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Das eigene Geld verpulvern?

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Die Vorstände der Königsseer Weihnachtsschützen Peter Maltan junior (r.) und Georg Lenz (l.) freuen sich mit den langjährigen treuen Mitgliedern. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Weihnachtsschützenvorstand Peter Maltan (l.) freut sich mit Schützenmeister Hans Fischer (r.) über acht neu aufgenommene junge Männer.

Schönau am Königssee - Die Generalversammlung der Königsseer Weihnachtsschützen fand am Freitagabend im Hotel »Bergheimat« statt. Die Versammlung verlief so lange konstruktiv und harmonisch, bis es um die Finanzen ging. Der Vorschlag, dass die Schützen die jährliche Böllerprüfung selbst bezahlen sollen, erhitzte die Gemüter. Vorsitzender Peter Maltan nahm die verschiedenen Meinungen zum Thema auf und möchte sich nun mit seinen Vorstandskameraden beraten.


Höhepunkt der Versammlung waren die Neuaufnahmen von acht jungen Weihnachtsschützen sowie die Ehrung langjähriger treuer Mitglieder. Den Weihnachtsschützen war anzumerken, dass sie sich schon sehr auf die bevorstehenden Schießen an Weihnachten und Silvester freuen.

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Schriftführer Erhard Moldan berichtete über ein ereignisreiches Schützenjahr. Und wagte bereits einen Blick auf das Jahr 2022, in dem die Königsseer Weihnachtsschützen ihr 100-jähriges Bestehen feiern.

Kassier Paul Geißinger führte wie immer den Kassenbestand akribisch genau auf und erntete dafür Beifall. »Die Kasse stimmt auf Heller und Pfennig«, lobte Kassenprüfer Stefan Punz.

Vorsitzender Peter Maltan dankte zunächst einmal allen, die sich sehr um den gesellschaftlichen Bereich verdient machen, darunter die Familie Lenz vom Grafenlehen. Er habe sich auch die Frage gestellt, ob ein Brauchtumsverein einen Vereinsausflug machen müsse und dies für gut und sinnvoll befunden. Schließlich sei auch der gesellschaftliche Teil in einem Verein stets zu pflegen. Als eine sehr gute Idee habe sich die gemeinsame Weihnachtsfeier mit den Feuerwehrkameraden erwiesen, viele seien ohnehin in beiden Vereinen. Der Vorstand des Königsseer Feuerwehrvereins Franz Graßl hatte dazu die Idee gehabt.

»Kein Sparverein«

Ebenso wie das Gesellschaftliche gehörten zu einem gesunden Verein jedoch auch eine solide Finanzlage, befand Maltan und klärte darüber auf, dass die Mitgliederbeiträge trotz einer gesunden Kassensituation bei Weitem nicht die Ausgaben deckten. »Wir sind kein Sparverein, aber gleichwohl müssen wir uns Gedanken über die Beiträge, die Pulverkosten und die Böllerprüfung machen«, führte Maltan weiter aus.

Als eine gute Mischung zwischen »Jung und Alt« bezeichnete Maltan die Mitgliedersituation. »Wenn man den Alten« zuhört, dann gab es auch früher Probleme. Aber die Zeiten sind halt anders geworden. Das Wichtigste ist immer, sich auszutauschen und auszureden«, betonte Peter Maltan.

Eine große Freude war es dem Vorstand und Schützenmeister Hans Fischer, acht junge Weihnachtsschützen neu aufzunehmen und ihnen das Schützenbuch auszuhändigen (siehe Kasten).

Ebenso viel Freude machte es dem Vorstand, langjährige Schützenkameraden zu ehren und sie mit geschmackvollen Urkunden und Ehrenabzeichen zu bedenken. Herausragend war in diesem Jahr die 75-jährige Vereinszugehörigkeit von Hans Metzenleitner, der allerdings zur Generalversammlung nicht kommen konnte, weil sein Sohn Geburtstag feierte.

Im Weiteren wurden 15 treue Mitglieder für ihre 25- bis 50-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet (siehe Kasten).

Kurz: »Bin stolz darauf, ein Weihnachtsschütze zu sein«

Bürgermeister Stefan Kurz sprach mit Freude davon, in seiner Gemeinde drei so gut funktionierende Brauchtumsvereine wie die beiden Weihnachtsschützenvereine und den GTEV D'Funtenseer zu wissen. Diese seien nicht nur für die Gemeinde, sondern für das ganze Berchtesgadener Land sehr wichtig. Er sei nach seiner nun schon fast 30-jährigen Amtszeit stolz darauf, bei den Weihnachtsschützen dabei zu sein. Er habe auch immer auf seine Vereine und den gedeihlichen Fortbestand geschaut, so Kurz.

Vereinigungsvorstand Rudi Koller schloss sich den lobenden Worten des Bürgermeisters an, gratulierte den Geehrten und noch einmal im Besonderen Hans Metzenleitner.

Nachdem Michael Brandner, Technischer Leiter der Schifffahrt Königssee, darum gebeten hatte, keine Pulverreste bei der Rückfahrt von St. Bartholomä dabei zu haben, forderte er die Versammlung auf, darüber nachzudenken, ob der Weihnachtsschütze die Böllerprüfung nicht selbst bezahlen sollte. Diesem Vorschlag schloss sich Klaus Kurz an. Denn mit einer Beitragserhöhung erreiche man dahin gehend wenig, befand er. Wie nicht anders zu erwarten kam es nach diesen Argumenten zu einer kontroversen Diskussion. Dennoch gingen die Weihnachtsschützen nach reger Aussprache friedlich hinaus in die kalte Winternacht. Christian Wechslinger

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