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Dax geht mit Verlusten ins Wochenende

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Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag einen ruhigen Handel mit Verlusten beendet. Die jüngste Aufwärtsbewegung scheine langsam auszulaufen, sagte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. Der Dax drehte nach einem freundlichen Auftakt schon bald ins Minus.


Er schloss 0,65 Prozent tiefer bei 8244,91 Punkten und knüpfte damit an seine Vortagsschwäche an. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex damit einen Verlust von rund einem Prozent. Der MDax gab am Freitag um 0,30 Prozent auf 14 208,06 Punkte ab und der TecDax sank um 0,07 Prozent auf 987,18 Punkte.

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Auch durchwachsene Unternehmensnachrichten aus Deutschland hätten den Dax belastet, führte Kuhn weiter aus. »Vor dem Wochenende und der Quartalszahlenflut der kommenden Handelswoche halten sich Investoren mit neuen Engagements zurück oder nehmen Gewinne mit.« Zudem beinhalteten die anstehenden Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed sowie der US-Arbeitsmarktbericht erhebliches Bewegungspotenzial.

Dax-Schlusslicht waren die Aktien der Deutschen Börse mit minus 3,71 Prozent. Grund waren Experten zufolge aber nicht die Quartalszahlen, die im Rahmen der Erwartungen bis leicht darüber gesehen wurden. Vielmehr hätten Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt guten Lauf der Aktie belastet.

Für die Papiere von ThyssenKrupp ging es um 2,94 Prozent nach unten. Als Belastung nannte ein Händler einen Bericht des »Wall Street Journal«, wonach der Verkauf der amerikanischen Stahlwerke an den brasilianischen Stahlproduzenten CSN am seidenen Faden hängt. »Das wäre der absolute Worst Case - wenn es denn stimmt«, sagte der Händler. »Zuletzt hatte sich die Aktie gerade wegen der Hoffnung auf eine schnelle Einigung erholt«, kommentierte Analyst Daniel Saurenz von Feingold Research. Hingegen teilte ThyssenKrupp mit, der Verkaufsprozess laufe weiter und ein zeitnaher Abschluss werde angestrebt.

Derweil erholten sich die Siemens-Titel mit plus 1,35 Prozent von der gestrigen Gewinnwarnung und dem anschließenden Kursrutsch. Unternehmenschef Peter Löscher steht möglicherweise vor der Ablösung. Bereits an diesem Wochenende werde sich der Aufsichtsrat mit Löschers Zukunft befassen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der dpa in München.

Das »Manager-Magazin« ergänzte unter Berufung auf Unternehmenskreise, Löscher habe eine Mehrheit des Aufsichtsrats gegen sich und solle vom bisherigen Industrievorstand Siegfried Russwurm abgelöst werden. »Neue Besen kehren gut«, kommentierte ein Händler die Nachricht. Für ihn stehe Löschers Weggang fest – die Frage sei nun, wie der Markt den neuen Unternehmenslenker aufnehmen werde.

Löscher hingegen will angesichts der Spekulationen über seine Zukunft um sein Amt kämpfen. »Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen«, sagte der Manager der »Süddeutschen Zeitung« (Samstag).

Der EuroStoxx 50 verabschiedete sich 0,06 Prozent fester bei 2741,96 Punkten ins Wochenende. In Paris ging die Börse mit einem Plus, in London hingegen mit einem Minus aus dem Handel. In New York stand der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss knapp ein Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,35 Prozent am Vortag auf 1,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozentpunkte auf 133,94 Punkte. Der Bund Future verlor 0,09 Prozent auf 142,50 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,3261 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3260 (Donnerstag: 1,3202) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7541 (0,7575) Euro gekostet.