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Das ASP wird zum Amt für Waldgenetik

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Randolf Schirmer (rechts) erklärt Landrat Georg Grabner (von links), Bezirksrat Georg Wetzelsberger, Bürgermeister Thomas Gasser und Landwirtschaftsstaatsministerin Michaela Kaniber die   Bedeutung   neuer   Baumarten im Klimawandel. (Foto: Julian Gaviria)

Teisendorf – Das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) heißt jetzt Amt für Waldgenetik (AWG). Dies gab Staatsministerin Michaela Kaniber bei einem Besuch der Teisendorfer Behörde bekannt. Gleichzeitig kündigte sie umfangreiche Investitionen in die bauliche Infrastruktur an und skizzierte die zukünftige, fachliche Ausrichtung des Amtes.


Die Umbenennung war laut Kaniber notwendig geworden, weil sich die Aufgaben des Amtes, vor allem bedingt durch den Klimawandel, in ihrem Schwerpunkt verlagert haben und sich dies auch im Namen widerspiegeln sollte. Auch die technischen Verfahren haben sich durch die rasanten Entwicklungen der forstgenetischen Laborforschung stark verändert.

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Waldbesitzern hilfreich zur Seite stehen

Im Zentrum der praxisnahen Forschung, die seit 50  Jahren hier betrieben wird, stehen nach wie vor die Erbanlagen der Waldbäume sowie deren langfristige Erhaltung und Optimierung. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, denn gerade im Klimawandel ist es wichtig, den Waldbesitzern zu sagen, welche Bäume mit den dramatischen und schnellen Veränderungen am besten zurecht kommen und woher das Saat- und Pflanzgut kommen soll, aus dem ein gesunder, stabiler und leistungsfähiger Wald mit qualitativ hochwertigem Holz entstehen kann. Vieles davon ist durch die Erbanlagen bedingt.

Um diese Frage zu beantworten, wird in Teisendorf neben Feldversuchen auch modernste molekulargenetische Laborforschung betrieben, die nun noch weiter ausgebaut werden soll. Das ASP ist heute das Fachzentrum für Forstgenressourcen, Forstpflanzenzüchtung und forstliches Vermehrungsgut in Bayern und auch über Bayern hinaus ein gefragter Partner. »Wir werden die internationale Spitzenstellung dieser einzigartigen Forschungsstätte weiter festigen und sie zu einem unverzichtbaren Dienstleister für unsere Waldbesitzer machen«, sagte Kaniber.

Seit 1968 im Zentrum von Teisendorf angesiedelt

Landrat Georg Grabner und Bürgermeister Thomas Gasser freuten sich über das große Interesse an der modernen und international gut vernetzten forstlichen Forschungseinrichtung. Das klare Bekenntnis der Staatsministerin zu dieser Institution sehen beide auch als Stärkung des ländlichen Raums, die zugesagten Investitionen als ein Zeichen der Wertschätzung für die Region Berchtesgadener Land. »Das ASP, jetzt AWG ist ein Schatz für Teisendorf«, so Bürgermeister Gasser.

Das ASP ist seit seiner Gründung 1968 in einem historischen Gebäude im Zentrum von Teisendorf untergebracht. Dessen interessante und wechselvolle Geschichte skizzierte der Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Spranger. Das fast 600 Jahre alte Haus war Weißbierbrauerei, Fürsterzbischöfliche Hofbrauerei, danach Pflegehaus mit Sitz der Gebietsverwaltung, Gerichtssitz und Mautstelle für Salz. Nach dem Übergang zum Königreich Bayern 1810 war dort für einige Jahre das königlich-bayerische Landgericht untergebracht. Ab dann beherbergte es wechselnde, forstliche Behörden, ab 1964 die damals neu gegründete »Bayerische Landesanstalt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht«, später ASP. Die Teisendorfer nennen es liebevoll immer noch Forstamt. »Das wird sich auch mit der Neubenennung wahrscheinlich nicht ändern«, meinte der Bürgermeister schmunzelnd.

Bei ihrem ersten Besuch am AWG informierte sich Forstministerin Michaela Kaniber bei einem Rundgang durch die Einrichtung über neueste Forschungsprojekte und aktuelle Aufgaben des ASP. Der stellvertretende Leiter des ASP, Randolf Schirmer, sowie die Sachgebietsleiterinnen Dr. Eva Cremer und Dr. Barbara Fussi gaben kurze Einführungen zu neuen Baumarten im Klimawandel, Fragen der Herkunftskontrolle und der Langzeitbeobachtung genetischer Veränderungen in unseren Wäldern.

Kaniber zeigte sie mit der Arbeit am ASP sehr zufrieden. Damit die Behörde ihre praxisbezogenen Verwaltungs- und Forschungsaufgaben auch in Zukunft optimal und auf neuestem wissenschaftlichen Stand erfüllen kann, sagte sie Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro zu.

Amtsgebäude auf modernen Stand bringen

Damit soll das historische Amtsgebäude auf einen zeitgemäßen Bürostandard gebracht werden und anschließend an das 2014 eröffnete Laborgebäude noch ein weiterer hochfunktionaler Neubau entstehen. Auch ein modernes Gewächshaus ist eingeplant.

»Die Beschäftigten bekommen so ein Arbeitsumfeld, das aktuellen wie künftigen Aufgaben gerecht wird und das ASP als attraktive und zukunftsorientierte Forschungseinrichtung für den Wald in Bayern erhält«, so Kaniber. kon