort, die Emma spielt. Bei der Premiere sagte sie der Deutschen Presse-Agentur: «So richtig realisieren, dass es vorbei ist, kann ich es erst, wenn wir das Serienfinale gesehen haben.»

Der Kölner Privatsender arbeitet bereits nach der «Club»-Ära an einer neuen Produktion: «Milk & Honey» ist der Titel einer aus Israel stammenden Serie um ein paar Callboys, die auf dem platten Land einen Escort-Service für das weibliche Geschlecht gründen wollen - das Thema soll für den deutschen Markt übernommen werden.

Die Vorbereitungen dazu verliefen indes nicht störungsfrei: Ganz zufällig kam RTL II vor einigen Wochen dem Konkurrenten Vox zuvor und brachte ein paar Folgen seiner neuen, thematisch identischen Serie mit dem Titel «Call the Boys - 4 Männer für gewisse Stunden».