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Starke Leistung: Der Siegsdorfer Radprofi Daniel Bichlmann (Zweiter von rechts) feierte einen dritten Platz bei der Bruckmühler Radsportnacht. Er musste am Ende nur den beiden Spitzenfahrern Marco Haller (Mitte) und Gregor Mühlbacher den Vortritt lassen. (Foto: Aparan)

»Das ist wie ein Ritterschlag«

Beim Innenstadtkriterium im österreichischen Wels Achter, bei der Bruckmühler Radsportnacht Dritter und beim Kurparkrennen in Bad Homburg Fünfter! Daniel Bichlmann ist weiter in Form und mischt bei den Kriterien ganz weit vorne mit. »Wenn es läuft, dann läuft es«, freute sich der Siegsdorfer Radprofi in Diensten der Maloja Pushbikers über seine jüngsten Coups, bei denen er auch gegen namhafte Konkurrenz angetreten ist. Zuvor hatt der 33-jährige Vollblut-Sportler, der mittlerweile auch Vollzeit als Kaminkehrer arbeitet, ja schon beim Kriterium »Rund um den Marktplatz« in Prien am Chiemsee und beim Rennen »Rund um das Hohenheimer Schloss« gewonnen.


Der Lohn für diese großartigen Erfolge: Bichlmann ist nun auch wieder von seinem Team nominiert worden und startet mit den Maloja Pushbikers ab heute bei der Czech Cycling Tour. »Das ist ein wahnsinnig schweres Rennen«, betonte Bichlmann, der es aber sportlich sieht. »Dabei sein ist alles.« Dennoch will er auch bei dieser Rundfahrt unbedingt sein Potenzial abrufen, denn der ehrgeizige Rennradfahrer möchte sich für eine weitere Vertragsverlängerung empfehlen. »Die Pushbikers sind ein optimales Umfeld für mich«, hob er hervor. »Ich fahre sehr gern für das Team.«

Die besten Empfehlungsschreiben gab der Siegsdorfer zuletzt jedenfalls gleich reihenweise ab. Beim Innenstadtkriterium in Wels beispielsweise bekam es Daniel Bichlmann unter anderem mit fast allen österreichischen World-Tour-Fahrern zu tun und auch der Beinahe-Bergkönig der Tour de France, Simon Geschke, war dabei. Doch der Siegsdorfer ließ sich auch vor großen Namen nicht einschüchtern und wurde am Ende starker Achter in diesem erlesenen Feld. »Es ist richtig gut gegangen«, berichtete Bichlmann. »Im Finale war ich vielleicht in den letzten zwei Kurven etwas zu passiv, aber unter dem Strich war das okay.«

Noch besser lief es dann bei der legendären Bruckmühler Radsportnacht! Bichlmann stand am Ende als Dritter auf dem Podest. Was ihn auch deshalb so freute, weil er »praktisch als Lokalmatador« dabei gewesen ist. Und er hat an dieses Rennen auch viele schöne Erinnerungen: Denn schon in jungen Jahren war er dort oft am Start gewesen und besserte sein Taschengeld auf. »Es ist nach wie vor eine absolut fantastische Veranstaltung«, schwärmte er.

Seinen ganz speziellen Charakter bekommt das Radrennen, weil das Hauptfeld erst um 22 Uhr startet. »Das ist schon eine ganz besondere Stimmung – alles ist mit Baustellenstrahlern ausgeleuchtet«, hob Bichlmann hervor. »Einfach eine tolle Atmosphäre mit einem tollen Publikum.« Schade sei diesmal gewesen, dass es geregnet habe. Dennoch ließ sich Bichlmann davon nicht aus dem Konzept bringen und punktete früh – und das war auch seine Taktik. »Ich habe gewusst, dass es im späteren Verlauf des Rennens für mich gegen Tour-de-France-Teilnehmer wie Marco Haller oder Gregor Mühlberger immer schwieriger werden wird, weil die dann ihre riesige Motorleistung immer besser ausspielen können.«

Der Sieg war für den Siegsdorfer vor den Augen seiner Mama schließlich zum Greifen nah – und als er den Podiumsplatz sicher hatte, startete Daniel Bichlmann »eine Alles-oder-Nichts-Attacke«. Diese ging letztlich aber nicht auf und so musste Bichlmann im Schlusssprint Haller und Mühlberger noch vorbeiziehen lassen. »Aber das ist schon ein unglaublich guter Erfolg für so einen kleinen Conti-Profi wie es ich bin. Das ist wie ein Ritterschlag«, betonte Bichlmann. Er freute sich auch sehr darüber, die Farben seines Rennstalls nah am Stammsitz – die Pushbikers kommen ja aus Holzkirchen – so erfolgreich präsentiert haben zu können.

Doch damit nicht genug: Daniel Bichlmann war dann auch noch beim Kurparkrennen in Bad Homburg dabei und feierte dort am Ende einen fünften Platz. Damit wurde er bester Nicht-World-Tour-Fahrer. »Was schon auch richtig cool ist.« Und es zeigte auch, wie stark das Rennen besetzt gewesen ist. Der Sieg ging letztlich an Simon Geschke. Er verwies Nils Politt, John Degenkolb und Jonas Rutsch auf die weiteren Plätze. »Ich habe auf jeden Fall fleißig mitgepunktet, aber gegen die deutsche Spitze habe ich keine realistische Chance. Die haben einfach mehr PS.«

Mit seinen jüngsten Ergebnissen kann Daniel Bichlmann jedenfalls rundum zufrieden sein – und das ist er auch, wie er betonte: »Das ist schon alles etwas Besonderes.«

SB