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Das Alltägliche in Bildern einfangen

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Die Collage »Bär« von Hermann Egger. (Foto: Konnert)

»Hermann Egger erzählt in seinen Bildern von der Welt«. Dieser Satz, dem Flyer zu der kürzlich in der Schalterhalle der Raiffeisenbank Teisendorf eröffneten Ausstellung entnommen, beschreibt treffend das, was dem Teisendorfer Künstler am Herzen liegt.


Es ist nicht die große, weite Welt, sondern das Alltägliche, die Kleinigkeiten, die ob der Schnelligkeit und Routine des Lebens leicht aus den Augen geraten, wie der Schmetterling auf der Wiese, eine Blume oder die Wichteln und Zwerge, die an Kindheit erinnern. »Ich möchte den Menschen mit meinen Bildern Freude bereiten, sie zur Natur zurückführen, auch die Kinder« so Egger bei der Vernissage. Hausherr Wolfgang Thanbichler als Vorstand der Raiffeisenbank, wies in seiner Begrüßung auf die Vielseitigkeit des ausstellenden Künstlers hin. Es lohne sich, die Bilder näher zu betrachten, weil gerade die Details faszinieren würden.

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Ein zahlreiches Publikum war gekommen, um den »Querschnitt«, – so der passende Titel der Ausstellung - durch die vielseitige Thematik und die unterschiedlichsten Arbeitstechniken von Hermann Egger zu sehen: Bleistiftzeichnungen, Radierungen, Aquarelle, Acryl und Ölgemälde, Airbrush und aufwändige Collagen. Mit dem aus chinesischen Zeitungsausschnitten angefertigten Bärenkopf verlässt Egger dann doch die »kleine Welt« und ist mit seinem Engagement für gefährdete Bären durchaus in der »großen« Welt unterwegs. So wie auch seine von Geschichten begleiteten philosophisch geprägten Themenbilder »Das Testament«, »Zehn Minuten vor 12« und »Die Zukunft/Liebe« Mahnung, Warnung und Hoffnung für die Zukunft unserer Welt sein sollen. Ganz anders, aber durchaus bemerkenswert auch die in Öl gefertigten Portraitbilder, darunter das von Herbert von Karajan und Franz Josef Strauß, die den Charakter dieser Menschen treffend wiedergeben.

Hermann Egger, 1956 in Traunstein geboren, ist künstlerischer Autodidakt. Bereits in der Schule sei Zeichnen seine Stärke gewesen, so der Hobbykünstler. Den ersten Aquarellkasten habe er sich dann 1985 gekauft. Malen gelernt habe er durch das genaue Betrachten der Bilder und Techniken großer Künstler wie Dali, Picasso, Klimt, Hundertwasser. Auch die Bilder des Chiemsee-Künstlers Willibald Demel beeindruckten ihn immer wieder und seien eine Quelle der Inspiration. Er hat sich schon an mehreren Ausstellungen in der Region beteiligt. In Teisendorf ist dies seine erste Alleinausstellung, für ihn ein wichtiger Impuls für sein weiteres künstlerisches Schaffen.

Die Initiative, heimischen Künstlern eine Plattform für ihre Werke zu bieten, so Bankvorstand Thanbichler, passe in die Strategie seines Unternehmens, die Region wirtschaftlich, kulturell und als Gemeinschaft zu stärken. Unter den Gästen waren auch die drei Teisendorfer Bürgermeister Thomas Gasser, Norbert Schader und Gernot Daxer sowie Thanbichlers Vorstandskollege Werner Maier.

Bürgermeister Gasser wies anschließend auf das erfreulich zunehmende Interesse an den Werken heimischer Künstler aus Teisendorf und der Region hin, zu dem auch diese Ausstellung sowie die regelmäßigen Ausstellungen im Rathaus und beim Andreasmarkt einen wichtigen Beitrag leisten würden. »Mit einer Ausstellung läßt sich ein Künstler auf ein Abenteuer ein, weil er nicht weiß, wie das Publikum reagiert«, so der Rathauschef. Hermann Egger wünschte er, dass dieses Abenteuer »gut ausgehe« und zeigte sich ob der Vielseitigkeit der Exponate optimistisch.

Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungsfeier von sanften Gitarrenklängen, gekonnt vorgetragen von Matthias Wallner von der Musikschule Teisendorf. Die Ausstellung kann bis zum 31. Oktober in der Schalterhalle der Raiffeisenbank während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Der Künstler kann unter Telefon 08666/7155 kontaktiert werden. Monika Konnert