weather-image

Das eigene Umfeld bienenfreundlich gestalten

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Bürgermeister Hans-Jörg Birner (von links) gratuliert der neu gewählten Führungsspitze der Imker mit Lukas Babinger als zweitem Beisitzer, Helga Stadler als Schriftführerin, Andreas Wörndl als Kassier, Gernot Straßer als stellvertretender Vorstand und Helmut Hofmeister als Vorstand. Gemeinsam werben sie für das Volksbegehren »Rettet die Bienen«.

Kirchanschöring – Im Zuge der Jahreshauptversammlung des Imkervereins Kirchanschöring wurde die bewährte Vorstandschaft wiedergewählt. Weiter wurde das Bienenwetter 2018 betrachtet, der Fortschritt beim Bau des Schaubienenhauses vorgestellt und Wissen um die Bedürfnisse der Honigbienenvölker vermittelt.


Der Vorsitzende Helmut Hofmeister rief alle dazu auf, das von der Ökologisch- Demokratischen Partei initiierte Volksbegehren »Rettet die Bienen« zu unterstützen. Zum Erhalt der Artenvielfalt besonders der Bienen trage auch die bienenfreundliche Gestaltung des eigenen Umfelds und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz im eigenen Garten bei. Denn der Nahrungsmangel, vor allem im Sommer, stelle nach wie vor eines der Hauptprobleme für alle Blüten besuchenden Insekten dar.

Anzeige

Wie Hofmeister sagte, müssen sich von 31. Januar bis 13. Februar zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern in den Rathäusern für das Volksbegehren eintragen, wenn es Erfolg haben soll. In Kirchanschöring halte das Rathaus dafür an einigen Tagen zusätzlich länger offen (donnerstags von 13 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 11 Uhr). Damit sperrt das Rathaus zweimal länger auf, als die Wahlordnung vorgibt.

Die Kernforderungen des Volksbegehrens kämen den Imkern sehr entgegen: Hecken, Bäume und kleine Gewässer sollten erhalten bleiben und blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben geschaffen werden. Zudem sollen einzelne lokale Lebensräume zu Biotopverbünden ausgebaut, der Pestizideinsatz deutlich gesenkt und der Anteil der Biobetriebe in der Landwirtschaft gesteigert werden.

Laut Hofmeister sind nur leistungsfähige und gesunde Bienenvölker in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen. Daher sei es den Imkern wichtig, dass frei wachsende Weiden und Palmbäume im Rahmen von Säuberungsaktionen nicht entfernt werden. Der Imkerverein habe die 300 bestellten Salweiden-Setzlinge (Palmkätzchen) auf Kirchanschöring Laufen, Fridolfing, Waging und Petting aufgeteilt. Die Kätzchen der Salweide stellten die erste wichtige Bienennahrung im Jahr dar.

Hofmeister warb für Kurse und Fachvorträge. Am 22. März spricht Imkermeister Hans Rindberger im Salitersaal unter anderem über »Störungen des Bienenvolkes und die Varroa-Vermehrung« und »mit wenig Arbeit Schwarmverhinderung«. Dabei gewesen sei man auch bei der Eröffnung des Lehrbienenstands in Ruhpolding.

Weiter stellte Hofmeister die Arbeiten beim Bau des Schaubienenhauses vor, das zwischen Götzinger Achen und Bannpointstraße entsteht. Das Gebäude solle ein Treffpunkt zum Erfahrungsaustausch und zum Honigschleudern werden. Vor allem Schülern wolle man die wichtige Rolle von Bienen und Insekten näherbringen und Neu-Imker schulen. Das Gebäude samt Zufahrtsweg, Bienenwiese und Schautafeln, wird von der Gemeinde und mit Mitteln der EU und des Freistaats Bayern (Leader) erstellt.

Da der Imkerverein selbst wenig Geld hat, muss er einiges an Muskelhypothek beisteuern. »Bislang waren es rund 200 Stunden an Eigenleistung«, sagte Hofmeister, unter anderem beim Erstellen der Fundamente, beim Decken des Dachs und beim Innenausbau des Honigschleuderraums. Gefragt seien Helfer noch beim Anlegen einer Blumenwiese und bei Arbeiten im Inneren des Gebäudes. Erstellt hat das Bienenhaus die Zimmerei Stadler. Ausgeführt in Modulbauweise, ist es mühelos versetzbar. »Die Einweihung soll aller Voraussicht nach am 18. Mai gefeiert werden.« (Ausweichtermin ist der 25. Mai).

Wieder höchst erfolgreich sei auch das Ferienprogramm über die Bühne gegangen. Dies habe den 29 Kindern aufregende Momente am Lehrbienenstand in Wolkersdorf beschert. Betreut worden waren sie von Gernot und Dagmar Straßer, Manfred Brandmayer, Helga Stadler, Alexandra Poller und Helene Hofmeister. Das Ferienprogramm halte man wieder Ende Juli am neuen Schaubienenhaus ab. Im Advent wolle sich der Verein erneut am Christkindlmarkt in Fridolfing beteiligen, der 2018 so großen Anklang fand, dass Waren und Getränke ausgingen.

Kassier Andreas Wörndl nannte diesen Markt eine der wichtigsten Einnahmequellen. Gesundheitswart Martin Lenz bestätigte, die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land seien nun wieder komplett frei von Faulbrut.

Bürgermeister Hans-Jörg Birner gratulierte der wiedergewählten Vereinsspitze, die für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bleibt: Helmut Hofmeister als Vorstand, Gernot Straßer als Stellvertreter, Andreas Wörndl als Kassier, Helga Stadler als Schriftführerin sowie Markus Schwaiger als Beisitzer. Einzig Lukas Babinger ist als zweiter Beisitzer neu in der Runde.

Gerade Kirchanschöring liege ja die Ökologie sehr am Herzen. Daher freue er sich, dass die Imker das Schaubienenhaus zu einem der wichtigsten Plätze der Umweltbildung ausbauen möchten, so Birner. Auch im Sinne der Jugendarbeit sei dies gut angelegtes Geld. »Super wäre es natürlich, wenn Kirchanschöring den Wettbewerb 'Bienenfreundliche Gemeinde' mit dem entsprechenden Preisgeld gewinnen würde, den der Bezirk Oberbayern vor einigen Wochen ausgelobt hat, zumal wir sehr viele der geforderten Kriterien erfüllen können«, sagte Birner. ca

Italian Trulli