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Das Sportjahr 2013 im Rückblick: Teil I

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Übermannschaft
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Champions-League-Sieger 2013: Der FC Bayern München. Foto: Peter Powell Foto: dpa
Matchwinner
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Arjen Robben war der überragende Spieler im Champions-League-Finale. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa
Triple
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Auch die Frauen des VfL Wolfsburg sicherten sich 2013 das Triple. Foto: Federico Gambarini Foto: dpa
DFB-Boys
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Mario Götze, André Schürrle und Mesut Özil (v.l.) spielten mit der DFB-Elf eine überzeugende WM-Qualifikation. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa
Herr der Ringe
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Thomas Bach wurde in Buenos Aires zum IOC-Präsidenten gewählt. Foto: Arne Dedert Foto: dpa
Tränen
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Bayern-Präsident Uli Hoeneß weinte auf der Jahreshauptversammlung hemmungslos. Foto: Marc Müller Foto: dpa
Titelverteidigung
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Robert Harting holte sich in Moskau erneut den WM-Titel im Diskuswerfen. Foto: Kerim Okten Foto: dpa
Sprint-Superstar
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Usain Bolt sprintete bei der WM in Moskau zu vier Goldmedaillen. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Berlin (dpa) - Das Sportjahr 2013 wird immer mit dem Namen des FC Bayern München verbunden sein. Nie zuvor hat eine deutsche Fußball-Mannschaft in einem Jahr so viele Titel gesammelt und Rekorde aufgestellt.


Die Krönung ist der 2:1-Triumph gegen Borussia Dortmund im deutschen Champions-League-Finale von London. Den größten Einzelerfolg feiert auf internationaler Bühne jedoch kein Athlet, sondern ein Funktionär: Fecht-Olympiasieger Thomas Bach wird als erster Deutscher zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt.

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Die Nacht des 25. Mai im Londoner Wembley Stadion gehört vor allem einem Spieler: Arjen Robben. Der Holländer erzielt mit einem Kullerball in der 89. Minute den Siegtreffer. Ein Jahr zuvor noch war der polarisierende Flügelstürmer im Drama dahoam gegen den FC Chelsea mit einem verschossenen Elfmeter der größte Verlierer. Jetzt ist alles vergessen. »Ich gebe die wichtige 1:0-Vorlage und schieße ein Tor, das ist ein Traum«, platzt es aus dem 29-Jährigen in der magischen Fußball-Nacht von London heraus.

Das gewonnene Endspiel in der Champions League ist das wichtigste Teil im bayrischen Erfolgs-Puzzle. Gut anderthalb Monate zuvor hat das Team den frühesten deutschen Meistertitel in der Bundesliga-Historie unter Dach und Fach gebracht - durch einen 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt sechs Spieltage vor Saisonschluss.

Das historische Triple machen die Bayern mit dem Gewinn des DFB-Pokals perfekt und bescheren ihrem scheidenden Trainer Jupp Heynckes einen Abschied auf dem Höhepunkt seiner Karriere: Eine Woche nach dem Königsklassen-Finale besiegen die Münchner im Finale von Berlin den VfB Stuttgart 3:2. Im August holen sie unter ihrem neuen Trainer Pep Guardiola als Zugabe gegen den FC Chelsea noch den europäischen Supercup.

Auch in der folgenden Spielzeit ist vor den Erfolgs-Bayern kein Rekord heilig. Durch den 3:0-Sieg gegen Augsburg am 9. November 2013 bleiben die Münchner im 37. Spiel hintereinander unbesiegt und überbieten die Bestmarke des Hamburger SV. Der kassierte in den Jahren 1982 und 1983 in 36 Partien in Folge keine Niederlage.

