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CSU-Fraktion lehnt Gespräch mit Seniorenbeirat ab

Traunstein. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe »Mehrgenerationenplatz« des Seniorenbeirats der Stadt Traunstein informierte sich im März beim Vorsitzenden des Seniorenbeirats Rosenheim, Horst Halser, über den dortigen Mehrgenerationenplatz. Daraufhin beschloss der Traunsteiner Seniorenbeirat, mit den neuen Informationen das Gespräch mit den Stadtratsfraktionen zu suchen und für den Standort Wochinger Spitz zu werben, den der Stadtrat abgelehnt hatte (wir berichteten).

Jutta Bräutigam: »Das gehört sich nicht«

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Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Dieter Reichenau, berichtete in der jüngsten Sitzung, dass einzig die CSU-Fraktion ein Gespräch mit dem Seniorenbeirat als »nicht notwendig« abgelehnt habe. Reichenau bezeichnete dies als »einmaligen Vorfall«. Er wollte das Verhalten der CSU-Fraktion nicht weiter kommentieren.

Das taten dafür andere. Dr. Frieder Klein meinte, man müsse der CSU-Fraktion wohl noch beibringen, was Demokratie sei. Sichtlich erbost war auch CSU-Mitglied Peter Perseis über das Verhalten seiner Parteifreunde. Er berichtete, dass er mit dem neuen CSU-Ortsvorsitzenden Christian Hümmer gesprochen habe. Dieser sei auch der Meinung, dass die CSU-Fraktion Demokratie üben und mit dem Seniorenbeirat sprechen sollte. Schriftführer Siegfried Blach empfand es sogar als eine Beleidigung. »Wir sind die gewählte Seniorenvertretung und eine Ratsfraktion lehnt es ab, mit uns zu sprechen. Das geht nicht.« Jutta Bräutigam sprach von einer Missachtung des Seniorenbeirats und seiner Arbeit. Sie stellte fest: »Das gehört sich nicht.« Rolf Mittelbach erklärte: »Ich habe den Eindruck, dass die CSU-Fraktion scheinbar mit der Arbeit des Seniorenbeirats nichts am Hut hat.«

Der Zweite Vorsitzende Schorsch Niederbuchner hob dafür die harmonischen Gespräche mit den Stadtratsfraktionen der UW und der Grünen hervor. Er habe das Gefühl, dass sich etwas bewege. Auch Reichenau meinte, dass man eine Mehrheit im Stadtrat bei der Standortentscheidung bekommen könnte. »Ich hoffe, es geht dann auch ohne die CSU.«

Zum Thema Rufbus sagte die Seniorenbeauftragte Ingrid Bödeker, der Stadtrat habe das Konzept der Stadtverwaltung mit einem jährlichen Defizit von 145 000 Euro als zu teuer abgelehnt. Weitere Möglichkeiten sollten nun geprüft werden. Dr. Klein sprach sich für den Flexibus aus, der in Traunreut und Ruhpolding bereits funktioniere. Der Flexibus fahre nur, wenn er angefordert werde, fügte er hinzu. Das Flexibussystem der Stadt Krumbach koste beispielsweise nur 50 000 Euro im Jahr.

Bezirkskonferenz findet in Traunstein statt

Schriftführer Blach berichtete, dass der Traunsteiner Seniorenbeirat als Gastgeber mit der Organisation der Bezirkskonferenz der Landes-Seniorenvertretung Oberbayern am 26. Juni beauftragt sei. Ehrengast sei Bezirkstagspräsident Josef Mederer. Themen der Vorträge seien Ethik und Hospizarbeit. »Das ist eine schöne Sache und eine große Ehre für den Seniorenbeirat Traunstein, weil wir erst seit fünf Jahren bestehen«, meinte Reichenau.

Studienleiterin Sylvia Nett-Kleyboldt vom Katholischen Kreisbildungswerk stellte das geplante Seniorenstudium zur Regionalgeschichte zwischen Inn und Salzach in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein vor. Das Studium mit vier Semestern befasse sich mit der Geschichte von Politik, Kultur, Soziales und Wirtschaft aus lokaler und regionaler Sicht.

Es besteht aus neun Veranstaltungen (Vorlesungen, Seminare und Exkursionen) pro Semester. Die Veranstaltungen in Traunstein fänden im Haus St. Rupert statt. Kooperationspartner seien Ortsheimatpfleger sowie Heimat-, Geschichts- und Historische Vereine aus den vier Landkreisen. Als Euregio-Projekt werde es von der EU finanziell unterstützt, informierte sie. Bjr