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Dahlmeier im Sprint Neunte - Doll in Ruhpolding Dritter

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Laura Dahlmeier
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Neunte beim Sprint in Ruhpolding: Laura Dahlmeier. Foto: Matthias Balk Foto: dpa
Benedikt Doll
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Dritter beim Spring in Ruhpolding: Benedikt Doll. Foto: Matthias Balk Foto: dpa

Die Erkenntnis kam Laura Dahlmeier schon am ersten Berg: Läuferisch ist die deutsche Top-Biathletin noch nicht wieder bei 100 Prozent. Aber beim Comeback in Ruhpolding ist sie wieder beste Deutsche. Derweil bejubelt Benedikt Doll sein zweites Podest der Saison.


Ruhpolding (dpa) - Für Laura Dahlmeier war es eine richtige Quälerei, die enorme Anstrengung war ihr noch lange nach dem Rennen anzusehen.

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»Ich habe mich selten so brutal plagen müssen«, sagte die deutsche Ausnahme-Biathletin nach ihrem mit Platz neun soliden Mini-Comeback beim Heim-Weltcup in Ruhpolding. Die in dieser Saison gesundheitlich arg gebeutelte Doppel-Olympiasiegerin wurde am Donnerstag beim Sprint-Sieg der Slowakin Anastasija Kuzmina beste Deutsche, direkt gefolgt Franziska Preuß, während zuvor Weltmeister Benedikt Doll im Männer-Sprint einen hervorragenden dritten Rang feierte.

Doch weil auch eine Ausnahmekönnerin wie Dahlmeier immer wiederkehrende körperliche Rückschläge nicht einfach so wegsteckt, fehlt läuferisch noch ein ganzes Stück zur Weltspitze. Völlig ausgepumpt lag die 25-Jährige nach ihrem ersten Rennen in diesem Jahr und dem erst dritten insgesamt eine gefühlte Ewigkeit im Ziel. »Die Erkältung ist nicht spurlos an mir vorübergegangen. Schon am ersten Berg habe ich gemerkt: Oh, die Haxen sind heute richtig blau«, sagte Dahlmeier, die angefeuert von den mehr als 10.000 Fans den Fokus auf das Schießen legte und alle zehn Scheiben abräumte. »Darauf bin ich stolz und nehme das als das Positive mit.«

Die siebenmalige Weltmeisterin durchlebt ihre bisher schwerste Saison. Nach einer gesundheitsbedingten Zwangspause hatte die Garmisch-Partenkirchnerin erst im November mit moderatem Training angefangen und war kurz vor Weihnachten in Nove Mesto mit den Plätzen zwei und fünf fulminant in den Weltcup zurückgekehrt. Über Weihnachten warf sie dann eine Grippe erneut zurück, die Wettkämpfe in Oberhof ließ sie aus. »Ich hoffe, dass ich mich weiter steigern und spätestens in Antholz wieder läuferisch angreifen kann.« Zwei Chancen hat sie in Bayer noch: Am Samstag in der Staffel und am Sonntag im Massenstart.

Benedikt Doll strotzt derweil vor Kraft. Der Weltmeister präsentiert sich wie schon in Oberhof in starker Verfassung. Und wenn der letzte Schuss im Ziel gelandet wäre, hätte es sogar zum Sieg gereicht. Nach dem Fehler drehten sich seine Gedanken aber gar nicht um den vergebenen möglichen zweiten Weltcupsieg seiner Laufbahn. »Ich habe an unseren Trainer gedacht. Mark (Kirchner) dachte sicher: Mensch, könnt ihr nicht mal den letzten Schuss treffen«, sagte Doll schmunzelnd: »Ich bin super zufrieden.«

Fehlerfrei hätte er Überflieger Johannes Thingnes Bö geschlagen. Doch am Ende fehlten 10,5 Sekunden auf den achtmaligen Saisonsieger aus Norwegen. Zweitbester Deutscher wurde Johannes Kühn auf Rang sieben. Olympiasieger Arnd Peiffer schaffte es auf Platz 22. Verzichten musste das Team auf den formschwachen Massenstart-Weltmeister Simon Schempp. Erik Lesser fehlt nach der Geburt seiner Tochter Anouk in Ruhpolding.

Die Männer peilen derweil am Freitag in der Staffel in der Besetzung Roman Rees, Kühn, Peiffer und Doll einen Podestplatz an. »Wir tun uns hier zwar immer etwas schwer, aber das Podium ist unser Ziel«, sagte Peiffer.

Vom Schneechaos und dem Katastrophenfall - erst am späten Mittwochabend stand die Austragung des Weltcups fest - war in der WM-Arena von 2012 am Fuße des Zirmbergs nichts zu spüren. »Es waren wirklich perfekte Bedingungen. Ich hätte aber auch verstanden, wenn der Weltcup abgesagt worden wäre«, sagte die mit Platz zehn ebenfalls gut agierende Preuß.

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