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Das Österreichische perfekt verinnerlicht

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Unser Bild zeigt »Leiwaund« bei ihrem Konzert in Traunsteiner Cafe Tres. (Foto: B. Heigl)

»Der österreichische Dialekt ist darum so hübsch, weil die Rede beständig zwischen Sichgehenlassen und Sich-zusammennehmen hin und her spielt. Er gestattet damit einen durch nichts anderes ersetzbaren Reichtum der Stimmungswiedergabe.« Besser als mit dem Zitat von Christian Morgenstern kann das Faible vieler Bayern für den österreichischen Dialekt nicht erklärt werden. Man denke nur an den Refrain des zeitlosen Ohrwurms von Rainhard Fendrich: »Aber vü, vü, schöner is des G’fühl, wann i a Liab gspür, in miiiir«; das geht doch mitten ins Herz hinein.


Das kann man sich gar nicht auf Hochdeutsch vorstellen. Die Sprache – nein, Österreichisch ist kein Dialekt, habe ich mir sagen lassen – haben die bayerischen Bandmitglieder von »Leiwaund« so gut verinnerlicht, dass ein Zuhörer aus dem Waldviertel, der immer wieder nach Traunstein zu den Konzerten ins Cafe Tres in Traunstein fährt, weil es ihm hier so gut gefällt, voll des Lobes war über die gute Aussprache und über die Musik sowieso.

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Bei »Leiwaund« spielt nun neuerdings auch die Vreni, die zweite Tochter des Drummers und Sängers Ossi Hermann, mit. Genau wie ihre Schwester Sandi scheint sie das familiäre Musiker-Gen in sich zu tragen und war gleich an drei Instrumenten – Bassgitarre, Saxofon Gitarre – zu hören. Gesungen hat sie natürlich auch und man sah ihr an, dass sie das musikalische Bad im mehrstimmigen Gesang genossen hat. Da kann der Papa schon stolz sein auf seine Mädels.

Sandi, die mit ihrer rauen, großen Stimme den Charakter von »Leiwaund« doch wesentlich prägt und lässig zwischen Keybord und Congas hin und her wechselt, ist eine hervorragende Frontmusikerin, die ihren ganz großen Auftritt vor allem bei dem Lied von Seer »Wilds Wossa« hatte. Auch Tom Klaiber, Gitarre und Gesang, könnte als waschechter Österreicher durchgehen, seine Aussprache, seine Haltung, sein Gesichtsausdruck, echt leiwaund! Und Ossi Hermann, dessen Gesichtsausdruck beim Singen eine Mischung zwischen Schmäh und Sentiment ist, brachte ebenfalls die österreichische Seele gefühlvoll zum Klingen.

Den Titel eines Liedes vom Ostbahn Kurti, »A Batz’n Hetz«, haben »Leiwaund« samt falschem Apostroph – die Ösis dürfen das, hab ich mir erklären lassen – als musikalisches Motto übernommen, und Martin Hutter am Bass sorgte für den lässigen Groove dazu.

Nachdem die Bandmitglieder eine Runde Schnaps spendiert bekommen hatten, besannen sie sich auf ihre bayerischen Wurzeln und haben voller Andacht das »Schnapslied« gesungen. Auch schön! Ansonsten hatten sie natürlich die üblichen Verdächtigen wie Wolfgang Ambros, Peter Cornelius, Georg Danzer, STS, Rainhard Fendrich ect. im wohlfeil gestalteten Programm. Barbara Heigl