Das Kärlingerhaus ist jetzt CO2-neutral

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Für die neue Feststofftrennung musste auch eine neue Einhausung gebaut werden. Diese wurde in Holzbauweise errichtet. (Foto: DAV Sektion Berchtesgaden)

Schönau am Königssee – Pünktlich zum Ende der Sommersaison 2021 schließt die DAV Sektion Berchtesgaden eine ihrer größten Erneuerungsmaßnahmen: Das Kärlingerhaus ist nach dem Umbau klimaneutral. Die Berghütte liegt im Steinernen Meer am Funtensee, auch als kältester Ort Deutschlands bekannt. Da das Kärlingerhaus nur zu Fuß mit mindestens drei Stunden Gehzeit erreichbar ist, stellte das Projekt besonders hohe Anforderungen an die Planung und Durchführung aller Beteiligten. Der Umbau kostete rund 500.000 Euro.


Durch die hochalpine Lage der DAV-Hütten in sensiblen Naturbereichen ist es für den DAV schon immer wichtig gewesen, diese so schonend wie möglich zu betreiben und alle technischen Möglichkeiten auszunutzen. In einem ersten Schritt wurde bereits 2020 das alte Aggregat durch ein neues leistungsfähigeres Blockheizkraftwerk (BHKW) ersetzt, welches ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenöl betrieben wird. Ein BHKW ist im Grunde genommen ein Motor mit einem Generator, welcher zu einem Drittel Strom und zwei Drittel Wärme für Warmwasser und Heizung produzieren kann.

Ebenso wurde 2020 die bestehende alte Kläranlage aufgerüstet. Das Kärlinger-haus ist nicht an die öffentliche Entsorgung angeschlossen, daher muss das gesamte Abwasser vor Ort geklärt werden. Die bestehende Anlage stieß im Sommer des Rekordjahres 2019 mit teilweise mehr als 300 Gästen pro Tag an ihre Grenzen. Zum Unterbringen der neuen, von Handwerkern und Mitarbeitern der Sektion entwickelten Feststofftrennung musste auch eine neue Einhausung gebaut werden. Diese wurde in Holzbauweise verwirklicht und westlich des bestehenden Gebäudes errichtet.

Die zweite Bauphase wurde 2021 umgesetzt: die Kompletterneuerung der elektrischen Anlage. Ein Gerüst wurde errichtet, die alte Dachfarbe entfernt und das Dach neu gestrichen. Im Anschluss wurde die alte Photovoltaikanlage erweitert. Weiterhin wurden die alten Blei-Gel-Batterien abgebaut, ins Tal geflogen, recycelt und ein neuer moderner Lithium-Ionen Batterieverband installiert. In Kombination mit diesen beiden Elementen kann die Anlage nunmehr den kompletten Strombedarf des Hauses abdecken. Überwacht und gesteuert wird sie vollautomatisch über eine digitale Energiemanagementzentrale, genannt »SMART1«. Diese kann auch vom Tal aus über die mittels Satellit hergestellte Internet- und Telefonverbindung des Kärlingerhauses kontrolliert werden.

Durch all diese Maßnahmen kann in Zukunft auf den bisher notwendigen Dieselgenerator verzichtet werden. Auch die Laufzeit des BHKWs wird dadurch auf ein Minimum reduziert, sodass dieses nurmehr nach langen Schlechtwetterperioden benötigt wird. Um die Energieeffizienz auf das höchstmögliche Maß zu steigern, steht für 2022 in einer letzten Bauphase noch der Austausch der Warmwasserspeicher an, welche zusätzlich durch elektrische Heizstäbe überschüssigen Strom bei Sonnenscheinphasen in Wärmeenergie umwandeln können.

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