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Das Training geht weiter

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Auf La Palma hat Hannes Namberger zunächst noch trainiert, bevor er aufgrund der Ausgangsbeschränkungen drei Tage lang im Zimmer bleiben musste.

Die Coronavirus-Pandemie hat auch die Vorbereitung und die Saison von Extrem-Bergläufer Hannes Namberger ordentlich durcheinandergewirbelt: Sein Trainingslager auf La Palma war früher zu Ende als geplant und auch die ersten Rennen sind bereits abgesagt oder verschoben.


Eigentlich wollte sich der Ruhpoldinger auf der Kanareninsel zusammen mit einem befreundeten Sportler auf die Saison vorbereiten und einen ersten Wettkampf absolvieren. »Wir haben vier Tage sehr gut trainiert«, erzählt Hannes Namberger. »Aber dann wurde alles gesperrt, alle Läden waren zu und wir durften drei Tage lang das Hotel nicht mehr verlassen.« So standen dann vor allem Gymnastikübungen im Zimmer auf dem Programm: »Man findet schon immer einen Zeitvertreib. Ich habe dann eben Übungen gemacht, die ich sonst nicht so gerne mache«, sagt der 30-Jährige.

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Sorgen habe er sich dabei nicht gemacht: »Wir wussten ja, was los war und standen mit Angehörigen in Deutschland in Kontakt.« Zudem habe es auf La Palma nur wenige Coronavirus-Fälle gegeben und die Rückreise nach Deutschland klappte ohne Probleme. »Man hat schon die Aufbruchstimmung bemerkt«, berichtet Hannes Namberger. »Wir sind mit einer der letzten Maschinen zurückgekommen, die planmäßig geflogen sind.«

Auch wenn der Ruhpoldinger noch nicht weiß, wann die Saison für ihn richtig losgeht – bis Juni sind alle Wettkämpfe abgesagt –, bereitet er sich in Deutschland weiter vor. »Zum Glück ist das Training für meinen Sport uneingeschränkt möglich«, sagt er. Zum Laufen darf er schließlich immer noch raus. »Triathleten, die schwimmen müssen, trifft es da zum Beispiel deutlich härter.« Ebenso wie seine Berglauf-Kollegen in Italien oder Spanien. »Die dürfen gar nicht raus zum Laufen, sondern wirklich nur zum Einkaufen«, weiß Hannes Namberger. »Da ist es bei uns ja wirklich noch human. Und wir haben größere Probleme, als dass man nicht in den Kraftraum kann.« Zudem hat der 30-Jährige bereits Ideen für andere Projekte im Hinterkopf. Er könnte sich vorstellen, dass Läufer ihre Zeiten auf bestimmten Strecken vergleichen statt in einem Rennen direkt gegeneinander anzutreten. Doch auch dazu muss es erst wieder möglich sein, dass die Athleten raus und reisen können – und der Schnee in den Bergen weg sein. »Das sind aber alles Nebensächlichkeiten«, meint Hannes Namberger. »Ob ich ein Rennen laufe oder nicht, ist nicht das Entscheidende. Jetzt trainiere ich halt ein bisschen länger.«

Über mangelnde Beschäftigung muss sich der Bundespolizist im Moment sowieso keine Gedanken machen: »Viel, viel mehr Arbeit« hat der Ruhpoldinger gerade zu bewältigen. »Kurzarbeit gibt es bei uns jetzt nicht«, sagt er und lacht. Sein Tagesablauf bestehe aus »Arbeit, Sport, Essen und Schlafen – nur immer in verschiedener Reihenfolge«. jom

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