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Das Projekt Rickomat ist gestartet

Jeder hat so seine Träume. Ein jeder hat sein »Packerl« zu tragen und jeder träumt auf seine Art. Rick Blain ist alles andere als ein Träumer. Vielmehr setzt er seine Träume in die Tat um, realisiert sie, und auf eine ihm ganz eigene Art und Weise gelingt es ihm dabei auch, sein ganz persönliches »Packerl« zu schultern und die »Last« darin zu verarbeiten. Willkommen bei Rickomat, einem Musikprojekt der etwas anderen Art.

Rick Blain (r.) gastierte mit seinem Projekt Rickomat in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. (Foto: Kewitsch)

Das Nuts, ein idealer Rahmen. Persönliche Nähe war garantiert, und aufgrund der geographischen Lage der Spielstätte und der Herkunft des »Kapellmeisters« war es im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes Heimspiel. Freunde, Bekannte, Kollegen und Fans waren zugegen. Rick Blain, sichtlich angespannt, gab nach der Premiere in Trostberg in der Kulturfabrik Nuts sein Stelldichein. Der erfahrene Musiker (Eastside Express u. a.) räumte nach dem Konzert unumwunden ein, »ein gewisses Flattern gehabt zu haben« und konnte sich dies nicht erklären, nahm er doch Trostberg mit der ihm typischen Lockerheit.

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Rickomat und das Programm »A soichas Gfrett« ist bayrischer Akustik-Pop und auch ein autobiographischer Querschnitt. »Aus dem Leben des Blain« wäre als CD-Titel ebenfalls locker durchgegangen, und das ist nicht flapsig gemeint, sondern soll deutlich machen, dass die von der Bühne transportierte Authentizität glaubhaft war.

Die Songs wurden allesamt anmoderiert. Die Themen sind solche, die das Leben schrieb. »Sillycon«, »Ministranten« oder seine Beichte, wirklich Neues nie zu nutzen im Song »Wos Neis« gingen ebenso gut durch, wie die tatsächliche Begebenheit des »iPhone« oder die Geschichte vom (falschen) Freund »Sepp«, der in Wirklichkeit ein A...loch war.

Die Band besticht durch musikalische Qualität. Allen voran Gitarrist Marco Shegy, der die sechs Saiten perfekt beherrscht. Aber auch Profidrummer Klaus Brennsteiner, der aufgrund des musikalisch puristischen Konzepts unter seinen Möglichkeiten blieb, oder Christian Giradi am Piano, der sich in Zurückhaltung übte. Auch Bassist Stefan Brinninger hielt sich im Hintergrund, fügte sich aber nahtlos ins Spiel ein.

Rick Blains Stärke ist weniger die Stimmeskraft, sondern vielmehr seine Natürlichkeit und seine Glaubhaftigkeit. Dazu kommen seine Liebe zur Musik und seine feste Meinung zu vielen Themen, die sich unter anderem auch im »Guada Rat« manifestiere. Die Tatsache, dass er aufgrund der Nervosität oftmals das eigene Gitarrenspiel vergaß und dies am Ende des Konzertes selbst fassungslos diagnostizierte, nahm dem kritischen Beobachter den Wind aus den Segeln. Die CD wird es nicht in die Hitlisten schaffen, das war auch nicht der Anspruch, aber sie hat Chancen, sich in die Herzen zu spielen oder zumindest als angenehme Musik an kühlen Winterabenden gerne gehört zu werden.

Das Projekt Rickomat ist gestartet. Wir werden sehen, wohin die Reise geht. Udo Kewitsch