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Das Anti-Facebook: LinkedIn begeistert Anleger

Mountain View (dpa) - Der Börsengang des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn galt vor einem Jahr nur als eine Art Generalprobe für Facebook. Doch inzwischen macht die LinkedIn-Aktie den Investoren deutlich mehr Freude.

LinkedIn
LinkedIn-Chef Jeff Weiner in der Wall Street kurz von dem Börsengang seines Unternehmens im Mai 2011. Foto: LinkedIn Foto: dpa

Während Facebook Verluste schreibt, verdoppelte LinkedIn im zweiten Quartal seinen Umsatz nahezu auf 228 Millionen Dollar (187 Mio Euro). Der Gewinn fiel allerdings um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,8 Millionen Dollar, wie LinkedIn mitteilte. Das lag unter anderem an Aktien, die Mitarbeiter bekommen haben.

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Diesen Schönheitsfehler verziehen die Anleger dem Unternehmen jedoch. Insgesamt schnitt LinkedIn besser ab, als Analysten erwartet hatten. Die Aktie schoss zum Handelsstart am Freitag um gut zwölf Prozent auf rund 105 Dollar hoch. Beim Börsengang vor gut einem Jahr hatte LinkedIn die Papiere zu 45 Dollar das Stück ausgegeben. Schon am ersten Tag war die Aktie durch die Decke gegangen.

Was für ein Unterschied zu Facebook: Die im Mai zu 38 Dollar ausgegebenen Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks fielen am Donnerstag zeitweise erstmals unter 20 Dollar. Am Ende des Tages gingen sie mit 20,04 Dollar aus dem Handel, ein Verlust von 4 Prozent im Vergleich zum Vortrag. Das bedeutet: Ein Anleger der ersten Stunde hat inzwischen fast die Hälfte seines Einsatzes verloren. Am Freitag stützte ein «LinkedIn-Effekt» auch die Facebook-Aktie: Das Papier kletterte im frühen New Yorker Handel zeitweise um 2,4 Prozent auf rund 20,50 Dollar.

LinkedIn hat 175 Millionen Nutzer weltweit, die hier ihre beruflichen Kontakte pflegen. Bei Facebook sind es 955 Millionen Nutzer, die Kontakt zu ihren Freunden und Bekannten halten. Während Facebook sein Geld vor allem mit Werbeanzeigen und Onlinespielen verdient, ist LinkedIn breiter aufgestellt mit Stellananzeigen, Werbung, Premium-Mitgliedschaften und Diensten für Personalabteilungen von Unternehmen. Einer der größten Konkurrenten ist das deutsche Netzwerk Xing.

LinkedIn ist vom Geschäft zwar wesentlich kleiner als Facebook, das allein im vergangenen Quartal 1,2 Milliarden Dollar Umsatz verbuchte. Allerdings waren auch Erwartungen und Börsenbewertung bei LinkedIn nie so hoch angesetzt.

Den Ausschlag für das schnelle Wachstum bei LinkedIn gab im vergangenen Quartal das Geschäft mit Personaldienstleistungen, das sich mit 121,6 Millionen Dollar im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat. Bei den Einnahmen aus Premium-Accounts gab es einen Sprung von gut 80 Prozent auf 43,5 Millionen Dollar.

Das Netzwerk war vor kurzem Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, bei dem Passwörter im Internet landeten. Nach Medienberichten könnten rund 6,5 Millionen Accounts betroffen gewesen sein. Im vergangenen Quartal habe die Aufklärung des Vorfalls bis zu einer Million Dollar gekostet, sagte Finanzchef Steve Sordello. Im laufenden Vierteljahr sollen zwei bis drei Millionen Dollar für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben werden.

LinkedIn-Mitteilung