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Der Unterwössner Profi-Triathlet Frederic Funk hat das Ticket für die Ironman-WM70.3 gelöst. (Foto: Marcel Hilger)

»Das war eine gute Antwort von mir«

Die Challenge-WM in Samorin ist für Frederic Funk ganz und gar nicht nach Wunsch gelaufen. Doch dafür lieferte der jungen Profi-Triathlet aus Unterwössen beim Ironman70.3 Kraichgau eine ganz starke Leistung ab und löste mit dem zweiten Platz das Ticket für die Ironman70.3-WM in St. George (USA) – und schaffte damit eines seiner Saisonziele auf äußerst souveräne Art und Weise. 


»Ich bin sehr zufrieden«, sagte Funk in einem Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Nachdem es in Samorin ja enttäuschend für mich gelaufen ist, war das in Kraichgau eine gute Antwort von mir«, betonte der 24 Jahre alte Athlet des Erdinger-Active-Teams, der in diesem Jahr ja bereits den traditionsreichen Triathlon in Buschhütten über die Kurzdistanz gewonnen hatte (wir berichteten bereits).

In der Slowakei wollte Funk ebenfalls um den Titel über die Mitteldistanz mitmischen. Doch er fühlte sich an diesem Tag nicht so fit. Dennoch war der Triathlet nach dem Schwimmen gut im Rennen und wollte auf dem Rad die Lücke zur Spitzengruppe schließen. Das klappte zunächst auch, doch dann bemerkte er einen Defekt an seinem Rad – sein Hinterrad verlor kontinuierlich an Luft. »Ab der Hälfte der Strecke war es eigentlich unfahrbar«, berichtete Funk, der auch keine Möglichkeit hatte, den Schaden schnell beheben zu können.

Er kämpfte dennoch weiter und schaffte es zurück in die Wechselzone. Dort startete der ehrgeizige Profi auch noch seinen Lauf, entschied sich aber nach rund drei Kilometern dazu, das Rennen abzubrechen. »Ich war schon rund eine halbe Stunde hinter der Spitze zurück«, erklärte er seine Aufgabe, »und ich wollte dann einfach meine Kräfte für Kraichgau sparen.«

Diese Entscheidung war goldrichtig – wie sich eine Woche beim Ironman70.3 Kraichgau später herausstellen sollte. »Ich bin mit weniger Erwartungen ins Rennen gegangen«, berichtete Funk. »Und es lief in allen drei Disziplinen sehr solide«, freute er sich. »Gegen Justus hatte ich an dem Tag aber keine Chance.«

Nach 3:48:21 Stunden überquerte Sieger Nieschlag die Ziellinie. Funk folgte in 3:50:54 Stunden vor dem ehemaligen Radprofi Ruben Zepuntke, der 3:52:31 Stunden für die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen benötigte.

Frederic Funk, der normalerweise in Nürnberg wohnt und trainiert, ist aktuell in Unterwössen. In seiner alten Heimat bereitet er sich nun auf sein nächstes Rennen vor. Funk wird wieder bei der Challenge Walchsee starten. »Und das ist ja ein gutes Pflaster für mich«, lachte er. Denn Funk holte sich dort im vergangenen Jahr den Sieg und wurde damit Europameister der Europäischen Triathlon Union (ETU), in den Jahren 2018 und 2019 ist er jeweils Zweiter am Walchsee geworden. Diesmal »will ich meinen Titel dort verteidigen«, sagt er selbstbewusst. Die starke Konkurrenz wird ihm das aber alles andere als leicht machen – unter anderem sind der Österreicher Thomas Steger, der Deutsche Nicolas Mann, der zuletzt die Challenge St. Pölten gewonnen hat, und auch der Amerikaner Sam Long, der in diesem Jahr auch beim Langdistanz-Klassiker in Roth starten wird, gemeldet. »Das wird also ein heißes Rennen werden«, ist sich Frederic Funk sicher.

SB