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Das große Fisch-Zählen

Zählerei im Aquarium
Richard siehst du rechts. Er und seine Klasse waren bei einer großen Zählaktion dabei. Foto: Lisa Forster/dpa Foto: dpa

Der kleine Hai im Aquarium hat Hunger. Neugierig knabbert er an der Hand, die der Pfleger ins Becken hält. D


er Pfleger leuchtet mit einer Taschenlampe auf Hai-Eier. Er will prüfen, aus wie vielen Eiern demnächst kleine Fische schlüpfen könnten. Da beißt der Hai wieder in seine Hand.

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«Tut dir das nicht weh?», fragt ihn Richard, der das Aquarium mit seiner Klasse besucht. «Das ist nicht angenehm», sagt der Pfleger. Aber er beruhigt Richard: «Die Fische sind nur ein bisschen aufgeregt, weil sie bald Futter bekommen.»

Richard ist zwölf Jahre alt und zum ersten Mal bei einer Inventur im Aquarium dabei. Bei so einer Inventur zählt der Pfleger Fische und andere Wasserbewohner wie etwa Kraken. So weiß er dann zum Beispiel, wie viel Futter er in die Becken geben muss. Bei der Inventur merkt der Pfleger auch oft, ob Tiere krank sind. Solche Inventuren finden zurzeit in vielen Zoos, Aquarien und Tierparks statt.

Auch Richard hat zu Hause ein Aquarium. Bei sich hat er aber noch keine Inventur gemacht. Er muss deshalb die Zahl seiner Fische raten: «Ich habe vielleicht 30 Tiere.» Hier im großen Aquarium sind es viel mehr: ungefähr 3000 Fische!

Die Fische im Wasser zu zählen, ist sogar für den Pfleger schwierig. Vor allem, wenn die Tiere in Schwärmen durch das Becken flitzen. Der Pfleger muss sich mit Tricks helfen. «Wir fotografieren das Becken und zählen dann auf den Fotos», sagt er. «Bei riesigen Fischschwärmen kann ich aber nur ungefähr sagen, wie viele Tiere das sind.»

Bei einer Inventur im Aquarium wird nicht nur gezählt, sondern auch gemessen und gewogen: Für Richard und seine Klasse öffnet der Pfleger einen großen Kühlschrank und holt eine Box heraus. In ihr liegt eine kleine Sumpfschildkröte. Sie bewegt sich nur wenig.

Der Pfleger erklärt: «Sie ist im Moment in der Winterstarre und ist deshalb im Kühlschrank.» Ab und zu muss die Schildkröte auf die Waage. Nur so weiß der Pfleger, ob es ihr gut geht. Er misst ihr Gewicht: Alles in Ordnung!

Der Pfleger liebt seinen Beruf. Auch das Zählen macht ihm Spaß. Richard ist die Inventur ein bisschen zu anstrengend. «Mir reicht mein Aquarium daheim», sagt er. Den Besuch im großen Aquarium findet er trotzdem cool.