Auch im Frauen-Fußball gibt es einen deutschen Triple-Gewinner: Zwei Tage vor dem Triumph der Bayern bezwingt der VfL Wolfsburg ebenfalls in London im Finale der Champions League den Cup-Verteidiger Olympique Lyon mit 1:0 und kann nach Meisterschaft und nationalem Pokal sein Dreifach-Glück kaum fassen.

Die deutsche Nationalmannschaft qualifiziert sich ungeschlagen für die WM 2014 in Brasilien und nährt Titel-Hoffnungen. Am 6. Dezember werden dem Team von Bundestrainer Joachim Löw werden im brasilianischen Costa do Sauípe Portugal, Ghana und die USA als Vorrundengegner zugelost.

Die Zeremonie in dem Urlaubsort kann nicht über die Probleme der Organisatoren hinwegtäuschen. Wenige Tage vorher ist ein Kran auf das WM-Stadion in Sao Paulo gestürzt und bringt den Zeitplan durcheinander. Auch bei anderen WM-Arenen gibt es Schwierigkeiten. Im Sommer entladen sich anlässlich des Confed Cups die sozialen Spannungen in gewalttätigen Proteste. Immerhin sportlich darf sich der Gastgeber freuen: Brasilien gewinnt die WM-Generalprobe.

Der größte Moment für Thomas Bach kommt am 10. September. Der Jurist aus Tauberbischofsheim erreicht an diesem Tag nach jahrelangem Anlauf den Gipfel der sportpolitischen Macht: Er wird in Buenos Aires zum IOC-Präsidenten gewählt - als erster Deutscher überhaupt und 22 Jahre nach seiner Aufnahme ins IOC.

Als Nachfolger des Belgiers Jacques Rogge erhält Bach die absolute Stimmenmehrheit der 93 wahlberechtigten Olympier. Als erstes rutscht ihm ein erleichtertes »Uff!!!« heraus, dann fährt er fort: »Ich will aus tiefem Herzen meinen Freunden danken. Das ist ein überwältigendes Zeichen des Vertrauens.« Seinen Präsidenten-Posten beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nimmt wenige Monate später Alfons Hörmann ein. Der bisherige Chef des Deutschen Skiverbandes wird am 7. Dezember in Wiesbaden an die Spitze des deutschen Sports gewählt.

Das Vertrauen in den Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wird hingegen 2013 schwer erschüttert. Am 20. April enthüllt das Magazin »Focus«, dass gegen den als integer und rechtschaffen geltenden Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ermittelt wird. Später räumt Hoeneß ein, Kapitalerträge auf einem Konto in der Schweiz nicht versteuert zu haben. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, im kommenden März wird vor Gericht verhandelt. Ausgerechnet in der erfolgreichsten Saison des FC Bayern muss Hoeneß seine größte persönliche Niederlage einstecken.

Die Leichtathletik-WM in Moskau steht aus deutscher Sicht ganz im Zeichen von Robert Harting. Ein Jahr nach seinem Olympia-Triumph von London ist auf das Diskus-Ass auch in der russischen Hauptstadt Verlass. Der streitbare Hüne gewinnt zum dritten Mal in Folge WM-Gold. Trotz starker Rückenschmerzen schleudert er die Scheibe auf 69,11 Meter - sein größter Rivale Piotr Malachowski hat das Nachsehen. Anschließend ist alle Pein vergessen. Der zu diesem Zeitpunkt 28-Jährige tänzelt vor den Fotografen, setzt ein breites Grinsen auf - und zerreißt wie stets sein Trikot.

Doch nicht nur Harting holt Gold. Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Kugelstoßer David Storl und zu guter Letzt Speerwerferin Christina Obergföll sorgen im Lager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für Jubel. Gleich drei Goldmedaillen vereint wieder einmal Sprint-Superstar Usain Bolt auf sich. Der Jamaikaner siegt über 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100 Meter-Staffel. Der 27-Jährige triumphiert in Abwesenheit seiner größten Konkurrenten Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika), deren positive Dopingproben vor der WM für große Aufregung sorgen.