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CSU wirft dem Oberbürgermeister »Brechstangenpolitik« vor

Traunstein. Mehr als 70 Interessierte diskutierten beim Bürgerfrühschoppen des CSU-Ortsverbands Traunstein über die umstrittenen Pläne zum Umbau der Klosterkirche. Viele Diskussionsteilnehmer stellten mehr oder weniger direkt die Frage nach dem ausgewogenen Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen bei diesem Projekt: »Worin besteht denn genau der Mehrwert von einem Umzug des Nuts?«. Mit dieser Frage wandte sich Dietrich von Dobeneck eingangs an die Runde.

Dieser Mehrwert, so der CSU-Ortsverband, habe sich vielen Bürgern noch nicht endgültig erschlossen. Positive Darstellungen des Umbaukonzeptes durch den Oberbürgermeister, so hieß es, würden nicht zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

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»Wir führen eine Diskussion um einen Kulturtempel auf dem Rücken unserer Kinder«, kritisierte der 2. Vorsitzende des Elternbeirates der Ludwig-Thoma-Grundschule, Martin Helmberger. Dass in einem Wettbewerb ein Konzept als Sieger gekürt wird, das einen Umbau der Klosterkirche auf Flächen des direkt angrenzenden Schulhofes vorsieht, sei »nicht einfach ein leicht entschuldbares Versäumnis in der Planung, sondern eine Frechheit gegenüber den Grundschülern, die in diesem Pausenhof ihre Zeit verbringen«, ergänzte CSU-Geschäftsführer Konrad Baur. Dass zudem die Mittagsverpflegung der Schüler wegen fehlender Räume sehr schwierig ist, sei laut Helmberger in der Diskussion noch gar nicht berücksichtigt.

Stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender Franz Gruber äußerte zudem Bedenken bezüglich der Bausubstanz der Klosterkirche: »Wenn ein Gebäude, das über mehrere Jahrhunderte nicht beheizt wurde, plötzlich völlig umfunktioniert wird, wird dies auch erhebliche bauphysikalische Auswirkungen haben, was zu Schäden in der Bausubstanz führen kann.«

Dennoch sei es »Grundüberzeugung der CSU«, die Kultur in Traunstein zu entwickeln, betonte 2. Stellvertreter Christian Hümmer. Die CSU Traunstein stelle sich nicht gegen die Kultur in der Stadt, sondern gegen die Umsetzung des Konzeptes zum Umbau der Klosterkirche. Die »kleine, feine Kultur Traunsteins muss erhalten bleiben, denn nur eine Stadt, die ihre Wurzeln kennt und pflegt, ist eine lebendige Stadt«, sagte Josef Häusler.

Bei allen kulturpolitischen Entscheidungen würden ein roter Faden sowie ein verständliches und sinnvolles Konzept fehlen, kritisierte Wolfgang Berka. »Es kann nicht sein, dass durch diese scheinbare Brechstangenpolitik der Bürger verschaukelt wird und ein Gesamtkonzept durch kulturelles Klein-Klein ersetzt wird«, sagte der CSU-Vorsitzende am Ende Diskussion.