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Das Licht von Ostern

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Das Licht von Ostern leuchtete bei Reinhard Keisers Markuspassion in der Auferstehungskirche. (Foto: Barbara Heigl)

Den Auftakt des Kirchenkonzerts gestalteten die Besucher der evangelischen Auferstehungskirche in Traunstein. Mit dem Lied »Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken« wurde stimmungsvoll der Sterbestunde Jesu gedacht. In dem fahlen, immer etwas geheimnisvollen Licht, das den architektonisch interessanten Kirchenraum so mild ausleuchtet, scheint immer ein wenig die Zeit still zu stehen, und man spürt förmlich die Generationen von Ahnen, die das gleiche Prozedere in ihrer Zeit erlebten.


Es ist ja nicht gesichert, dass die Markuspassion von Reinhard Keiser stammt, wie im allwissenden Netz nachzulesen ist. Die Hochdramatik der musikalischen Ausformung der Sterbestunde Jesu in all ihrer Beklemmung könnte aber zu dem hauptsächlich Opern verfassenden Komponisten passen.

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Mit Klaus Eibensteiner (Tenor), Thomas Hamberger (Bass), Diana Plass (Sopran) sowie Barbara Ullrich und Maria Matawa (Alt) hat die musikalische Leiterin des Konzerts, Ulrike Ruf, wieder einmal renommierte Solisten gewinnen können.

Der Chor der Kantorei war trotz der wenigen Passagen, die zu singen waren, engagiert und lebhaft in der Ausführung. Das Ensemble Salzburg Barock begleitete die Sänger aufmerksam und auch in den schwierigen Passagen sehr sensibel. Wenn das Cello etwa mit seinem melancholischen, aber tief geerdeten Ton die Sänger ganz allein begleitete, war dies eine wunderbare Reduzierung des Klangkörpers, die meditative Qualität für sich beanspruchen konnte.

Überraschend viel Gewicht lag auf dem Spiel der Truhenorgel. Wie ein roter Faden wirkte das Spiel der Organistin Veronika Brass, deren lebhafte, farbige Klangsprache wie ein Subtext die Aufführung umspielte. Das war spannend und schien dem Zuhörer durch die herausragenden und vielfältigen melodischen Phrasierungen den Blick jenseits der brutalen Dramatik der Sterbestunde Jesus zur frohen Osterbotschaft zu öffnen.

Dekan Peter Bertram hatte dies in seiner Ansprache vor dem Konzert ja auch schon so treffend mit einem Zitat des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer gesagt. »Keinen Weg lässt Gott uns gehen, den er nicht selbst schon gegangen ist.« »Möge das Licht von Ostern auf die Leidensgeschichten unserer Zeit fallen«, wünschte der Dekan den Kirchenbesuchern zu Beginn. Dieses Licht leuchtete in vielen Momenten durch das dramatische Geschehen dieser Markuspassion. Barbara Heigl