Clubs in der Region dürfen wieder öffnen: Vorfreude und Verunsicherung bei den Betreibern

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Die einen Clubs in der Region machen auf, die anderen noch nicht. Die Türen zum Underground und zum Kafka (unser Bild) in Traunstein bleiben an diesem Wochenende noch geschlossen. (Foto: Christl)

Landkreis Traunstein – Kurzfristiger geht es kaum: Am Donnerstag hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen, welche Regeln für Clubbetreiber gelten sollen – und zwar schon ab Freitag. Geimpfte, Genesene und PCR-Getestete dürfen wieder ohne Abstand und Maske tanzen und feiern. »Die Abgabe von Getränken am Tresen ist wie branchenüblich zulässig«, teilt die Staatskanzlei außerdem mit. Beschäftigte, die Kundenkontakt haben, müssen mindestens zweimal wöchentlich einen PCR-Test machen. Bei Verstößen gegen die Vorgaben droht den Betreibern ein Bußgeld. 


Im Vorfeld hatte Ministerpräsident Markus Söder zwar bereits bekannt gegeben, dass für den Discobesuch die 3G-Regel benötigt werde und Antigen-Schnelltests nicht ausreichend seien. Doch die Konkretisierung der Auflagen kommt für viele Betreiber jetzt wohl trotzdem recht knapp: Nach 19 Monaten verschlossener Türen und ohne Perspektive mangelt es an Personal und Getränken, Sicherheits- und Brandschutzvorkehrungen müssen neu überprüft und gewährleistet werden.

Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erzählen Clubbetreiber der Region, was sie von den Maßnahmen halten und wie sie damit umgehen. Für Udo Henning, Besitzer der Festung, ist es kein Problem, dass die Auflagen so kurzfristig beschlossen wurden. »Wir hatten jetzt so lange zu, da kommt es auf eine Woche hin oder her auch nicht mehr an. Im Laufe des Monats wird es auf jeden Fall eine Veranstaltung in der Festung geben.«

Dietmar Pfannes, der das Libella in Altenmarkt und die Stiege in Trostberg betreibt, war am Freitagmittag noch etwas angespannt: »Heute öffnen wir die Stiege und am Samstag das Libella. Wir freuen uns, haben jetzt so kurzfristig aber alle Hände voll zu tun. Wir wussten ja bis gestern nicht, ob wir wirklich öffnen und, wenn ja, wie viele Leute wir reinlassen dürfen. Man musste ja bis zuletzt damit rechnen, dass wir auf Bestellungen und Rechnungen auch sitzen bleiben könnten.«

Pfannes befürchtet, dass es sich bei den Öffnungen auch um einen »Schnellschuss« handeln könnte und er das Libella und die Stiege wieder zumachen muss, sollten die Corona-Zahlen in den nächsten Wochen und Monaten stark ansteigen. Was ihm außerdem Sorgen bereitet, sind die ab 11. Oktober kostenpflichtigen PCR-Tests, die die Angestellten zweimal wöchentlich machen müssen: »Da kommen ganz schöne Summen zusammen, die wir ja nicht einfach aufs Personal abwälzen können. Seitens der Regierung haben wir aber noch keinerlei Ansage bekommen, wer die Kosten für die Tests zu tragen hat.«

Ähnlich verunsichert ist Alexander Wolff, Geschäftsführer der Monta Music GmbH, die die Clubs Underground und Kafka in Traunstein betreibt. Er lässt seine Eingangstüren an diesem Wochenende deshalb noch geschlossen: »Das Konzept kommt zu kurzfristig und die ganze Situation ist für uns gerade noch nicht überblickbar. Wir wissen noch gar nicht, ob das alles im Moment so funktioniert und warten erst einmal noch ab – grundsätzlich wollen wir aber auf jeden Fall so bald wie möglich aufsperren.« Ein realistisches Datum für die Wiedereröffnung sei für ihn der 16. Oktober.

JuC