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Damen von Lucas Cranach in vielen Variationen

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Unser Bild zeigt einige der Linolschnitte aus den Damenporträts von Lucas Cranach dem Jüngeren, wie sie bis Ende Januar im Kulturraum des Staatlichen Landschulheims Marquartstein zu finden sind. (Foto: Giesen)

2015 ist »Cranachjahr«. Lucas Cranach der Jüngere, bedeutender Maler und Porträtist der Renaissance, wurde 1515 in Wittenberg als Sohn von Lucas Cranach dem Älteren geboren und starb dort 1586. Um die Schüler und die Öffentlichkeit in das Thema »Damenporträts« von Lucas Cranach d. J. einzuführen, gibt es derzeit eine reizvolle, interessante Ausstellung im Kulturraum des Staatlichen Landschulheims im Neuen Schloss zu sehen.


Kunsterzieher Karl-Heinz Hauser, der selbst als Künstler zum Beispiel durch sein Projekt »Standort Staudach« weithin bekannt ist, hat sich intensiv mit der Technik von Holzschnitt und Tetraprint befasst. Beim ersten Blick in den Kulturraum stößt der Betrachter auf Porträts bekannter, eleganter Damen, die er zu kennen scheint – die aber doch irgendwie verfremdet sind. Ein gezeigter Linolschnitt von Pablo Picasso, den dieser aus einem Damenporträt von Lucas Cranach angefertigt hat, weist den Weg. Karl-Heinz Hauser hat eine Serie von vier berühmten Gemälden adeliger Damen von Lucas Cranach d. J. in Holzschnitten geschaffen, zum Beispiel von 1543 von Agnes von Hayn oder 1564 das »Porträt einer vornehmen Frau«, wie es im Original betitelt ist. Dabei druckte Hauser jeweils die positive und die negative Seite desselben Gemäldes, auch in verschiedenen Farben. So entstanden Mehrfarbendrucke in den Farben Gelb, Blau und Rot, die ein und derselben Dame den selben und doch ganz unterschiedlichen Ausdruck verleihen. Hauser versucht, Kultur zu realisieren, Werte zu vermitteln und Kunst spielerisch lebendig werden zu lassen.

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So versuchte der Künstler »ein echtes Porträt der Kunstgeschichte« zu schaffen, wie er sagt, weil durch Positiv und Negativabdruck seitenrichtige und spiegelverkehrte Ansichten in einem Bild erscheinen können. Damit gelingt die Selbst- und die Fremdwahrnehmung in einem einzigen Porträt.

Die Drucke von Damenporträts von Karl-Heinz Hauser können im Kulturraum neben dem Lehrerzimmer bis einschließlich Freitag, 30. Januar, von allen Interessierten montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr besucht werden. Christiane Giesen