weather-image
23°

Das Landratsamt sucht händeringend Unterkünfte

Berchtesgaden – Die Asylbewerberzahlen steigen und steigen. Für Deutschland werden dieses Jahr über 100 000 Bewerber erwartet. Auch der Landkreis hat mit den steigenden Zahlen zu kämpfen. Die Unterkünfte sind voll. Notgedrungen sucht der Landkreis nach weiteren geeigneten Gebäuden.

Wird es wieder aktuell? Das ehemalige Personalwohnheim bei der Kreisklinik Berchtesgaden böte für zahlreiche Asylbewerber ein Dach über dem Kopf. Der Landrat dementierte auf Nachfrage. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Ungebrochen ist der Zulauf an Menschen, die in Deutschland Schutz suchen. In Berchtesgaden kamen Asylbewerber bis vor Kurzem noch im Gasthof Waldluft unter. Doch damit ist nun Schluss. Das Objekt ist »überfüllt«, wie ein mit der Sache Vertrauter gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« bestätigte. Überhaupt seien die Unterkünfte im Berchtesgadener Land überlaufen. »Wir wissen nicht mehr, wo die Leute untergebracht werden sollen.«

Anzeige

Das Problem: Asylbewerber, die in München landen, werden »so schnell als möglich weitergeleitet.« Für die Landkreise sei das ein »Dilemma«, ein »riesiges Problem.« Wie das zu lösen sei? Antworten gibt es darauf keine. Gebraucht werden Unterkünfte, vergleichbar mit der des Gasthofes Waldluft. Dort haben rund 30 Bewerber ein Dach über dem Kopf gefunden.

Für gewöhnlich wäre die Bezirksregierung zuständig, nach Unterkünften zu suchen. Doch ist man dort »überfordert«, die Zuständigkeit obliegt daher den Landratsämtern, die sich nun in ähnlich misslicher Lage befinden. Selbst wenn ein Objekt gefunden wurde, bedeute das noch lange nicht, dass dort jemals Asylbewerber einziehen können, heißt es aus gut unterrichteten Kreisen. »Der Widerstand bei solchen Projekten ist immer sehr groß.« So geschehen beim ehemaligen Personalwohnheim neben der Kreisklinik Berchtesgaden. Das Objekt war im vergangenen Jahr kurzfristig in die Schlagzeilen geraten, da dort erwogen worden war, Asylbewerber unterzubringen. Wegen Widerstands in der Berchtesgadener Geschäftswelt wurde die Planung ad acta gelegt, das Projekt war gestorben. Möglich sei nun, dass die ehemalige Personalunterkunft wieder aktuell wird, heißt es. Weil an anderer Stelle noch keine Alternativunterkunft gefunden wurde. Allerdings dementierte Landrat Georg Grabner auf Nachfrage der Heimatzeitung. Momentan »sind in Freilassing, Berchtesgaden und Achthal 102 Asylbewerber untergebracht«, heißt es aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land. Allerdings steigt die Zuweisungsquote deutlich. Waren bis vor fünf Monaten noch 90 Asylbewerber dem Landkreis zugeteilt, beträgt diese Quote nun 140 Personen. »Wobei mit einem prognostizierten Anstieg auf 187 Asylbewerbern im laufenden Jahr gerechnet wird.« Der Landkreis ist unter Zugzwang, Lösungen müssen schnell auf den Tisch.

Da sowohl Frauen als auch Männer untergebracht werden, so das Landratsamt, müssen die Sanitäreinrichtungen ausreichend räumlich getrennt sein. Eine Verpflegung durch den Vermieter sei von Vorteil. Für die Unterbringung bezahlt der Landkreis einen ortsüblichen Betrag pro Person und Tag. Kilian Pfeiffer