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Das Flussbett wird breiter

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Mit schwerem Gerät fällen Arbeiter die Bäume entlang der Böschung und bereiten damit die Aufweitung des Salzachufers bei Tittmoning vor.(Foto: WWA Traunstein)
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Blick in die Zukunft: In einigen Jahrzehnten wird die Salzach breiter fließen können. Die hellen Bereiche zeigen Kiesbänke, die dank der Umgestaltung des Uferbereichs entstehen sollen. Links unten ist die Tittmoninger Brücke zu sehen. (Visualisierung: Büro Revital)

Tittmoning – Die Salzach soll wieder frei fließen. Daher wird das bayerische Ufer nördlich der Tittmoninger Brücke umgestaltet und ökologisch aufgewertet. Die Vorbereitungen dazu laufen. Die wesentlichen Bauarbeiten finden dann in zwei Abschnitten statt, zwischen Herbst 2021 und Frühjahr 2022 sowie zwischen Herbst 2022 und Frühjahr 2023.


Bauherr ist das Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Die Planungen zur ökologischen Umgestaltung hat das Landratsamt Traunstein genehmigt. Die Gesamtkosten veranschlagt das Wasserwirtschaftsamt für das Projekt mit rund 2,6 Millionen Euro. Weil durch die Verbreiterung des Flussbettes mehr als 100 Hektar zusätzlicher Rückhaltefläche entstehen, beteiligt sich die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms zu 60 Prozent an den Kosten. Auf österreichischer Seite sind ähnliche Maßnahmen geplant. Die Umsetzung hat dort bereits begonnen.

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Das Wasserwirtschaftsamt bereitet die Baumaßnahmen nun vor: Damit im Herbst die großen Wasserbausteine, die das Ufer der Salzach fixieren, beseitigt werden können, werden derzeit auf der Böschung die Bäume auf einer Länge von 1 600 Metern gefällt. Darüber hinaus werden im anschließenden, etwa 15 Meter breiten Auwaldstreifen größere Bäume entfernt. Diese könnten sonst bei Hochwasser mitgerissen werden und eine Gefahr für Brücken und Kraftwerke darstellen. Besonders wertvolle Altbäume bleiben aber vorerst erhalten, um dort lebenden Fledermäusen Zeit einzuräumen, in die bereits geschaffenen Ersatzquartiere umzusiedeln.

Die eigentlichen Bauarbeiten auf einer Gesamtlänge von vier Kilometern sind in zwei Abschnitten vorgesehen – jeweils in der hochwasserarmen Winterzeit, wenn auch die Beein-trächtigungen für Natur und Mensch am geringsten sind. Die Wasserbauer in Bayern und Österreich entfernen zunächst nördlich der Tittmoninger Brücke das Korsett aus großen Wasserbausteinen, sodass die Salzach dort langfristig breiter fließen kann. »Damit schaffen wir die Voraussetzung, dass eine neue, naturnahe Flusslandschaft entsteht, eng vernetzt mit dem Auwald: Es werden sich bewegliche Kiesbänke, Abflussrinnen mit unterschiedlichen Wassertiefen und Strömungen sowie vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bilden«, erklärt Walter Raith, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein.

Da die Salzachauen Teil eines streng geschützten Natura-2000-Gebietes sind, haben die Planer das Vorhaben im Vorfeld eng mit den Naturschutzbehörden und der Fischereifachberatung abgestimmt, außerdem mit den Forstbehörden, der Jägerschaft und den Kommunen.

Sobald die Ufersicherungen beseitigt sind, sollen Hochwässer die Ufer angreifen: Im Laufe von Jahrzehnten wird sich die Salzach laut Berechnungen von derzeit 100 auf bis zu 190 Meter verbreitern. Gleichzeitig verringert sich damit der Druck auf den Grund des Flusses, die Sohle, und die Eintiefung wird gebremst. Es entstehen bewegliche Kiesbänke und natürliche Ufer. Die Lebensraumverhältnisse am und im Fluss verbessern sich nachhaltig, insbesondere für die salzachtypischen Fischarten, wie Huchen, Koppe und Strömer.

Die Planungen für das Vorhaben laufen bereits seit rund zwei Jahren. Sie sind Teil des Gesamtprojekts »Sanierung der Unteren Salzach«, mit dem Bayern und Österreich das Flussbett stabilisieren und einen guten ökologischen Zustand herstellen wollen, wie ihn die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert. Dabei haben die vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein und dem Amt der Oberösterreichischen Landesregierung gemeinsam geplanten Maßnahmen keine Auswirkungen auf die Salzachsanierung südlich von Tittmoning – unabhängig davon, ob weitere Sanierungsschritte dort künftig mit oder ohne Wasserkraftnutzung umgesetzt werden.

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