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Darf ich am Arbeitsplatz Fußball schauen?

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Public Viewing während der Arbeitszeit
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Ob WM-Spiele während der Arbeitszeit gesehen werden dürfen hängt vom Arbeitgeber ab. Manche Unternehmen stellen sogar Fenseher oder einen Beamer auf. Foto: Patrick Seeger Foto: dpa

Viele WM-Spiele fallen in die reguläre Arbeitszeit. Geguckt oder gehört werden dürfen die Spiele nur, wenn dies der Arbeitgeber ausdrücklich erlaubt. Der Live-Ticker bietet die einzig diskrete Möglichkeit während der Arbeit immer auf dem neusten Spielstand zu bleiben.


Berlin (dpa/tmn) - Am Mittwoch spielt Deutschland gegen Südkorea bei der Fußball-WM um 16.00 Uhr. Für viele Berufstätige ist das Arbeitszeit. Darf ich das Spiel im Büro anschauen? Oder wenigstens Radio hören?

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Auch wenn es dem Fan-Herz wehtut: nein. Erlaubt ist das nur, wenn der Arbeitgeber es ausdrücklich gestattet, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. »Ich habe ja einen Arbeitsvertrag unterschrieben - und der verpflichtet mich, auch zu arbeiten.« Fußball zu schauen, würde davon zu sehr ablenken - auch wenn es nur ein Live-Stream in einem kleinen Fenster auf dem Display ist.

Gleiches gilt für Radio-Übertragungen. Und zwar selbst dann, wenn Arbeitnehmer im Job sonst Radio hören dürfen. »Solche Duldungen beziehen sich ja meistens auf Musik, manche können dabei ja wirklich besser arbeiten«, sagt Markowski. »Eine Live-Übertragung ist aber was anderes, dabei kann sich eigentlich niemand mehr auf die Arbeit konzentrieren.«

Ein möglicher Ausweg ist der Live-Ticker in Textform: Ist das private Surfen auf der Arbeit sonst erlaubt, spricht vermutlich nichts gegen den gelegentlichen Klick auf »Aktualisieren« - wenn es die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt.

Und natürlich kann das WM-Gucken auch ausdrücklich erlaubt sein, per Rundmail vom Chef etwa. Manche Arbeitgeber stellen für die großen Spiele vielleicht sogar einen Fernseher oder einen Beamer auf. Dann können sie allerdings auch verlangen, dass Mitarbeiter die 90 Minuten nacharbeiten oder dafür zum Beispiel Guthaben vom Arbeitszeitkonto verbrauchen. »Das ist dann auch ein Fall für den Betriebsrat«, sagt Markowski. »Im Idealfall kann der sogar auf den Arbeitgeber zugehen und so eine Regelung vorschlagen.«