weather-image

Corona macht Traunstein zu schaffen: »Wir sorgen uns um die kommunalen Finanzen«

4.7
4.7
Bildtext einblenden
Doppelte Premiere: Seine erste Bürgerversammlung hielt der im März gewählte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Und zum ersten Mal veranstaltete die Stadt eine Online-Bürgerversammlung. (Foto Pültz)

Traunstein – Die Corona-Pandemie führt zu sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben der Stadt Traunstein. »Wir sorgen uns um die kommunalen Finanzen«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer in der Online-Bürgerversammlung. Die Lage sei heuer »schwieriger« geworden. »Große Sorge« bereiten ihm, wie er weiter ausführte, die beiden folgenden Jahre. »Wir werden in Zukunft nicht alle Wünsche erfüllen können«, so der OB.


Eine doppelte Premiere stand auf dem Programm: Zum einen hielt der im März gewählte neue Oberbürgermeister seine erste Bürgerversammlung. Und zum anderen veranstaltete die Stadt, bedingt durch die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die erste Online-Bürgerversammlung in Traunstein. Flankiert von Mitarbeitern der Stadtverwaltung saß der OB im großen Saal im Rathaus, eine Kamera lief – und das Video war live im Internet zu sehen.

Anzeige

In seinem Rückblick sagte Hümmer, dass 2020 ein »besonders Jahr« gewesen sei – nicht nur, weil die Corona-Pandemie auch über Traunstein hereinbrach, sondern auch deshalb, weil in diesem Jahr eine Kommunalwahl stattfand. Sie habe zu einem Wechsel im Amt des Oberbürgermeisters wie auch zu Veränderungen im Stadtrat geführt. Der neue Rathauschef Hümmer würdigte insbesondere auch seinen Vorgänger im Amt. Christian Kegel habe sich in den vergangenen sechs Jahren »sehr für die Stadt eingesetzt«. Ebenso würdigte Hümmer die Stadträte, die aus dem Gremium ausschieden. Stellvertretend für sie nannte er Hans Zillner und Waltraud Wiesholler-Niederlöhner.

Nach seinem Amtsantritt im Mai habe er, Hümmer, eine »erste große Maßnahme« in die Wege geleitet, um in Traunstein die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu lindern. Um die Gastronomie zu unterstützen, habe die Stadt 22 000 Verzehrgutscheine an die Bürger ausgegeben. Hümmer freute sich, dass sie die Aktion gut angenommen und insgesamt 16 000 Gutscheine eingelöst hätten – wobei 500 von ihnen an die Tafel gespendet worden seien.

Im Juni habe die Stadt 25 Bauparzellen in Traunstorf vergeben – sie habe aber auch 150 Absagen erteilen müssen –, im Juli habe sie zusammen mit der katholischen Kirche den Grundstein für die »KinderGärtnerei«, ein neues Kindergartengebäude auf dem Campus St. Michael am Wartberg, gelegt. Und im August habe ein Hochwasser die Stadt in Atem gehalten. Hümmer: »Wir konnten den Schaden gering halten.«

In seinem Ausblick auf das nächste Jahr sagte der Oberbürgermeister, dass die Stadt nun an die Sanierung der Grundschule in Kammer gehe. Außerdem gründe sie eine Wohnbaugesellschaft. Die Stadt setze sich zum Ziel, das Baugebiet in Seiboldsdorf »zügig zu planen und zu entwickeln«. Ebenso sagte der OB, dass die Stadt nun den Klimaschutz und den Radfahrverkehr ins Visier nehme. In beiden Fälle lasse die Stadt Konzepte erarbeiten – und damit Grundlagen für das Handeln. Nicht zuletzt habe sich die Stadt auf den Weg gemacht, eine digitales Portal zu erstellen. Erste Ergebnisse erwartet der OB Anfang des nächsten Jahres.

Auch und gerade die Bewältigung der Corona-Krise wird die Stadt 2021 laut Hümmer weiter in Atem halten. Die Stadt beabsichtige, den Geschäftsleuten unter die Arme zu greifen. »Wir wollen den Einzelhandel mit 25 000 Euro unterstützen.« Mit Blick auf die nächsten Jahre sagte Christian Hümmer, dass die Aufnahme neuer Schulden durch die Stadt nicht auszuschließen sei.

Weitere Berichte über die Online-Bürgerversammlung: