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Das Spiel mit dem Feuerwerk

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So schön das Feuerwerk auch oft ist – man sollte sich Gedanken machen, wo man seine Raketen zündet.
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Der meiste zurückgelassene Silvestermüll wird von den märktischen Bauhofarbeitern eingesammelt. Am Ponzenzenbichl, wo besonders viele leere Flaschen sowie Reste von Raketen und Böllern liegen bleiben, sind die Weihnachtsschützen und die Familie Brandner vom Mitterweinfeld gefordert. (Foto: privat)
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Im Markt Berchtesgaden hängen schon die Warnschilder für Silvester, wie hier am Fürstensteinweg. Darauf die Bitte, keine Feuerwerkskörper anzuzünden. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – Silvester bedeutet für die Bewohner des Berchtesgadener Talkessels nicht nur Feiern und Raketen in die Luft schießen. Für Feuerwehrkräfte und Gemeindemitarbeiter heißt dieser Tag vor allem: Arbeit. Schon einige Tage zuvor rückten etwa die Mitarbeiter des Bauhofs Berchtesgaden aus und stellten Schilder im Markt auf. Die weisen darauf hin, wo Kracher und Co. verboten sind.


Laut der Verordnung des Marktes Berchtesgaden »über das Verbot des Abbrennens pyrotechnischer Gegenstände in der Nähe brandempfindlicher Gebäude und Anlagen« dürfen an folgenden Orten keine Feuerwerkskörper angezündet werden: im Nonntal, am Rathausplatz, am Schlossplatz, auf dem Fürstensteinweg, im Lacknergässchen, auf dem Marktplatz, auf der Metzgerstraße, auf dem Weihnachtsschützenplatz und am Hasensprung. Das Verbot gilt jeweils auch im Umkreis von 100 Metern. An besagten Plätzen stehen laut Ordnungsamts-Leiterin Elke Lanzendörfer etwa Gebäude mit hölzernen Dachstühlen oder denkmalgeschützte Bauwerke. Wer trotzdem seine Raketen abfeuert oder Kracher zündet, riskiert eine Geldbuße.

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Thomas Pfnür, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden, blickt Silvester mehr oder weniger entspannt entgegen. Auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« berichtet er, dass heuer nicht mehr Einsatzkräfte als sonst Bereitschaft haben. »Es soll nämlich Sonntag und Montag regnen«, so Pfnür. Auch aus diesem Grund ist die Gefahr eines Brandes weniger groß. »Wir hatten schon zweimal Flächenbrände am Roßfeld«, erinnert er sich. Das Problem dort oben seien die exponierten Hänge, die meist schneefrei seien. »Es gab schon den Fall, dass der Gipfel schneebedeckt war und zwei Meter weiter die Wiese brannte.« Daher sei dort immer besondere Vorsicht geboten. Für die Fans von Silvesterfeuerwerk hat er noch zwei grundlegende Tipps, die es zu beachten gilt: »Zum einen immer die Bedienungsanleitung lesen. Da steht alles wichtige drin. Und zum anderen Abstand halten.«

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Der meiste zurückgelassene Silvestermüll wird von den märktischen Bauhofarbeitern eingesammelt. Am Ponzenzenbichl, wo besonders viele leere Flaschen sowie Reste von Raketen und Böllern liegen bleiben, sind die Weihnachtsschützen und die Familie Brandner vom Mitterweinfeld gefordert. (Foto: privat)

Für die am Neujahrsmorgen eingeteilten Mitarbeiter des Berchtesgadener Bauhofs wird die Silvesterparty eher bescheiden ausfallen. Schließlich beginnen die Aufräumarbeiten für den Winterdienst bereits um 6 Uhr. »Das ist für unsere Leute nichts Besonderes, die sind das gewöhnt«, sagt Bauhofleiter Stefan Schwab. Denn das morgendliche Aufräumen ist auch bei anderen märktischen Großveranstaltungen üblich. Für die Arbeiter, die zumeist auch Fahrzeuge lenken müssen, gilt die 0,0-Promille-Grenze. »Mehr als vielleicht eine Halbe Bier zum Jahreswechsel ist da nicht drin«, betont Schwab. Der verweist auf die Ansprüche der Bürger: »Die verlangen, dass am nächsten Morgen wieder alles sauber ist. Und dafür sorgen wir.«

Vor allem mit leeren und zerbrochenen Flaschen sowie Resten von Raketen und Böllern haben es die Bauhofmitarbeiter am Neujahrsmorgen zu tun. Wo heuer die Schwerpunkte sein werden, vermag Schwab nicht zu sagen. »Die wechseln von Jahr zu Jahr.« Früher wurde oft vom Soleleitungssteg oberhalb des Marktes aus gefeuerwerkt. Das ist aber schon seit einigen Jahren verboten. Und heuer fällt der Steg auch als beliebter Beobachtungspunkt zum Jahreswechsel weg, da die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Das Projekt hat sich verzögert, weil es Probleme beim Verzinken der Metallteile gegeben hat.

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Im Markt Berchtesgaden hängen schon die Warnschilder für Silvester, wie hier am Fürstensteinweg. Darauf die Bitte, keine Feuerwerkskörper anzuzünden. (Foto: Voss)

Sicherlich werden aber auch heuer wieder Massen von Feiernden den Ponzenzenbichl erstürmen. Und das nicht gerade zur Freude derjenigen, die am nächsten Tag hier aufräumen müssen. Zentnerweise Müll hatten die Familie Brandner vom Mitterweinfeld und die Markterer Weihnachtsschützen hier in den letzten Jahren jeweils am 1. Januar zu beseitigen. Gleich neben der Kirchleitenkapelle sieht es zumeist am schlimmsten aus. Grund genug für Schützenvorstand Stefan Lang, im Namen seiner Weihnachtsschützenkameraden und der Familie Brandner an die Silvestergäste am Ponzenzenbichl zu appellieren, ihren Müll wieder mitzunehmen. UK/av