Corona-Schnelltests auch für Kindertagesstätten

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In den Schulen im Landkreis Traunstein liefen bereits in dieser Woche erste Corona-Schnelltests. Etwa am Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut stieß das Angebot des Staates auf Interesse. Auch Isabell aus Palling testete sich auf Covid-19. (Foto: Rasch)

Das Landratsamt verteilt Anfang nächster Woche Corona-Schnelltests nicht nur wieder an die Schulen, sondern nun auch an die Kindertagesstätten, heilpädagogischen Tagesstätten und an die Tagesmütter im Landkreis Traunstein. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Michael Reithmeier, der Pressesprecher der Behörde, am Freitag mitgeteilt, dass »spätestens am Dienstag« die Ausgabe von knapp 58 000 Schnelltests beginne.


Als staatliche Behörde auf der untersten Verwaltungsebene in Bayern hat auch das Landratsamt in Traunstein die Aufgabe, die Schnelltests, die die Regierung in München beschafft, zu verteilen. Der Freistaat ordert die Tests – und die Landratsämter bringen sie dann in seinem Auftrag unters Volk. Eine erste Lieferung hatte die Behörde in Traunstein vor rund einer Woche erhalten. 5700 Schnelltests kamen in den Landkreis, in Absprache mit der Verwaltung übernahmen Feuerwehren die Verteilung. Die Schnelltests gingen an 41 Schulen, sogleich fanden sie unter Schülern, Lehrern und Angestellten Anwendung (wir berichteten).

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Die zweite Lieferung war nun deutlich umfangreicher als die erste: Am Freitag bekam das Landratsamt fünf Paletten mit knapp 58 000 Schnelltests. Reithmeier sagte, dass die Einrichtungen noch bis Montag Zeit hätten – sofern sie diese Arbeit nicht schon in den vergangenen Tagen erledigten –, ihren Bedarf zu melden. Die Verteilung der Schnelltests organisiere dann die Einsatzleitung, die Auslieferung erfolge dann »spätestens am Dienstag« – und zwar wie gehabt durch die Feuerwehren.

Reithmeier erläuterte, dass der Staat Vorgaben für die Ausgabe der knapp 58 000 Schnelltests erteilt habe. Geplant sei, die Schüler für zehn Wochen und die Lehrer – ihnen hat die Regierung nahegelegt, sich nicht nur einmal, sondern zweimal pro Woche selbst auf Covid zu testen – für fünf Wochen zu versorgen. Und ebenso sei beabsichtigt, auch den Menschen in den Kitas und anderen Einrichtung das Angebot zu unterbreiten, dass sie in den nächsten Wochen – freiwillig – Schnelltests vornehmen können.

Kritik am Vorgehen des Freistaats Bayern und des Landratsamts Traunstein äußerte Uwe Schneider, der Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft für Informationstechnologien mbH (infin) in Ruhpolding. Er war nicht einverstanden damit, dass er im Rahmen der Lieferung von Corona-Schnelltests an das Landratsamt Traunstein nicht zum Zuge kam. Schon vor Monaten habe er, wie er mitteilte, eine Beratung und Expertise in Sachen Corona-Schnelltests angeboten. Er habe in Aussicht gestellt, Schnelltests zu liefern. Er handle schon seit einem Jahr mit dem Corona-Schnelltest, den die Firma Joysbio in China herstellt. Er könnte den Schnelltest millionenfach, wie er sagt, beschaffen. Als Unternehmer im Landkreis Traunstein kritisierte Schneider, dass er im Rahmen der Versorgung der Bürger in der Region nicht berücksichtigt werde.

Hierzu sagte Reithmeier: »Das Landratsamt hat in Sachen Corona-Schnelltests bislang keine Eigenbeschaffung vorgenommen. Alle von uns verteilten Schnelltests haben wir vom Freistaat Bayern zugeteilt bekommen« – was dann letztlich auch bedeutete, dass das Landratsamt im Rahmen der ersten Lieferung ein Produkt erhielt, das die Firma Siemens auf den Markt brachte. Der Freistaat schicke die Schnelltests über das Technische Hilfswerk in den Landkreis Traunstein, so der Pressesprecher. Die Regierung habe mitgeteilt, dass sie die Versorgung in den kommenden Wochen und Monaten fortsetze. Sie habe zugesichert, dass regelmäßige und ausreichende Lieferungen in den Landkreis erfolgen.

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