weather-image

Das Jahr steht auf der Höhe

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das Kammerensemble Kohlhauf bei der Abendmusik in der Pfarrkirche Ruhpolding. (Foto: Aumiller)

Das Kammerensemble Kohlhauf ließ mit seinen exquisiten Klängen das Goldzierat in der schönen barocken Pfarrkirche St. Georg in Ruhpolding noch glänzender leuchten. Die geistliche Abendmusik war zugleich eine Feierstunde zum besonderen Sonntag des 24. Juni, dem Hochfest des hl. Johannes.


Pastoralreferent Georg Gruber las zwischen den Musikstücken passende Texte zum Fest der Geburt Johannes des Täufers. Er machte auch auf zwei Johannesdarstellungen in der Kirche aufmerksam. »Musik und Betrachtung dürfen Gebet sein und etwas in uns zum Klingen bringen«, leitete Gruber die Abendmusik ein. Das Ensemble Kohlhauf besteht aus Geigerin Daniela Willert, Oboistin Claire Sirjacobs, Harfenistin Johanna Solbes, Kontrabassist Reinhard Schmid und Bernhard Kohlhauf, zwischen zwei unterschiedlichen Akkordeons wechselnd. Die Musiker dieser ungewöhnlichen Instrumentenkombination zeigten sich als ein gut aufeinander reagierendes Team, das stimmige Klangvarianten ebenso anmutig wie differenziert in Rhythmik und Farbigkeit den Zuhörern nahe brachte. Gruber attestierte dem Quintett »eine harmonische Fülle, die uns immer wieder erstaunt«.

Anzeige

Dem muss man beipflichten. Musik von Mozart, Bach oder Haydn hat Kohlhauf für sein Ensemble eingerichtet, was in der Besetzung des Quintetts ein charmantes und hörenswertes Ergebnis zeigte. Daneben erklangen auch mehrere eigene Kompositionen Kohlhaufs: Sankt-Martins-Einzug, Serenata Piccolina, Intrada Sacrale, Kleine Kirchenmusik und Festmusik, in der sich Harfe, Violine und nach und nach Oboe und Akkordeon die Themen zuspielten. Kohlhaufs Kompositionen klangen fröhlich beschwingt und gleichzeitig dem kirchlichen Ambiente würdig.

Auf dem Akkordeon ist er ein Virtuose, der aber die Klanglichkeit ganz auf seine Mitmusiker abstimmt und sich gut balanciert dem Gesamtklang einverleibt. Mal gab er ein ganzes Orchester vor, setzte aber auch fein untermalende Töne in Beziehung zu Oboe und Harfe. Als besonders reizvolles Stück überzeugte das Allegro Vivo von Jaques Ibert im spanischen Kolorit. Georg Friedrich Händel war mit der »Ankunft der Königin von Saba« vertreten und im Allegro der Flötensonate von Carl Philip Emanuel Bach übernahm die Oboe die Flötenmelodie.

Georg Grubers Texte widmeten sich der Betrachtung des Johannistages, des Lebens Johannes des Täufers und seiner Bedeutung als Vorläufer Christi, der das Volk Gottes auf die Ankunft des Herrn vorbereiten sollte. Das Johannesfest zur Sommersonnenwende habe auch einen Bezug zu Weihnachten, das zur Wintersonnenwende gefeiert wird. »Christus ist die Sonne, die niemals untergeht«, sagte Gruber und so beginne zur Feier seiner Geburt an Weihnachten das Licht wieder zu wachsen, während es ab dem Johannistag wieder abnimmt, was die Aussage des Johannes symbolisiere: »Jesus muss wachsen, ich muss kleiner werden.«

Um die geistliche Abendmusik rund zu machen, war auch das Publikum mit zwei Volksgesängen miteingebunden, von Richard Krekel an der Orgel kompetent begleitet: Alle sangen »Das Jahr steht auf der Höhe« und das Johannes-Lied »Johannes auserkoren, du starker Gottesmann, der Welt zum Trost geboren, nimm unser Loblied an.« Elisabeth Aumiller

- Anzeige -