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In Marktschellenberg sind nun 95 Prozent aller Anwesen an das Kanalnetz angeschlossen

Das Graben hat nach zehn Jahren ein Ende

Marktschellenberg – Genau zehn Jahre lang hieß es in Marktschellenberg: graben, graben, graben. Rund 5,76 Millionen Euro abzüglich stattlicher Zuschüsse in Höhe von 3,8 Millionen Euro hat die Marktgemeinde in die Erweiterung der Abwasserbeseitigung investiert. Jetzt konnte das Langzeit-Projekt abgeschlossen werden, über 95 Prozent der Anwesen sind nun an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen.

Bauarbeiten am Kraxenberg: Alleine in der Scheffau hat das Abwasserleitungsnetz eine Länge von fünf Kilometern. (Fotos: Gemeinde)
480 000 Euro wird die Sanierung des Glockenwegs kosten.
Rund 370 000 Euro wurden alleine in die Sanierung des Neuhäuslwegs investiert.

»Wegen der langen Strecken in unserer Flächengemeinde war das schon eine aufwendige Geschichte«, sagt Bürgermeister Franz Halmich. Über 50 Kilometer lang ist das Kanalnetz in der Marktgemeinde, vor Baubeginn waren es noch 30 Kilometer gewesen. Dazu erschwerte das teils sehr steile Gelände die Grabarbeiten. Mit einer erneuten Investition von 1,5 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr konnten die Arbeiten nun beendet werden. »Möglich war das nur durch die stattlichen Zuschüsse in Höhe von 70 Prozent«, erklärt der Bürgermeister. Nun seien nur noch rund 15 sehr abgelegene Anwesen beispielsweise in der Scheffau und am Gastagweg ohne Kanalanschluss.

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Der Rathauschef sieht das Kanalprojekt auch im Hinblick auf mögliche infrastrukturelle Entwicklungen in seiner Gemeinde als sehr bedeutend. »Damit könnte theoretisch auch einmal ein Sondergebiet für ein Hotel oder für eine andere touristische Nutzung ausgewiesen werden«, sagt Halmich. Der freut sich vor allem darüber, das man seit rund fünf Jahren auch Leerrohre für die Breitbandversorgung mit verlegt hat. »Jetzt kann der Breitbandausbau ohne größeren Aufwand vorangetrieben werden«, sagt Halmich. Im Frühjahr soll damit begonnen werden, in vielen Gemeindeteilen werden sogar Glasfaserkabel verlegt.

Vergleichsweise kurz, nämlich seit zweieinhalb Jahren, ist man in der Marktgemeinde Marktschellenberg mit der Beseitigung der Unwetterschäden beschäftigt. »Wir haben dieser Sache damals höchste Priorität geschenkt, weil die Fördersituation mit 100-prozentiger Bezuschussung äußerst gut war«, erklärt Bürgermeister Halmich. 5,8 Millionen Euro sind seitdem in die Infrastruktur der Marktgemeinde geflossen, alleine 1,8 Millionen Euro in die Almbachklamm. »Die Infrastruktur ist auf einem Niveau saniert worden, das sie sicher macht vor weiteren Unwetterschäden«, sagt Franz Halmich. So sind beispielsweise die Brücken in der Almbachklamm stabiler gemacht und höher gesetzt worden. Obwohl die Gemeinde dafür eigentlich nichts bezahlen muss, wird der gemeindliche Haushalt durch Zwischenfinanzierungen von über 1 Million Euro auf die Probe gestellt. Doch ein Ende ist abzusehen, denn es stehen nur noch einige kleinere Maßnahmen an. Das wird auch die Beschäftigten im Rathaus freuen. »Unsere Leute haben hier in den letzten zweieinhalb Jahren Enormes geleistet«, lobt Bürgermeister Halmich. Dafür sind die Straßen und Wege Marktschellenbergs jetzt in einem so guten Zustand wie vielleicht noch nie. Ulli Kastner