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Das Ende einer erfolgreichen Ära

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Josef König (von links) und Regina König übergaben symbolisch einen großen Schlüssel an die neuen Hüttenwirte des Purtschellerhaus, Gabriele und Siegfried Hinterbrandner.

Elf Jahre lang haben die Hüttenwirte Regina und Josef König das Purtschellerhaus (1700 m) der DAV-Sektion Sonneberg bewirtschaftet. Nun wurden sie in den Ruhestand verabschiedet. Ab Mai 2018 werden die neuen Hüttenpächter Gabriele und Siegfried Hinterbrandner die Bewirtschaftung des Purtschellerhauses übernehmen. Dazu erfolgte nun auch bereits die Schlüsselübergabe durch den Hüttenreferenten der Sektion, André Resch. Gabriele und Siegfried Hinterbrandner hatten bisher übrigens das Kärlingerhaus.


Nicht nur viele Sonneberger haben in den vergangenen Jahren das Purtschellerhaus besucht – und dabei die herrliche Aussicht auf das Berchtesgadener und das Salzburger Land genossen. Dabei ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, dass es an diesem schönen Ort am Fuße des Hohen Gölls, dem zweithöchsten Berg im Berchtesgadener Land, eine Hütte gibt.

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Großen Anteil daran haben natürlich die fleißigen und unermüdlichen Mitglieder der Sektion Sonneberg. Sie sichern mit den laufenden Instandsetzungsarbeiten am Haus und an den Zustiegswegen den Fortbestand des Hauses. Damit tragen sie unter anderem auch den stets wachsenden Anforderungen der verschiedensten Behörden zur Sicherheit der Besucher Rechnung. Die Schwierigkeit dabei: Das Haus wird ohne Anschluss an die öffentliche Infrastruktur betrieben.

Die zweite wesentliche Komponente für den erfolgreichen und nachhaltigen Betrieb müssen die Pächter im jährlich wiederkehrenden Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Oktober einbringen. Das Ehepaar Regina und Sepp König haben diese Aufgabe in den vergangenen elf Jahren mit Bravour gelöst, lobte Günter Geyer, der Vorsitzende der DAV-Sektion Sonneberg, die beiden bei der Verabschiedung. »Das verdient unser aller Hochachtung auch besonders deshalb, weil neben der Gastronomie und Beherbergung natürlich noch alle technischen Systeme der autarken Versorgung betreut, bedient und auch zum Teil gewartet werden müssen, was ein erhebliches Maß an technischem Verständnis und handwerklichen Fertigkeiten voraussetzt.«

Jedes Getränk, jedes Nahrungsmittel, Werkzeuge, Material und Kleinteile aller Art müssen im Tal beschafft und dann über die Rossfeld-Höhenring-Mautstraße zur Materialseilbahn geschafft werden, um sie dann noch die letzten 300 Höhenmeter zum Haus zu bringen, führte er weiter aus. »Das verlangt schon eine gründliche Planung des Bedarfs und der Logistik.«

Schließlich kommen nur dann ausreichend Tages- und Übernachtungsgäste, wenn der Wohlfühlfaktor stimme – sprich die Sauberkeit im Haus und die Freundlichkeit der Wirtsleute – gepaart mit einem schmackhaften Speisen- und Getränkeangebot bei gutem Preis-Leistungsverhältnis. »Das kommt in den zur Verfügung stehenden fünf Monaten einem gewaltigen Balanceakt gleich«, betonte Geyer, »werden doch die Einnahmen für das Hüttenwirtsehepaar wie auch für die Gebäude- und Wegekosten in dieser kurzen Zeit erwirtschaftet.«

Regina und Sepp König haben umfangreiche Marketinginitiativen durchgeführt, um ein gutes Betriebsergebnis zu erreichen. Bekannt waren sie vor allem auch für die Herstellung eigener Nudeln und Kaspressknödel, Rouladen und anderer Spezialitäten. Dazu organisierten sie noch Bergmessen, Musikantentage und richteten Familienfeiern aus. »Alles möglichst unter Verwendung regionaler Produkte mit möglichst umweltfreundlichen Materialien – und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.«

Gemeinsam mit den baulichen Anstrengungen der Sektion Sonneberg konnte das Purtschellerhaus 2015 zur Hauptversammlung des Bundesverbands des Deutschen Alpenvereins das Umweltgütesiegel erringen. Außerdem gelang es, erfolgreich an der Aktion »So schmecken die Berge« teilzunehmen.

So haben sich Regina und Sepp König den Eintritt in den Ruhestand wohl verdient, auch wenn ihnen dieser Schritt nach so vielen Jahren nicht leicht gefallen ist. Die Sektion bedankte sich für die gute Arbeit und zeichnete sie mit der Ehrenplakette der Sektion aus. Als Ehrenmitglieder werden sie auch weiterhin einen Platz in der Sonneberger DAV-Sektion einnehmen. fb